Aktuelles

Weitere aktuelle Informationen zu den Einrichtungen finden Sie auch unter Presse.



Lecker lecker Apfelsaft

Bildungsangebot Apfelsaftpressen mit Klaus

2011 ist das Jahr der vielen Früchte und das haben wir in der KSW 2 genutzt. Im Rahmen unserer Bildungsangebote startete erstmals der Kurs Apfelsaftpressen mit Klaus. Wir fuhren mit sieben Leuten zu Werner Stanges Streuobstwiese in Kassel- Hegelsberg, wo wir unbehandelte Äpfel pflückten, vom Baum schüttelten und auflasen.

Zurück in der KSW 2 werden die Äpfel gewaschen. Nun ab in den Muser. Die gehäckselten Äpfel kommen in die Obstpresse, und der Saft läuft. Natürlich wird der frisch gepresste Apfelsaft sofort probiert. Erstaunt sind alle über den köstlichen Geschmack. Es waren ja auch saure Äpfel im Korb, davon ist nichts mehr zu schmecken. Durch die vielen verschiedenen Apfelsorten schmeckt der Saft einfach nur guuuuut!!

Die doch recht beachtliche Menge von 120 Litern ist das Ergebnis von zwei arbeitsreichen Tagen. Um den Saft haltbar zu machen, erhitzen wir ihn 20 Minuten auf 80° C. Das verhindert die Gärung, der Saft kann gelagert, also auch noch später getrunken werden.

Vom Apfelbaum bis in die Flasche – das war klasse. Der Spaßfaktor hatte an beiden Tagen einen hohen Stellenwert. Ein besonderes Dankeschön geht an Ulrich Kellner (Firma Kellner in Kaufungen). Er stellte uns die gesamte Ausrüstung zur Saftherstellung kostenlos zur Verfügung.

Klaus-Peter Mohr (Gruppenfachkraft)


Wir sind dann mal weg!

Fahrradtour 2011 mit MitarbeiterInnen aus dem Gartenbau

Montagmorgen, 8 Uhr, es regnet Bindfäden, die Wolken hängen schwer am Himmel. Acht MitarbeiterInnen und zwei BetreuerInnen fragen sich: Radeln wir los oder nicht? Wir radeln, alles ist organisiert – und außerdem sind Fahrradfahrer keine Warmduscher! Die Regenklamotten sind angezogen, das Gepäck regensicher verpackt, die Fahrradhelme auf dem Kopf ...

Von Hannoversch Münden aus radeln wir zum Zusammenfluss von Werra und Fulda und danach weiter über Witzenhausen zur Burg Ludwigstein. Eine Burg – toll, aber so hoch oben! Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt – oder fährt doch, wie einige Jungs, den steilen Weg bis zum Burghof hoch. Die Anstrengung hat sich gelohnt, es bietet sich ein herrlicher Ausblick von einer mittelalterlichen Burg über das Werratal. Nach der wohlverdienten Dusche und einem guten Abendessen lauschen wir am Lagerfeuer den Gitarrenklängen und Liedern der anderen Übernachtungsgäste.

Ausgeschlafen geht es am nächsten Morgen weiter an der Werra entlang bis nach Eschwege. Bleibt es heute trocken?, ist die Frage. Wohlbehalten kommen alle am Abend in der Jugendherberge an. Geschafft sind wir, aber sehr zufrieden, die anspruchsvolle Strecke von insgesamt 70 Kilometern in zwei Tagen geschafft zu haben – ohne einmal nass geworden zu sein! Wir waren immer zur rechten Zeit am rechten Ort, um uns unterstellen zu können, wenn ein Regenschauer kam.

Gisela Tondera (Sportübungsleiterin)


In der Hummelwerkstatt

Exkursion 2011 Förderkreis Natur der Kasseler Werkstatt

Es ist August. Der Förderkreis Natur der KSW hat ein sehr besonderes Exkursionsziel: Die Hummelwerkstatt finden wir am Ortsausgang von Naumburg. Im Hummelgarten mit den Futterpflanzen beginnt die Führung. Wir erfahren, dass Hummeln die Farbe Rot nicht sehen können und Blau besonders mögen. Wir staunen über Gerüche, die Farbenpracht der Futterpflanzen und das Summen der Insekten – Erlebnisse mit allen Sinnen für (von links nach rechts) Walther Meiß, Karola Sommerlatte, Wilhelm Steinbach, Siegfried Braun, Peter Liesert und Dieter Werner.

Der Förderkreis Natur hat sich im Zuge der Erstellung des Naturerlebnispfades in der KSW 2 (eröffnet 2003) gegründet und arbeitet ehrenamtlich. In Naumburg suchen wir Anregungen für den Sinnesgarten der KSW 1 (im Bau) und den Naturerlebnispfad. Ein sogenanntes Insektenhotel für einzeln lebende Insekten ist schon auf dem Gelände der KSW 2 aufgestellt; es kann noch optimiert werden. Vielleicht siedeln dort demnächst Hummelvölker?!

Im weiteren Umkreis der Hummelwerkstatt wurde eine Streuobstwiese mit über 100 alten, einheimischen Apfelsorten angelegt, deren Blüten den Hummeln als Nahrung dienen. Bei der Pollenaufnahme werden die Blüten bestäubt – somit ist die Hummel am Ertrag der Obstbäume beteiligt.

Im Weißen Garten beenden wir unsere Exkursion bei Kaffee und Kuchen – liebevoll von der Küche der KSW 2 vorbereitet.

Karola Sommerlatte


Einmal auf der Spielerbank!

Ein Ausflug zu Borussia Dortmund

In diesem Jahr ging unsere Freizeitfahrt des Arbeitsbereichs 2 am 12. Mai nach Dortmund, ins Stadion der Borussia. Die Gruppen Quast/Czap, Heitmann/Mnich und Ignatze haben teilgenommen. Wir sind von der Werkstatt 2 um 8.30 Uhr nach Dortmund mit einen Doppeldecker-Bus gestartet, den Harald Heitmann besorgt hat. Auf der Fahrt hatten wir viel Spaß. Zirka 50 Kilometer vor Dortmund haben wir eine kleine Rast gemacht, es gab Lunchpakete und kostenlosen Kaffee.

In Dortmund waren wir so um zirka 10 Uhr. Wir hatten eine Stadionführung in zwei Gruppen. Im Stadion haben wir den "Knast" gesehen und die Umkleide-Kabinen der Gast-Mannschaft. Ebenso noch den Bereich der Presse und vieles weitere. Am Schönsten war, als wir im Stadion auf dem Rasenfeld waren. Auf den Auswechselbänken zu sitzen, war echt ein schönes Gefühl.

Nach der Stadionbesichtigung ging es zum Borussia-Museum, wo wir vieles über die Geschichte gesehen und gehört haben. Einige sind dann noch in den Fanshop gegangen, um sich Andenken zu kaufen. Nach dem Fanshop ging es dann zum Essen. Als wir dann alle satt waren, ging es zurück zum Bus. Kurz vor Kassel haben wir nochmal eine Pause gemacht, es gab für jeden noch einen Streuseltaler und Kaffee umsonst. Kassel haben wir so gegen 18.30 Uhr erreicht. Damit war unsere schöne Fahrt zu Ende.

Unser besonderer Dank geht an Irene Ignatze, die für uns die Lunchpakete und den Kaffee gemacht hat und eben an alle Gruppenleiter, die bei der Fahrt dabei waren. Und auch an unseren Busfahrer Harald Heitmann.

Sascha Rühl (Mitarbeiter im Arbeitsbereich 2)


Ohrwürmer in der Kasseler Werkstatt

Chorleiter Horst Wissel verabschiedete sich

Chorleiter Horst Wissel (4. von rechts) verabschiedete sich vom Werkstatt-Chor – bei einem gemütlichen Beisammensein mit Kaffee, Kuchen und natürlich Musik.

Spätestens nach dem Abschieds-Ständchen sieht man es deutlich: Dieser Chorleiter hat Spuren in den Köpfen und Herzen hinterlassen. Mit Sätzen wie "Es hat mir Spaß gemacht; Singen hat mir immer Spaß gemacht!", und "Ich werde immer an Sie denken", verabschieden sich die Sänger von Horst Wissel, der den Werkstatt-Chor sechs Jahre lang leitete.

Jeden Dienstagvormittag kam er in die KSW 2 und studierte mit einer Anfänger- und einer Fortgeschrittenen-Gruppe Stücke ein. "Wir haben vor allem Schlager und Volkslieder gesungen – Ohrwürmer eben", sagt Horst Wissel, der sich nun aus gesundheitlichen Gründen zurückzieht. Was ihn motiviert hat, sich unentgeltlich zu engagieren? "Die große Herzlichkeit, die von den Menschen hier ausgeht."

Nora Wetzel


Beim schwarzen Ritter

Ausflug zur Löwenburg

Bei bestem Frühlingswetter fuhren drei BetreuerInnen mit 20 MitarbeiterInnen aus der KSW 1 mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Löwenburg. Unter fachkundiger Leitung besichtigten wir die Burg. Über steile Treppen und dunkle Gänge konnten wir die Wohn- und Schlafgemächer in der Löwenburg erkunden. Besonders spannend aber war es in der Rüstungskammer mit dem schwarzen Ritter. Beim anschließenden Picknick im Burghof stärkten sich alle für den Fußmarsch durch den Park, vorbei am Schloss Wilhelmshöhe, bis zur Straßenbahn.

Ein gelungener Ausflug, bei dem Wissensvermittlung, Naturerfahrung und Bewegung gut vereint werden konnten.

Gisela Tondera


Wenn ich schreibe ...

Angelika Kepper: Mein Arbeitstag

Montag bis Freitag, stehe ich um 6 Uhr auf, koche Kaffee, gehe ins Bad zum Duschen, putze meine Zähne, dann frühstücke ich. Mache mich fertig für die Arbeit, um 6.55 Uhr gehe ich aus dem Haus, um 7 Uhr fährt der Bus zur Arbeit. Meine Arbeitszeit ist von 7.30 bis 14.10 Uhr. In der Gruppe arbeiten 30 Personen mit zwei Gruppenleitern. Ich verpacke VW-Teile. Es gibt verschiedene Arbeiten. Clips, Muttern, Schrauben, Keilriemen, Schalter, Spannrollen, Kabelbinder. Alles wird unterschiedlich verpackt, kommt immer drauf an, was auf dem Auftrag steht, manche Teile muss man 10 Stück, 25 Stück oder ein Stück auch in kleine und größere Tüten und Kartons verpacken mit einem Etikett, auf dem die Stückzahl steht. Die Etiketten drucke ich selber, dazu muss man einen Etikettenkurs machen. Manche Arbeiten mache ich mit der Zählwaage, auch dafür habe ich einen Kurs gemacht. Frühstückspause ist von 9.30 bis 9.50 Uhr Ich hole Brötchen und Kaffee in der Kantine, von 11 Uhr bis 11.10 Uhr ist Pause. Um 12.15 bis 12.45 Uhr ist Mittagspause, ich stelle mich in der Reihe an für das Mittagsessen, das Essen bekommen wir vom VW-Werk in die Kasseler Werkstatt geliefert. Um 14.10 Uhr habe ich Feierabend. Ich fahre mit dem Bus nach Hause.


Tanzen macht Spaß!

Tanzkurs in der KSW 2

Wir in der KSW 2 machen seit März 2011 einen Tanzkurs mit acht Frauen. Leiten tun diesen Kurs Jolanda Czekala-Mnich und Sarah-Vanessa Ibl. Jeden Donnerstag treffen wir uns, um Tänze einzustudieren und zu üben. Unser Ziel ist es, bei Festen wie dem Sommerfest aufzutreten.

Am Samstag, dem 1. Oktober, haben wir bei einen dreistündigen Tanzworkshop im Haus der Jugend (Willi-Seidel-Haus) mitgemacht. Wir haben gelacht, geklatscht und vor allem richtig geschwitzt. Doch nach drei Stunden hatten wir einen ganzen Tanz auf die Beine gestellt, den wir am Ende alle synchron tanzen konnten. Es war ein schöner Tag und es hat Spaß gemacht!

Angelika Kepper (Mitarbeiterin im Verpackungsbereich 2)


mittendrin

Präsentation der Werkstattarbeit im DEZ

Auf der einwöchigen Leistungsschau im Einkaufzentrum DEZ konnten sich BesucherInnen und geladene Gäste von der Leistungsfähigkeit und Professionalität der nordhessischen Werkstätten für Menschen mit Behinderung, in denen derzeit rund 4.850 Menschen mit Behinderungen beschäftigt sind, überzeugen. Vom 15. bis 20. August 2011 präsentierten sich die Baunataler Diakonie, die Hephata Diakonie (Schwalmstadt) und die Kasseler Werkstatt (Sozialgruppe Kassel e. V.). Die positiven Reaktionen zeigten klar, wie viel Bedeutung unseren Werkstätten beigemessen wird.

So übermittelte Anne Janz, Dezernentin und Stadträtin in Kassel, die Anerkennung des Magistrats für die gute Idee, die Öffentlichkeit intensiver über die Leistungen der Werkstätten zu informieren. Von einer Win-Win-Situation sprach Klaus Missing, Gbr. Bode in Kassel, der den Erfolg der jahrelangen Zusammenarbeit im Automotivbereich hervorhob. Jutta Siebert vom Landeswohlfahrtsverband Hessen zeigte sich begeistert vom Ausstellungstitel mittendrin, der noch besser als der Begriff Inklusion den Grundsatz der aktuellen Arbeit der Werkstätten im Kontext der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beschreibe. Denn hier gelte das Recht aller Menschen auf Teilhabe am Arbeitsleben. Und wie könne dieser Grundsatz besser erfüllt werden, als mit der gemeinsamen Präsentation von Werkstattleistungen mit der nordhessischen Industrie?

"Elf Monate intensive Arbeit steckten die Mitwirkenden in den Werkstätten in die Ausstellung mittendrin – und es hat sich gelohnt", sagt Olaf Stapel, Geschäftsführer der Genossenschaft der Werkstätten. Mit viel Engagement und Hingabe wurden professionelle Stände organisiert, die die Vielfalt der Leistungen und die Integration der Werkstätten in die nordhessische Wirtschaft aufzeigten.

Viele BesucherInnen wussten gar nicht, in wie vielen Produkten aus der Region Arbeit der Werkstätten steckt und wie vielfältig das Angebot der Kasseler Werkstatt ist. Von der Verpackung von Teilen für einen Solaranlagenhersteller über die Metallverarbeitung bis hin zur Aktenvernichtung, Landschaftsgestaltung und Herstellung von sogenannten Fischtreppen reichte unser Angebot. Mit dem Stand Bildung wurde ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit vorgestellt. Denn unseren meist hoch motivierten MitarbeiterInnen bieten wir Kurse, Beratung und Begleitung im und neben dem Arbeitsleben.

Jürgen Orth zeichnete sich verantwortlich für die perfekte Organisation für unsere Werkstatt; hervorzuheben ist außerdem, dass Werkstattratsvorsitzender Olaf Haarbusch täglich mindestens zwei Vertreter des Werkstattrates ins DEZ entsendete.

Britta Haldorn (Leiterin Sozialer Dienst)


4. Unternehmertag in Kassel

Die Kasseler Werkstatt war dabei!

Im Fokus der 4. Unternehmerkontaktmesse der Wirtschaftsjunioren Kassel im September stand das Thema "KASSEL BEWEGT! Wirtschaft und Menschen". An Workshops mit aktuellen Themen und an interessanten Vorträgen konnten Aussteller und Kunden teilnehmen. Bemerkenswert waren die Auftritte der Top-Referenten Christián Gálvez, Deutschlands führender Persönlichkeitstrainer, und Michael Roth, Trainer des Handball-Bundesligisten MT Melsungen.

Für uns war zum einen der Informationsaustausch mit den Dienstleistern aus der Wirtschaft wichtig (wie z. B. mit Peter Grohmann, Daimler und Ralf Spohr, Bernecker Verlag) und zum anderen, das Leistungsangebot der Kasseler Werkstatt in der Region Kassel zu präsentieren. Allein dafür hat sich der Aufwand gelohnt. Alle Mitwirkenden können auf die gelungene Präsentation in der documenta-Halle stolz sein! Besonders hervorzuheben ist Planer und Koordinator Jürgen Orth.

Peter Liesert


Kooperation mit MICOS

Kasseler Kompetenz-Analyse bundesweit auf dem Vormarsch

Die Pro Dokument gGmbH und MICOS GmbH unterzeichneten am 6. Juli 2011 eine Kooperation zur Software-technischen Zusammenarbeit. Dabei geht es um die Kasseler Kompetenzanalyse (KKA), eine von der Kasseler Werkstatt (KSW) und der Pro Dokument entwickelte Software zur methodischen Bildungs- und Förderplanung.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) verlangt als Leistungsträger detaillierte Nachweise über die von einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung durchgeführten Bildungsmaßnahmen für ihr Klientel. Durch standardisiertes Reporting soll der Verlauf und die Effizienz der Fördermaßnahmen dokumentiert werden. Dabei steht der Mensch im Vordergrund. So werden ein auf den Werkstattmitarbeiter individuell passendes Angebot erstellt und seine Fertigkeiten gefördert – wenn möglich soweit, dass er später über ein Praktikum und einen Außenarbeitsplatz einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag erhält.

Das geforderte umfangreiche Reporting nimmt nicht unerhebliche Zeit in Anspruch. Zeit, die dem Personal bei der eigentlichen sozialpädagogischen Arbeit am Menschen fehlt. Idee und Entwicklung reiften zunächst durch Volker Alberding, Leiter des Berufsbildungsbereichs, und Thomas Adelsberger, Pro Dokument, für die Nutzung innerhalb der Kasseler Werkstatt, zur zeitlichen Entlastung des Personals. Durch den fachlichen Austausch mit anderen Trägern wurde aber schnell das eigentliche Potenzial deutlich, sodass wir die Kasseler KKA auch auf dem Software-Markt anbieten wollten.

Anlässlich der WerkstättenMesse 2010 in Nürnberg stellte Wolfgang Klammer, Reha Consulting, die Vorteile der KKA vor. Die positive Resonanz zeigte, dass wir die Hand am Puls der Zeit haben. Die KKA berücksichtigt die Forderung der BA auf Binnendifferenzierung. Anhand von Fragen und Aufgabenstellungen lassen sich die Bildungs- und Förderplanungen und wiederum aus deren Erkenntnissen die Maßnahmenkataloge zum Umsetzen der erkannten Leistungspotenziale der WerkstattmitarbeiterInnen individuell erstellen.

Die Kooperation mit MICOS soll in zwei Schritten erfolgen. Bereits umgesetzt ist eine integrierte Schnittstelle zwischen der Software der KKA und dem MICOS Modul BEVIA. Im zweiten Schritt kann die KKA direkt in BEVIA erheben und planen.

Mehr Informationen unter: www.kasseler-kompetenzanalyse.de.

Roland Müller, Betriebsleiter Pro Dokument


"mittendrin" - präsentierte Werkstattarbeit im DEZ

Auf der einwöchigen Leistungsschau im Einkaufzentrum DEZ konnten sich die Besucher und geladene Gäste von der Leistungsfähigkeit und Professionalität der Werkstätten für behinderte Menschen in Nordhessen, in denen derzeit rund 4850 Menschen mit Behinderungen beschäftigt sind, überzeugen.

Professionalität und Engagement

"11 Monate intensive Arbeit steckten die Mitwirkenden in den Werkstätten in die Ausstellung "mittendrin" und es hat sich gelohnt", sagt Olaf Stapel, Geschäftsführer der Genossenschaft der Werkstätten (GDW). Mit viel Engagement und Hingabe wurden professionelle Stände organisiert, die dem interessierten Besucher die Vielfalt der Leistungen und die Integration der Werkstätten in die nordhessische Wirtschaft aufzeigten.

Große Bühne im DEZ

Vom 15. bis 20. August 2011 hatten die Besucher des Einkaufszentrum DEZ Gelegenheit, mehr über die Arbeit der nordhessischen Werkstätten Baunataler Diakonie, Hephata Diakonie (Schwalmstadt) und der Kasseler Werkstatt (Sozialgruppe Kassel e.V.) zu erfahren. Zur offiziellen Eröffnung am 16. August kamen über 50 geladene Gäste aus Politik, sozialen Einrichtungen und der Wirtschaft der Region. Die durchweg positiven Reaktionen entschädigten für die viele Arbeit und zeigten klar, wie viel Bedeutung unseren Werkstätten beigemessen wird. So übermittelte Frau Anne Janz, Stadträtin in Kassel, die Anerkennung des Magistrats für die gute Idee, die Öffentlichkeit intensiver über die Leistungen der Werkstätten zu informieren. Von einer Win-Win-Situation berichtete Herr Klaus Missing, Gbr. Bode aus Kassel, der den Erfolg der jahrelangen Zusammenarbeit im Automotivbereich hervorhob. Frau Jutta Siebert vom Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen, zeigte sich begeistert vom Ausstellungstitel "mittendrin", der noch besser als der Begriff "Inklusion" den Grundsatz der aktuellen Arbeit der Werkstätten im Kontext der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beschreibt. Denn hier gilt das Recht aller Menschen auf Teilhabe am Arbeitsleben. Und wie kann dieser Grundsatz besser erfüllt werden, als mit der gemeinsamen Präsentation von Werkstattleistungen mit der nordhessischen Industrie?

Interessierte Besucherfragen

Viele Besucher im DEZ wussten gar nicht, in wie vielen Produkten aus der Region Arbeit der Werkstätten steckt und wie vielfältig das Angebot der Kasseler Werkstatt ist. Von der Verpackung von Teilen für einen Solaranlagenhersteller, über die Metallverarbeitung, bis hin zur Aktenvernichtung, der Landschaftsgestaltung, und der Herstellung von so genannten Fischtreppen reichte unser präsentiertes Angebot.

Mit dem Stand "Bildung" wurde zudem ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit vorgestellt. Denn unseren meist hoch motivierten Mitarbeitern bieten wir gleichzeitig Bildungsangebote, Beratung, Unterstützung und Begleitung im und neben dem Arbeitsleben. Ein wichtiges Argument, denn insbesondere Besucher der Ausstellung, die selber behinderte Kinder haben, informierten sich im persönlichen Gespräch am Bildungsstand über die Arbeit der Kasseler Werkstatt.

Danksagung

Unser Dank gilt allen Beteiligten Kollegen der Sozialgruppe Kassel e.V. sowie der Baunataler Diakonie Kassel, Hephata und der GDW für die Organisation und Durchführung. Zudem danken wir unseren geladenen Gästen für ihr Kommen, den Besuchern im DEZ für ihr Interesse und dem DEZ-Centermanagement für die bereitgestellte Ausstellungsfläche. Darüber hinaus bedanken wir uns bei unseren Auftraggebern aus der nordhessischen Wirtschaft, sowie dem LWV Hessen für die Unterstützungsleistungen im Rahmen der Leistungsschau.

Ein besonderer Dank aus Sicht der Kasseler Werkstatt gilt Herrn Jürgen Orth (Arbeitsvorbereitung, KSW I), der die meiste Arbeit und Organisation für unsere Werkstatt übernahm, sowie unserem Werkstattratvorsitzenden Herrn Olaf Haarbusch, der täglich mindestens zwei Vertreter des Werkstattrates ins DEZ entsendete.

Britta Haldorn
(Leiterin Sozialer Dienst)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wir stellen uns vor im DEZ in der Ausstellung: mittendrin in der Zeit v. 15. – 20.08.2011

Gemeinschaftsaktion nordhessischer Werkstätten für Menschen mit Behinderungen

Flyer


Neu: der Sinnesgarten

Es geht los mit einer seltenen Schönheit ...

... mit einer Elsbeere. Der Baum des Jahres 2011 ist die Elsbeere mit dem Kosenamen "Schöne Else", gekürt vom Kuratorium der Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung. "Das ist genau der richtige Baum für den ersten Spatenstich", sagt Peter Liesert zum Start der Baumaßnahmen zum Sinnes- und Erlebnisgarten bei der Kasseler Werkstatt (Werk 1). Auf einer Fläche von 3.000 qm wird der Besucher inspiriert, die eigenen Sinne durch Farb- und Formenspiele der Natur, Klangkörper, Gerüche, einen Tastund Wassergarten sowie bewusstes Entspannen zu aktivieren und sich selber ein wenig neu zu entdecken.

Mit finanzieller Unterstützung durch die traditionelle Weihnachtsaktion von Betten Kranefuß und vom Extra Tip sind an Spenden 55.000 Euro eingegangen - die kleinste Spende betrug 15 Euro, die größte 15.000 Euro vom Gewinnsparverein der Sparda-Bank. Zusätzlich gibt es Angebote über verschiedene Dienstleistungen, für die keine Rechnungen gestellt werden. So stehen insgesamt Mittel in Höhe von ca. 100.000 Euro zur Verfügung. Ohne diese Mittel könnte der Garten nicht gebaut werden.

Zum Sommerfest der Kasseler Werkstatt am 27. August ist ein Tag der offenen Tür für den neuen Sinnes- und Erlebnisgarten geplant. Wir freuen uns besonders, dass das Konzept dieses Gartens nicht nur die eigene Nutzung vorsieht, sondern auch für andere Interessierte an Sinneserfahrungen offen ist.

Wir bedanken uns bei Betten Kranefuß, beim Extra Tip, der Handwerkskammer Kassel und beim GTL-Landschaftsarchitekt Markus Gnüchtel, der als Gesamtleiter des Projekts seine Planungsleistung ebenfalls kostenlos erbringt. Darüber hinaus gilt unser Dank dem Eltern-und Förderverein der Kasseler Werkstatt, welcher sich mit 7.500 Euro beteiligt hat, und dem Planungsteam AG Sinnesgarten, das von Siegfried Braun und Peter Liesert geleitet wird.

Gerald Reißmann
(Vorsitzender des Vorstands)


Innovationen in Grün

Heinz-Richard Klose, neuer Leiter des Gartenbaus

In meinen ersten zwei Wochen - es war sehr winterlich zur Zeit meines ersten "Amtsaktes" - konnte ich für die MitarbeiterInnen des Garten- und Landschaftsbaus die Anschaffung neuer Winterarbeitsstiefel erreichen, die Freude war groß, und ich war angenommen. Mitte November 2010 habe ich die Leitung des Bereichs Gartenbau der Kasseler Werkstatt übernommen, ich heiße Heinz-Richard Klose, bin verheiratet und habe zwei Kinder. Ich bin gelernter Staudengärtner und habe vor fast 20 Jahren meine Gärtnermeisterprüfung abgelegt. In den letzten 19 Jahren war ich mit einer eigenen Staudengärtnerei selbständig, nach reiflicher Überlegung hatte ich mich aber entschlossen, mich beruflich zu verändern. In meiner langjährigen Selbständigkeit konnte ich durch die Ausbildung junger GärtnerInnen sowie den täglichen Kundenkontakt viel Erfahrung im Umgang mit Menschen sammeln. Diese Erfahrungen helfen mir heute im Umgang mit den MitarbeiterInnen.

Seit dem Eintritt in die Kasseler Werkstatt habe ich schon kleinere Projekte in die Wege geleitet, um neue Vermarktungsgebiete zu erschließen und die MitarbeiterInnen zu motivieren. In diesem Herbst werden wir für interne und externe Kunden einen Überwinterungsservice für Kübelpflanzen anbieten, dieser beinhaltet die fachgerechte Überwinterung, Schnitt- und Düngemaßnahmen, sowie gegen Aufpreis auch einen Hol- und Bringdienst.

Mit einer international tätigen Samenzuchtfirma haben wir eine Zusammenarbeit beschlossen. Es werden ein- und mehrjährige Pflanzen nach Bioland-Richtlinien angebaut, und der geerntete Samen wird im Herbst an diese Firma verkauft.

Weiterhin ist die Kasseler Werkstatt seit Anfang März wieder auf dem Wochenmarkt in Wehlheiden mit einem eigenen Marktstand vertreten, und das seit über drei Jahren geplante Gewächshaus für bessere Produktionsbedingungen im Gartenbau wird in diesem Jahr errichtet.

Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit meinen neuen KollegInnen und den 40 MitarbeiterInnen.

Heinz-Richard Klose
(Bereichsleiter Gartenbau)


Aus zwei Computern wurden 120

Wolfgang Bertram: IT-Beauftragter sowie Informations- und Kommunikationstechnologie-Management

Seit 1990 ist Wolfgang Bertram IT-Beauftrag- ter in der Sozialgruppe Kassel e.V. - und hat den technischen Wandel mit gestaltet.

Was sind Ihre Aufgaben in der Sozialgruppe Kassel?

Am wichtigsten ist, dass alles läuft - um Störungen kümmere ich mich zuerst. Außerdem installiere ich Betriebssysteme und Software, mache Reparaturen und Fehlersuche, unterstütze Kollegen bei Fragen oder Problemen, setze mich mit neuen Techniken auseinander und erstelle IT-Konzeptionen.

Wie hat sich Ihre Arbeit verändert?

Alles ist viel mehr und komplexer geworden. 1990 haben wir die ersten PCs bekommen, das erste Netzwerk bestand aus zwei Computern mit einem Drucker - heute haben wir 19 Server und etwa 120 Computerarbeitsplätze. Dass sich die Anzahl der Server und PCs so stark erhöht hat, liegt auch daran, dass die Kunden mehr auf dem elektronischen Weg erledigen wollen. Auch intern geht sehr viel über Computer: Protokolle, Räume und Autos reservieren und Sitzungstermine vereinbaren. Und es gibt nichts Schlimmeres, als wenn das Mailsystem ausfällt - dann ist wirklich Not.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit?

Dass man schnell Erfolge sieht, im Gegensatz zur sozialen Arbeit, wo man Erfolge eher längerfristig sieht. Auch schön ist, dass man immer neue Sachen lernt. Ich habe zwar Schulungen zu Software-Produkten besucht, aber das Meiste habe ich mir selbst angeeignet. Ich arbeite wirklich gern hier, habe nette Kollegen und bei Computer-Fragen geben sich alle richtig Mühe, haben aber auch keine Scheu zu fragen - das läuft wirklich gut.

Was würden Sie gern verändern?

Mir fehlt ein Stellvertreter. Das heißt, ich nehme Probleme mit in den Urlaub, und wenn ich mal krank bin, denke ich: Läuft das alles? Es wäre schön, wenn man wüsste, dass die EDV bei jemandem in guten Händen ist.

Ist Ihre Arbeit davon beeinflusst, dass Sie in Einrichtungen tätig sind, in der Menschen mit Behinderung arbeiten?

Ich habe vor allem mit den Ange­stellten ohne Behinderung zu tun. Aber aus meiner Zeit im Sozialen Dienst und auch, weil ich mir ein Büro mit einer Kollegin des Sozialen Dienstes teile, habe ich natürlich noch Kontakte zu den Mitarbeitern mit Behinderung und finde das auch positiv. Ich bin ja nicht in die EDV gewechselt, weil ich das im Sozialen Dienst nicht mehr machen wollte - aber da musste ich eben eine Entscheidung treffen. Es gibt auch einige Mitarbeiter mit Behinderung, die Computerarbeitsplätze haben, und das wird noch mehr werden. Menschen mit Behinderung gehen gern an Computer ran, können relativ viel und sind zum Beispiel sehr aktiv in sozialen Netzwerken - da staunt man manchmal.

Was steht in der nächsten Zeit an Herausforderungen für Sie an?

Ein wichtiges Thema in den kommenden Monaten wird die Datenübertragung zwischen den einzelnen Standorten der Sozialgruppe: Glasfaser- oder Drahtkabel sind entweder zu teuer oder übertragen zu langsam, deshalb funken wir. Doch die vielen W-LAN-Netze stören unsere Verbindung und so müssen wir wahrscheinlich auf eine andere Art von Richtfunk umsteigen.

Interview: Nora Wetzel

Wolfgang Bertram (49) macht den IT-Service für die Sozialgruppe Kassel e.V., ist also zuständig für die gesamte EDV. Nach einer Ausbildung zum Energie-An­lagen-Elektroniker bei VW studierte er in Kassel Sozial­ wesen mit dem Abschluss Diplom-Sozialarbeiter/Diplom-Sozialpädagoge. Von 1990 bis 2008 war er in der Kasseler Werkstatt im Sozialen Dienst tätig. Ab 1990 kümmerte er sich zusätzlich zu seiner eigentlichen Tätigkeit um die EDV/IT, 2001 wurde daraus eine halbe und 2008 eine volle Stelle.


Aktenvernichtung anderswo

Besuch in den Bathildisheimer Werkstätten

Da die Absauganlage unserer Aktenvernichtung am 29. März repariert werden musste, nutzten wir die Gelegenheit, um die KollegInnen aus den Bathildisheimer Werkstätten am Standort Neu-Berich bei Bad Arolsen zu besuchen. Dort wurden wir sehr freundlich vom Werkstattleiter Bernd Itter empfangen, der uns mit viel Engagement und offen für jede unserer Fragen durch sein Haus führte. Unsere MitarbeiterInnen sahen eine ganz andere Anlage, als sie aus der Kasseler Werkstatt kennen. Es zeigte sich deutlich der Unterschied zwischen einer Aktenvernichtung im ländlichen Gebiet und unserer im Einzugsgebiet der Stadt Kassel mit einem zehnfach höheren Jahresvolumen.

Der zur Verfügung stehende Platz im Arbeitsraum und auch die maschinelle Ausstattung sind mit unseren nicht zu vergleichen. Aber immer kann man sich bei KollegInnen noch etwas abschauen: Denn auch dort baut das engagierte Personal Vorrichtungen und Hilfsmittel, um den MitarbeiterInnen die Arbeit zu erleichtern oder diese erst möglich zu machen.

Wir waren beeindruckt von einer Ausdrückvorrichtung für die Ordnermechanik, die wir so auch bauen werden, um schwächeren MitarbeiterInnen die Möglichkeit zu geben, diese Arbeit ohne hohen Kraftaufwand zu bewältigen. Interessiert sahen wir uns auch die anderen Bereiche der Werkstatt an, und bei einer abschließenden Tasse Kaffee wurden noch offene Fragen besprochen.

Wir danken Personal und MitarbeiterInnen für den informativen Austausch.

Andreas Wagner
(Gruppenleiter Aktenvernichtung)


Was passiert zwischen halb sieben und halb drei?

Außenarbeitsplätze bei der Firma Neways

Agnes Kurkowiak, Anja Vaupel und Filiz Cifci haben seit Anfang 2010 einen Außenarbeitsplatz (s. Kasten) bei der Firma Neways in Kassel-Waldau im Bereich Lagerlogistik. Wie klappt die Zusammenarbeit, wie werden die Herausforderungen am allgemeinen Arbeitsmarkt bewältigt?

In der Lagerlogistik von Neways beginnt der Tag früh; zwischen sechs und sieben Uhr morgens. Von hier aus wird die Fertigung der Firma, die Elektronik für Kunden im Bereich Industrie und Medi­zintechnik herstellt, mit Arbeit versorgt. Zusammen mit ihren Kolleginnen Tanja und Rita Blauert gehen Anja Vaupel und Agnes Kurkowiak ans Werk: Sie bereiten Bauteile vor, bestücken Platinen und beladen rollbare Wagen so mit Teilen, dass diese gleich von dort aus weiter verarbei­tet werden können.

Seit fast einem Jahr sitzen sich die vier Frauen nun an einem Arbeitsplatz gegenüber und sind "sehr zufrieden" mit­ einander. "Anja und Agnes sind sehr nett und hilfsbereit. Wir haben sie hier angelernt, und jetzt unterstützen sie uns. Wir arbeiten eigentlich den ganzen Tag zusammen und haben immer ein Auge darauf, was die beiden machen", erklärt Rita Blauert.

Filiz Cifci sitzt im Nebenraum an einer Maschine und "rüstet auf". Das bedeutet, dass sie kleine Bauteile einzeln in einen Plastikgurt drückt und diesen auf eine Art Filmrolle wickelt. Jetzt kann eine Maschine die Bauteile weiter verarbeiten. Für diese Arbeit muss man sich lange konzentrieren können und motorisch geschickt sein. "Ich habe erst hier gemerkt, dass ich das gut kann", sagt Filiz Cifci. An ihrer Arbeit schätzt sie vor allem, dass "Hände und Klamotten sauber bleiben" und alle KollegInnen ruhig und freundlich sind.

Nebenan arbeitet Anja Vaupel inzwischen an einer Maschine mit Fußpedal und schneidet kleine Bauteile zurecht, bevor sie auf die Platinen gesetzt werden - eine knifflige Arbeit, für die man sich konzentrieren muss. Trotzdem finden die Frauen zwischendurch immer etwas Zeit, miteinander zu plaudern: über das Wetter, Frisuren, Männer, und grade auch über Agnes Kurwokiaks neue Wohnung. Dorthin hat sie ihre Kolleginnen für Sonntag eingeladen - zu einem Plausch außerhalb der Arbeitszeit. Alles ganz normal. Und doch etwas anders.

"Am Anfang waren wir etwas skeptisch, ob das klappt", gibt Bernhard Tesche, Leiter der Lagerlogistik bei Neways, zu. "Aber unsere Geschäftsführung hatte schon einmal gute Erfahrungen mit einer solchen Zusammenarbeit gemacht und deshalb haben wir bei der Kasseler Werkstatt angefragt, ob sie Mitarbeiter hat, die bei uns anfangen möchten." Und so arbei­ten Agnes Kurkowiak, Anja Vaupel und Filiz ­ Cifci nach einem Praktikum bei Neways seit Anfang 2010 auf Außen­arbeitsplätzen in der Firma. Sie sind damit offiziell bei der Kasseler Werkstatt angestellt, werden aber von Neways bezahlt.

"Ich bin erstaunt, wie gut sich alle drei eingearbeitet haben, sich weiter entwickeln - wir haben wirklich tolle Kolleginnen bekommen", sagt Bernhard Tesche. Auch Andreas Schuller, der die Außenarbeitsplätze vermittelt und betreut, ist zufrieden: "Die kümmern sich hier wirklich gut; es liegt ihnen etwas an den drei Frauen. Und die fühlen sich total wohl hier, diese Arbeitsplätze draußen geben ganz viel Selbstbewusstsein." Das ist auch Tanja Blauert (Mitarbeiterin Lagerlogistik und Schwerbehindertenvertretung) aufgefallen: "Sie sind viel freier geworden, offener, flexibler und nicht mehr so ängstlich wie am Anfang."

Nora Wetzel


Der richtige Mann am richtigen Ort

Stefan Bornscheuer hat einen Außenarbeitsplatz bei Pro Dokument

Stefan Bornscheuer sitzt an einem großen Arbeitstisch, vor ihm liegt ein Stapel Dokumente. "Ich mache gerade die Belegvorbereitung", erklärt er und zeigt, was das heißt: Bevor die Dokumente der Kunden gescannt werden, müssen alle Blätter entheftet werden, damit die Maschine sie einzeln einziehen kann. Dazu müssen sie von Büroklammern befreit werden. "Das ist wichtig, damit die Schutzscheiben über den Scannerkameras nicht verkratzen." Auf dem Weg vom Papier zur digitalen Akte gibt es noch weitere Arbeitsschritte wie Indexieren und Verschlagworten. Auch die erledigt Stefan Bornscheuer.

Seit März 2006 arbeitet der 33-Jährige im Dokumenten-Management-Center der Pro Dokument auf einem sogenannten Außenarbeitsplatz. Eva Müller-Eidam, seine Betreuerin bei den Göttinger Werkstätten, findet diese Lösung genau richtig. "In unserem Holzbereich hat Herr Bornscheuer sich nicht wohlgefühlt, aber auf dem regulären Arbeitsmarkt würde es auch nicht klappen. Er hat eine rechts­seitige Lähmung und macht seine Sachen gut, aber es dauert eben."

Und wie kam sie auf Pro Dokument? "Herr Bornscheuer hat eine Ausbildung zum Bürohelfer gemacht - diesen Bereich gibt es bei den Göttinger Werkstätten nicht. Deshalb habe ich Herrn Müller, den Betriebsleiter von Pro Dokument, auf einer Tagung angesprochen, und er war so nett, es mit Herrn Bornscheuer zu probieren."

Und Roland Müller hat es nicht bereut: "Als Stefan hier anfing, habe ich gedacht, er würde nur Dokumente entklammern können. Aber er hat total viel gelernt und macht inzwischen alle Arbeits­schritte. Das hat mich total überrascht und zeigt, wozu Werkstattmitarbeiter fähig sein können, wenn sie entsprechend gefördert werden." Und noch etwas ist dem Betriebsleiter aufgefallen: "Er hat peripheres Wissen. Auch Aufträge, die schon länger zurückliegen, hat er im Blick. Wenn ich etwas über einen älteren Auftrag wissen will, muss ich nur Stefan fragen."

Auch der so Gelobte fühlt sich wohl: "Es gefällt mir gut hier, weil ich alles kann und gut mit allen auskomme." Davon kann man sich schon bei einem kurzen Besuch überzeugen: Mit einem Kollegen diskutiert er am liebsten über die Kassel Huskys, andere scherzen beim Anblick der Facetten-Journalistin, jetzt könne er das ja bald professionell machen - erst vor Kurzem sei er für eine andere Zeitung interviewt worden. Stefan Bornscheuer nimmt's gelassen und fasst seine Arbeit so zusammen: "Hier ist es interessanter und auch etwas komplizierter als in der Werkstatt."

Nora Wetzel


Pfiffikus bundesweit maßstabsetzend

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. hat drei innovative Initiativen für den Preis exzellent:bildung nominiert. Das Bildungsreferat Pfiffikus, das sich in der Kasseler Werkstatt seit 2005 für berufliche, Alltags- und Persönlichkeitsbildung engagiert, gehört in der "Werkstättenlandschaft" zu den drei Initiativen, die bundesweit Maßstäbe setzen und zur Nachahmung aufrufen.

Pfiffikus entwickelt in erster Linie arbeitsbezogene Fortbildungsangebote. Die MitarbeiterInnen mit Behinderung sollen ihre Fachkompetenzen erweitern können, ihre Selbständigkeit soll gefördert und ihre Handlungskompetenz erweitert werden. Ziel ist es zudem, ein lebenslanges Lernen zu ermöglichen und die Arbeitszufriedenheit zu steigern.

Auf der Werkstätten:Messe im März in Nürnberg wurde der Preis von der bayrischen Staatsministerin für Arbeit und Soziales Christine Haderthauer überreicht. Herzlichen Glückwunsch!


Begleitung durch aha e.V.
Leben in eigener Regie und Unterstützung nach Maß

Jahren in der Kasseler Werkstatt beschäftigt, dort haben sie sich kennen und lieben gelernt. Schon nach kurzer Zeit ist Anja zu Axel gezogen, obwohl ihre Großmutter, bei der sie lebte, große Bedenken hatte. Ihr Wunsch, gemeinsam in eigener Wohnung zu leben, wurde vom Verein Ambulante Hilfen im Alltag (aha e.V.) in Zusammenarbeit mit dem Sozialen Dienst und GruppenleiterInnen der Werkstatt begleitet.

Anja und Axel fanden bei aha e.V. und in der Werkstatt BetreuerInnen, die sie ernst nahmen. Mit ihnen konnten sie über die Probleme reden und gemeinsam nach Lösungen suchen. Inzwischen sind sie glücklich verheiratet. Beide leben in einer gemeinsamen Wohnung in Lohfelden. Jeder bekommt Unterstützung im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens durch einen Bezugsunterstützer und zwei Sozialpädagogen von aha e.V. Axel ist mit einem Unterstützer sogar seit rund 14 Jahren der erste Kunde des Ambulant Betreuten Wohnens bei aha e.V. Nach Absprache kommen die Unterstützer in der Regel einmal die Woche zu ihnen, um über alle wichtigen Dinge zu reden, sie zu Ärzten zu begleiten usw.

Zusätzlich erhält Anja Assistenz bei alltäglichen Verrichtungen (Körperpflege, Haushalt usw.), die sie wegen einer halbseitigen Lähmung nicht allein machen kann. Ihre Assistenten kommen dreimal in der Woche, dann wird gemeinsam aufgeräumt, eingekauft, gekocht und so weiter. Durch die Hilfen hat Anja auch sehr schnell gelernt, allein mit Bus und Straßenbahn zu fahren. Schließlich war auch die Großmutter sehr stolz auf Anja, die ihr zeitweise noch helfen konnte, bevor sie verstarb.

Ebenso wie Anja und Axel bietet aha e.V. auch anderen Menschen mit Behinderung Beratung und Unterstützung zu allen Themen und Problemen, um ein Leben nach eigenen Vorstellungen zu ermöglichen. Die Bemühungen von aha e.V. erfolgen auch in Zusammenarbeit mit dem Sozialen Dienst. Neben Beratung zu allen Fragen und Ambulant Betreutes Wohnen gibt es bei aha e.V. noch weitere Angebote: Assistenz bei Bedarf auch bis zu 24 Stunden (pflegerische und hauswirtschaftliche Hilfen, Begleitung, Mobilitätshilfen), Begleitetes Wohnen in Gastfamilien, regelmäßige Freizeitgebote wie auch Unterstützung zur Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen (z. B. Kino, Volkshochschule, Freizeit- und Sportaktivitäten von Vereinen).

Matthias Windisch (aha e.V.-Vorstand)


Im ,Rewirpowerstadion‘
Bundesliga-Fahrt der Kasseler Werkstatt

Nach all dem langen Warten ging es endlich los: Erlebnis Bundesliga mit all dem Kribbeln im Bauch, das schon in der Woche vor dem Anpfiff langsam immer heftiger wurde. Dann auch noch diese klasse Ausgangslage: Bochum gegen Hannover! Ausverkauftes Haus – und der Verlierer steigt ab.

Die Vorfreude steigerte sich bis zum 8. Mai, dem Termin unserer Fahrt. Es ging nach dem Treff am Auestadion in zwei Bussen mit 16 Mitarbeitern und Betreuern geradewegs zum Rewirpowerstadion nach Bochum. Nach einem kleinen Imbiss ging es auf unsere Plätze, wo wir die Atmosphäre so richtig aufsaugten. Links von uns eine rote Wand mit Fans aus Hannover und rechts die Blauen. Jeder machte Stimmung, und es war unbeschreiblich laut.

Das Spiel selbst war schnell entschieden, denn nach der ersten Hälfte führte Hannover 3:0, was später auch das Endergebnis war. Hannover feierte, und die Bochumer ließen ihrem Frust freien Lauf, sodass die Polizei eingreifen musste.

Wir blieben noch ein wenig auf unseren Plätzen, bis sich alles etwas beruhigt hatte, und machten uns dann auf den Heimweg. Nach einem leckeren Abendessen ging es zurück nach Kassel, wo wir uns am Ende einig waren: Es war ein richtig toller Tag mit unheimlich schönen Eindrücken.

Marco Möller, Jürgen Ramdohr (Betreuer)


Tolle Stimmung im A7

Die 18. Disco-Party für die MitarbeiterInnen der Kasseler Werkstatt und der Baunataler Diakonie war wieder ein voller Erfolg. An die 1.000 BesucherInnen feierten an diesem Nachmittag im Musikpark A7. Der Eintritt war wie immer frei, die Getränkepreise waren sehr günstig.

In allen Bereichen des A7 wurde ein ganz normaler Diskobetrieb mit tollen Lichteffekten geboten. Die Disk-Jockeys Timo La Funk und Mike Kroonen präsentierten Hits der letzten zehn Jahre. Einer der Höhepunkte war auch diesmal die Plüschtierverlosung und der Stofftierregen. Stolz präsentierten die MitarbeiterInnen ihre Gewinne. Eine Spende von 1.000 Euro ging wieder je zur Hälfte an die Kasseler Werkstatt und an die Baunataler Werkstätten. Herzlichen Dank an die Diskobetreiber Rainer Reichert und Verena Kohl und deren Mitarbeiter, die diese bei unseren MitarbeiterInnen so beliebten Veranstaltungen mit großem Engagement organisieren und durchführen!

Elisabeth Ykelen (Sozialer Dienst)


Wissbegierde und … Fernweh
Flughafenbesichtigung in Paderborn-Lippstadt

Im Rahmen der zusätzlichen Bildungsmaßnahmen fuhren wir erstmals im Juni mit einer auserlesenen Truppe von sieben Personen nach Paderborn, um uns das Geschehen auf einem Flughafen mal genauer anzusehen. Wir wurden von einem ,Tour Guide’ in Empfang genommen. Da sich der Flughafen im Umbau befand, herrschte reges Treiben in den Ankunfts- und Abflug-Hallen. Trotzdem wurden alle Informationen von den Teilnehmern wissbegierig aufgenommen und eine Menge Fragen zum besseren Verständnis gestellt. Dann wurde es spannend.

Da wir uns in den nicht öffentlichen Bereich begeben sollten, mussten wir uns selbstverständlich auch einem Sicherheitscheck unterziehen. Zuerst mussten wir, wie bei einer richtigen Flugreise, unsere Ausweise vorzeigen bzw. abgeben und bekamen dafür Besucherausweise. Dann hieß es: Taschen leeren, Gürtel und Jacken ausziehen und schließlich durch die bekannten Schleusen. So wurde kontrolliert, ob niemand spitze Gegenstände wie Scheren oder Messer mit sich führte. Das Ganze geschah in einem Bereich, der normalerweise Politikern, Prominenz und anderen wichtigen Persönlichkeiten vorbehalten ist. In einem Bus fuhren wir mit unserem Guide auf das Vorfeld des Flughafens. Von dort aus hatten wir beste Sicht auf das Ent- und Beladen von Flugzeugen sowie das Betanken. Wieder gab es reichliche Informationen und wieder wurden eine Menge Fragen gestellt.

Vorbei an großen Ferienfliegern ging es weiter zur Halle der Flughafenfeuerwehr. Aus nächster Nähe konnten wir bei bestem Wetter startende und landende Flugzeuge beobachten. Zum Abschluss fuhren wir noch zu einem riesigen Hangar von Air Berlin, der zur Wartung zwei große Flugzeuge zugleich aufnehmen kann. Dann neigte sich unsere Besichtigung auch leider schon dem Ende zu. Ein lohnender Ausflug, von dem leider ein kleines bisschen Fernweh übrig blieb bei den Teilnehmern Jan Borgmann, Boo-Felix Hankel, Tim Lerch, Jörg Möller, Dieter Schake, Kai-Uwe Vogel und Waldemar Weigelmann.

Dieter Schake, Waldemar Weigelmann


Schön war‘s
Sommerfest der KSW

Bei schönstem Sommerwetter und heißen 30 Grad feierte die Kasseler Werkstatt am 26. Juni ihr traditionelles Sommerfest, das erstmalig an einem Samstag stattfand. Auch in diesem Jahr gab es für die weit mehr als 500 gut gelaunten BesucherInnen ein abwechslungsreiches Programm. Neben dem Streichelzoo und dem Ponyreiten begeisterte auch das Bogenschießen die BesucherInnen. Darüber hinaus verschaffte das Bungee-Trampolin den MitabeiterInnen und deren Angehörigen viele positive Emotionen.

Für viel Aufsehen sorgte auch der in alle Einzelteile zerlegte VW Tiguan, der dankenswerter Weise durch das OTC-Baunatal zur Verfügung gestellt wurde. Abgerundet wurde das Programm durch das Duo Madison, das wieder mit allerlei Hits sowie der Elvis-Show die BesucherInnen begeisterte. Darüber hinaus bescherten auch der neu formierte Werkstattchor unter Leitung von Horst Wissel sowie die Märchenfee Andrea C. Ortolano viele schöne Momente.

Ein weiteres Highlight war eine Tombola mit tollen Preisen wie z. B. einem Wochenende mit einem alten ,Mexiko- Käfer’. Insgesamt konnten bei der Tombola 1.153 Euro zugunsten des Baus des Brüder-Grimm-Sinnespfades in der KSW 1 eingenommen werden.

Unser Sommerfest war dank aller Akteure, der fleißigen HelferInnen, der Sponsoren und Gäste ein gelungenes Fest.

Andreas Schuller (Sozialer Dienst)


Briefe für die 1, ein Päckchen zum Holzmarkt
Herbert Kepper: zuständig für die ,interne Posttour’

Herbert Kepper ist Mitarbeiter im Arbeitsbereich 3 der Kasseler Werkstatt (KSW) 2. Hier arbeitet er an verschiedenen Maschinen wie z. B. CNC-Bearbeitungszentren, Bohr- und Gewindeschneidmaschinen. Seit 2009 ist er zusätzlich für die Posttour zwischen den Einrichtungen der KSW und der Geschäftsstelle im Holzmarkt zuständig.

„Vormittags fahre ich Briefe und Pakete von hier aus zur Werkstatt 1 und dann noch zur Geschäftsstelle im Holzmarkt“, erzählt er. „Mein Gruppenleiter hat mich angesprochen, ob ich Lust hätte, das zu machen, und ich habe mir gedacht: Warum nicht?“ Bis jetzt hat er die Zusage nicht bereut; die Arbeit mache Spaß: „Es ist ganz gut, zeitweise ein bisschen anstrengend, wenn viel zu transportieren ist. Dann muss ich mich darum kümmern, dass ich einen Beifahrer bekomme. Besser als in der Werkstatt ist, dass man da mal alleine ist, abspannen kann und einem niemand dazwischen redet.“

Dass er hier Verantwortung trägt, ist ihm bewusst. „Man kann sein eigenes Ding machen – aber das darf man auch nicht übertreiben. Wenn ich zwischendurch nach Hause fahre und Kaffee trinke – das geht nicht.“

Herr Kepper findet es gut, gebraucht zu werden und erzählt: „Als ich einmal aus dem Urlaub gekommen bin, hab ich meinen Chef ein bisschen geärgert und zu ihm gesagt: ,Na, ihr habt jetzt ja den Ersatzfahrer, dann braucht ihr mich ja nicht mehr.’ Aber er meinte: ,Nee, wir wollen dich haben.’“ Und auch für Herbert Kepper steht fest: „Ich will diese Arbeit weitermachen und sehe keinen Grund, warum nicht.“

Seit vier Jahren arbeitet er in der KSW. „Vorher habe ich draußen gearbeitet, aber dann gab es in dem Betrieb eine Umstrukturierung, und mein Chef meinte, er bräuchte jemanden, der lesen und schreiben kann. Ich habe dann versucht, etwas Anderes zu finden, aber das hat nicht geklappt. Und dann habe ich hier angefangen.“

Seit nunmehr einem Jahr ist Herbert Kepper ein Mitarbeiter, der zuverlässig die Botenfahrten zwischen den Teilbereichen der Sozialgruppe auf einer festen Tour übernommen hat. Im Vorfeld stand eine Qualifizierung Vom Mitarbeiter zum Produktionshelfer, an der bisher sieben MitarbeiterInnen des AB 3 teilgenommen haben.

Ziel dieses Angebotes ist die Qualifizierung von MitarbeiterInnen möglichst bis hin zur Übernahme in ein Arbeitsverhältnis in der Sozialgruppe Kassel e.V. beziehungsweise die Vermittlung in ein Arbeitsverhältnis auf dem ersten Arbeitsmarkt. Dieses Ziel konnte nach zwei Jahren Qualifizierung von zwei MitarbeiterInnen erreicht werden. Wenn auch dieses Ziel für die anderen fünf noch nicht zu erreichen war, so stellen wir doch bei allen Beteiligten einen Qualifizierungssprung fest; insbesondere in sozialen Kompetenzen, aber auch bei Arbeitstugenden. Die fünf MitarbeiterInnen, die den Sprung zum Produktionshelfer noch nicht bewältigt haben, wurden in die Lohngruppe 6b eingruppiert und leisten hervorragende Arbeit. Für alle anderen MitarbeiterInnen der Kasseler Werkstatt sind sie zu einem Vorbild geworden – dazu gehört auch Herbert Kepper.

Das Foto zeigt Herbert Kepper vor seinem Arbeits-Auto, einem VW Fox. Manchmal fährt er auch größere Wagen, „aber mit dem hier fahre ich am liebsten“.

Nora Wetzel, Frank Heinemann (Bereichsleiter AB 3)


Geistig und psychisch beeinträchtigt
Fortbildung zum Thema Doppeldiagnose

Doppeldiagnose – Jedes Verhalten macht Sinn – Umgang mit auffälligen Verhaltensweisen in der WfbM – um dieses komplexe Thema zu bearbeiten, trafen sich am 19. und 20. Februar die Gruppenfachkräfte, der Bereichsleiter und der zuständige Soziale Dienst des Arbeitsbereiches 2 zu einer Inhousefortbildung. Der Fokus: Menschen mit Doppeldiagnose, also mit einer geistigen und einer psychischen Beeinträchtigung.

Mit Thomas Beer, Diplom-Psychologe und Diplom-Pädagoge mit Erfahrung in der Werkstattarbeit, konnten wir über die Lebenshilfe einen fachkompetenten Dozenten gewinnen, nach kurzer Zeit stand fest: Zwischen ihm und den Teilnehmern der Fortbildung „stimmte die Chemie“.

Die Anpassung im sozialen Umfeld fällt Menschen mit Doppeldiagnose schwer, sie haben oft Probleme gerade im zwischenmenschlichen Bereich. Das Erleben und Handeln ist durch die Störung der Wahrnehmung, des Fühlens, des Denkens und der Erlebnisverarbeitung verändert und daher für Außenstehende oft schwer zu verstehen. Daraus resultieren Verhaltensweisen, die im Werkstattalltag für Schwierigkeiten sorgen und die Gruppenfachkräfte und den Sozialen Dienst an Grenzen bringen.

Wie muss die Arbeit für Menschen mit Doppeldiagnose organisiert sein? Muss ich merkwürdiges Verhalten unterbinden? Kann ich ein solches Verhalten akzeptieren, sofern es mich und andere Menschen nicht verletzt bzw. einschränkt? Macht die Installierung einer speziellen Gruppe mit vorwiegend psychisch behinderten MitarbeiterInnen Sinn, oder ist die Schaffung einer ,Insel’ nur sehr schwer umzusetzen? Wann macht zu viel Struktur krank? Wie sollte die Fort- und Weiterbildung für Gruppenfachkräfte, die mit diesem Personenkreis arbeiten, aussehen? Wie kann ich jemanden, der sich von allem fernhält und in ,seiner eigenen Welt’ lebt, besser in das Gruppengeschehen integrieren?

Diese und noch viele andere Fragen wurden in den beiden Tagen beantwortet und besprochen, außerdem arbeiteten wir intensiv an Fallbeispielen praktische und umsetzbare Erkenntnisse heraus.

Nach zwei Tagen konzentrierter Arbeit ging das Team des Arbeitsbereichs 2 hochmotiviert und gestärkt nach Hause, mit der Zuversicht, die neuen Ideen und Impulse in der täglichen Arbeit anwenden zu können und für Krisen gewappnet zu sein.

Heike Klöckl (Sozialer Dienst)


„Und jetzt die Hände zum Himmel ...“
Zehn Jahre Tanznachmittage mit Sven Winkel

Mit Rock ‘n‘ Roll, Country-Musik und Schlagern sorgt Sven Winkel beim Tanznachmittag am 11. September für gute Stimmung. Das tut er nicht zum ersten Mal. „Ich komme schon seit vielen Jahren hierher“, sagt Michael Viehmann, der in den Caldener Werkstätten arbeitet. „Hier trifft man immer viele Leute. Und ich kenne auch die Küchenchefin, die den Kuchen hier selber backt, der ist echt gut.“ Er ist mit einer Freundin auf dem Weg zum Tanznachmittag in der KSW 2, den der Eltern- und Förderverein der Kasseler Werkstatt zweimal im Jahr organisiert.

„Diese Veranstaltung ist für Behinderte, die nicht so viel Geld haben, um in die Disco zu gehen. Hier sind die Leute unter sich und können sich privat treffen. Das ist sonst oft nicht möglich, weil sie immer einen Betreuer brauchen. Außerdem wird man bei Veranstaltungen wie Discos sehr schnell ausgegrenzt, wenn man ein bisschen anders ist“, sagt Meta Girod, die im Vorstand des Vereins mitarbeitet. Sie ist mit ihrer Tochter Steffi gekommen, die erst später tanzen will. Auch sie war schon oft hier, trifft Freunde und isst erst einmal etwas.

Während viele noch bei Kaffee und Kuchen zusammensitzen, beginnt Sven Winkel mit seiner Show. Jürgen Drews, Ein Stern, der deinen Namen trägt, Der Mann im Mond, Country-Musik: Der Entertainer weiß, was den Gästen gefällt – schließlich spielt er hier seit zehn Jahren. Zur Feier des Bühnen-Jubiläums wird er noch als Elvis, als ,King of Rock ‘n‘ Roll’ auftreten. „Und jetzt die Hände hoch, ihr kennt das Spiel!“, ruft er, als der Refrain losgeht, und die TänzerInnen lassen sich nicht lange bitten.

„Die Leute gehen hier sehr schnell mit“, sagt er in der Pause. „Die saugen das richtig auf. Und sie überlegen nicht lange, bevor sie auf die Tanzfläche gehen, sondern legen einfach los und machen ihr Ding.“

Auch Michael Viehmann hat inzwischen schon getanzt und macht eine kurze Pause. „Ich kenne hier fast alle, und die Musik ist gut“, erzählt er, plaudert dann kurz mit anderen Gästen – und geht wieder tanzen.

Nora Wetzel


Man darf nie nachlassen
Interview mit Heike Klöckl (Sozialer Dienst in der KSW)

Warum haben Sie sich für den Beruf Sozialarbeiterin entschieden?

Nach dem Abi habe ich ohne wirkliche Überzeugung erst mal eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau gemacht. Kurz nach Beginn der Ausbildung wusste ich dann allerdings sehr schnell, dass ich Sozialwesen studieren wollte. Die Arbeit sollte sich mehr um den Menschen drehen und weniger um den Papierkram. Während meiner berufspraktischen Studien war ich fünf Monate in den Baunataler Werkstätten tätig. Ich hatte vorher noch keine praktischen Erfahrungen in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, aber die Tätigkeit dort hat mir so viel Spaß gemacht, dass mir klar wurde, dass ich in diesem Arbeitsfeld meine berufliche Zukunft sah.

Beschreiben Sie bitte Ihre heutige Stelle und die damit verbundenen Aufgaben.

Gleich meine erste Stelle nach dem Studium bekam ich hier in der Kasseler Werkstatt als Sozialarbeiterin im Sozialen Dienst. Ich war zwar für unterschiedliche Bereiche zuständig, aber im Grunde habe ich diese Stelle immer noch. Ich bin Ansprechpartnerin für über 160 Mitarbeiter und sorge dafür, dass es ihnen an ihrem Arbeitsplatz gut geht. Ich arbeite übergreifend und habe Kontakt zu allen: dem Mitarbeiter, seinen Eltern bzw. gesetzlichen Betreuern, dem Leistungsträger sowie den Wohnheimen und den Kollegen vom Betreuten Wohnen. Aufnahmeformalitäten erledigen, Berichte verfassen und Bildungspläne absprechen gehören ebenfalls zu meinen Aufgaben.

Was mögen Sie an Ihrem Beruf, was nicht?

Meine Arbeit bleibt immer spannend, jeder Tag ist anders, nie langweilig! Man kann davon ausgehen, dass man die Hälfte von dem, was man sich für den Tag vorgenommen hat, nicht schafft, weil aktuelle Dinge hinzukommen, aber gerade diese Herausforderungen machen den Job so interessant. Außerdem haben wir hier ein tolles Team, ich habe sehr gute Kollegen und wir arbeiten wirklich Hand in Hand.

Was ich nicht mag, ist, dass die Verwaltungsarbeit im Laufe der Zeit immens zugenommen hat, weil ich dadurch weniger Zeit für die Mitarbeiter habe. Ich gehe trotzdem alle zwei Tage durchs Haus, bin immer ansprechbar. Auch zu den Kollegen Kontakt zu halten und sich auszutauschen, ist wichtig. Deshalb ist meine Bürotür auch immer offen.

Gibt es ein Arbeitsethos, einen Grundsatz, der Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders wichtig ist?

Man darf in diesem Job nie nachlassen, muss immer neue Ideen haben. Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter gerne und motiviert an die Arbeit kommen. So haben wir das Bildungsreferat Pfiffikus aufgebaut oder haben für Mitarbeiter, die nicht so lange arbeiten können, einen Ruheraum und einen Kreativraum eingerichtet. Es muss eine Weiterentwicklung stattfinden.

Außerdem ist es mir wichtig, die Mitarbeiter ernst zu nehmen und auf Augenhöhe miteinander zu sprechen.


dOCUMENTA (13)
Wir waren dabei …

… als die erste Skulptur am 21. Juni 2010 in der Karlsaue eingeweiht wurde! Sie ist ein Geschenk der künstlerischen Leiterin der dOKUMENTA (13) an die BürgerInnen Kassels. Carolyn Christov-Bakargiev sagte bei der Einweihung, dass sie die Kasseler mitnehmen will auf dem Weg bis zur Eröffnung der Kunstausstellung im Juni 2012.

Zwischen der Gustav-Mahler-Treppe und dem Ehrenmal in der Karlsaue steht er jetzt, der 9 m hohe Bronzebaum, ein Abguss eines abgestorbenen Haselnussbaumes. In seiner Krone liegt ein Stein. Idee di Pietra (Ansichten eines Steins) nennt der italienische Künstler Giuseppe Penone sein Werk.

Neben der Skulptur, die wie ein echter Baum aussieht, wurde eine kleine Stechpalme gepflanzt, die – wie Carolyn Christov-Bakargiev sagte – hoffentlich schön wächst in den nächsten zwei Jahren bis zur Eröffnung der weltweit größten Kunstausstellung.

Der Künstler sagte im Rahmen eines Interviews, dass es Sinn und Ziel der Malerei sei, zu bedecken. Ziel einer Skulptur hingegen sei es, etwas aufzudecken, etwas ans Licht zu bringen! Die Malerei unterliege der Schwerkraft, die Skulptur drücke die Kraft aus, die der Schwerkraft entgegen wirke, die der Schwerkraft entfliehe – das sei die „Kraft des Lichts“. Die Welt der Pflanzen entfliehe ebenfalls der Schwerkraft, sie werde vom Licht bestimmt, sie lebe und wachse aufgrund des Lichts. „Das Licht zieht das Gewicht der Zweige und Blätter an.“ So sieht es auch aus: Als wäre der Baum unter dem Gewicht des Steins emporgewachsen, als hätte er ihn auf seinem Lebensweg gen Himmel getragen.

Die MitarbeiterInnen sind neugierig und daran interessiert, den Weg zur d (13) mitzugehen und die Aktionen der künstlerischen Leiterin aktiv mitzuerleben. Giuseppe Penone, Carolyn Christov-Bakargiev und Oberbürgermeister Bertram Hilgen ließen sich mit unseren MitarbeiterInnen vor der Skulptur fotografieren und filmen. Ein Kurzfilm über die gemeinsame Aktion wird während des Adventsbasars 2010 in der KSW 1 gezeigt.

Elisabeth Ykelen (Sozialer Dienst)


Berufliche Bildung mit Freiheiten
Ein Raum zum Hämmern, Feilen und Sägen

Die Holzwerkstatt ist eine Projektwerkstatt im Berufsbildungsbereich (BBB). In diesem lernen die MitarbeiterInnen der Kasseler Werkstatt (KSW) zwei Jahre lang verschiedene Tätigkeiten kennen, bevor sie in einen Arbeitsbereich wechseln. "Projektwerkstatt bedeutet, dass wir keinen Produktionsdruck haben. Die Mitarbeiter lernen, mit einem weiteren Werkstoff umzugehen und können kreativ sein", sagt Gruppenleiter Markus Grote. Der BBB ist für Menschen mit einer Behinderung die Vorbereitung auf das Arbeitsleben innerhalb oder außerhalb der Werkstatt. Hier findet eine berufliche Bildung statt, die je nach Gruppe und Wunsch der MitarbeiterInnen unterschiedliche Schwerpunkte haben kann. "Wir gestalten das so individuell, wie nur irgend möglich. Alle bekommen hier ihren eigenen Bildungsplan", so Grote.

Maximal vier Personen arbeiten gleichzeitig in der Werkstatt und bauen Vogelhäuser, Brettspiele, Holztiere - jeder kann sich etwas aussuchen. Die fertigen Werkstücke können mit nach Hause genommen werden; vieles wird auf dem Adventsbasar verkauft. Auch innerhalb der KSW sind die Produkte der Holzwerkstatt sehr gefragt: Hier werden nämlich auch Arbeitstische, Infotafeln oder spezielle Vorrichtungen zur Arbeitserleichterung hergestellt.

Patrizia Janas (25)

Was war an Ihrem Werkstück schwierig?

Das Vogelhäuschen zusammenzubauen, war kompliziert, das Anstreichen war dann ganz einfach.

Woran arbeiten Sie jetzt?

Jetzt baue ich eine Futterstelle mit Vogelbad. Sie hat verschiedene Becken, in die man Futter, Wasser oder Sand füllen kann.

Was haben Sie hier gelernt?

Ich habe vorher schon mal mit Holz gearbeitet, aber ich lerne hier viel dazu. Markus zeigt mir ganz schön viel.

Wo möchten Sie später arbeiten?

Nach der Holzwerkstatt möchte ich in die Kabelabteilung. Die meisten finden das langweilig, ich aber nicht.

David Klemmstein (18)

Was war am Bau des Vogelhauses schwierig?

Das Schrauben ging manchmal nicht so gut, die Schrauben drehen leicht durch - dann hat Markus mir geholfen.

Was haben Sie hier gelernt?

Ich habe gelernt, mit Holz zu arbeiten, obwohl es nicht das erste Mal für mich war. In der Schule habe ich auch schon einmal einen Tischtennis-Schläger gebaut.

Wo würden Sie später gern arbeiten?

Das weiß ich noch nicht.

Ertugrul Eryilmaz (19)

Was war die Herausforderung an Ihrem Werkstück?

Ich habe einen Elch und einen Hasen gebaut. Man muss die fertigen Teile dann so schleifen, dass die Kanten ganz glatt sind. Anschließend habe ich die Tiere angemalt.

Was haben Sie in der Holzwerkstatt gelernt?

Wie man mit Farben umgeht, zum Beispiel, welche Farbe man wofür benutzen kann.

In welchem Bereich möchten Sie später arbeiten?

Das ist mir eigentlich egal.

Justina Keim (18)

Ist es schwierig, ein Brettspiel zu bauen?

Um die Löcher zu machen, in die später die Figuren gesetzt werden, braucht man viel Kraft, gleichzeitig muss man genau treffen. Das ist nicht so einfach, aber ich hab’ es gut hinbekommen.

Haben Sie Ihr Spiel auch schon selbst ausprobiert?

Ja, das habe ich zu Hause. Vor kurzem habe ich auch mit meinem Bruder gespielt - aber leider nicht gewonnen.

Wo möchten Sie später arbeiten?

Ich habe meinen Wunschbereich noch nicht gefunden, aber das werde ich schon noch. Demnächst mache ich ein Praktikum im Verpackungsbereich.

Nora Wetzel


Draußen eine Chance
Arbeit, mit der man sich wohlfühlt

Draußen arbeiten - das trifft für David Volk und Sascha Mühlhausen gleich zweimal zu. Sie arbeiten nicht nur außerhalb der Kasseler Werkstatt (KSW), sondern sind auch im Bauhof der Gemeinde Kaufungen immer draußen unterwegs: David Volk kümmert sich mit zwei anderen Kollegen um die Spielplätze in Kaufungen, Sascha Mühlhausen (25) arbeitet seit zwei Jahren auf dem Friedhof. Beide fühlen sich wohl hier. "Ich mag am Friedhof die Ruhe", sagt Sascha Mühlhausen und auch David Volk arbeitet gern im Bauhof. "Die Werkstatt, das war nicht so richtig meine Heimat", sagt er.

Das bemerkte auch Andreas Schuller, der in den KSW für die berufliche Integration zuständig ist und dem 21-Jährigen im März 2009 ein Praktikum beim Bauhof vermittelte. Hier arbeitete auch schon Sascha Mühlhausen, der zuvor ebenfalls in der KSW beschäftigt war. Mit der Arbeit im Bauhof bekommen beide eine Chance, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt zu beweisen. Wie 17 andere MitarbeiterInnen sind sie immer noch bei den KSW beschäftigt, haben aber einen Außenarbeitsplatzvertrag mit dem jeweiligen Arbeitgeber, der jedes Jahr verlängert werden kann. "Wir haben mit Sascha sehr gute Erfahrungen gemacht, und mit David hat es auch sehr gut geklappt", sagt Bauhofleiter Rolf Rauschkolb und betont, dass beide unverzichtbare Arbeitskräfte sind. "Wenn Sascha und David nicht mehr da wären, wäre hier ein Riesenloch."

Für Kaufungens Bürgermeister Peter Klein war wichtig, dass beide Seiten von der Anstellung profitieren: "Sie sollen hier ja nicht billige Arbeitskräfte sein, die irgendetwas machen, sondern die Möglichkeit bekommen, sich weiterzuentwickeln." So war für David Volk die Spielplatzpflege, nachdem er in der KSW als Gärtner gearbeitet hatte, etwas Neues. In seinem Arbeitsbereich übernimmt er Verantwortung, zum Beispiel dafür, dass alles sauber ist. So sei es sehr wichtig, darauf zu achten, dass in den Sandkästen keine Scherben liegen, damit sich niemand verletze, erklärt Schuller.

Sascha Mühlhausen hat am Anfang vor allem den Rasen gemäht, aber inzwischen bereitet er auch Trauerfeiern vor. "Auf dem Friedhof muss man sehr gewissenhaft arbeiten", sagt Rauschkolb. Man müsse beim Mähen vorsichtig sein, dürfe die Gräber nicht beschädigen, und auch auf die Menschen, die den Friedhof besuchen, müsse man sich einstellen. Das ist für Sascha Mühlhausen kein Problem: Einer älteren Dame die Gießkanne zum Grab zu tragen gehört dazu, wenn er Besucher auf dem Friedhof trifft, grüßt er freundlich - und das kommt gut an. "Wenn Sascha mal nicht da ist, wird nach ihm gefragt; er gehört eben dazu", sagt Andreas Schuller.

Nora Wetzel


Vom Traum, arbeiten zu dürfen
Im Förderbereich bietet die Kasseler Werkstatt auch schwer behinderten Menschen die Chance auf eine Beschäftigung

Sein grauer Kapuzenpulli im XXL-Format dient während der Arbeit als willkommener Rückzugspunkt. Holger, 21, ist Autist - er sucht die Abgeschiedenheit. Vor vier Jahren, als Holger in den Förderbereich der Kasseler Werkstatt kam, schlich er beim Mittagessen immer in eine einsame Ecke des großen Speisesaals. Tag für Tag. Heute dagegen setzt er sich schon mal an den Nachbartisch, Holger ist zugänglicher geworden. "In den letzten Monaten hat er große Fortschritte gemacht", sagt Bereichsleiter Thomas Pfeiffer. Dann allerdings, wenn Konzentration gefragt ist, möchte Holger nach wie vor ganz für sich alleine sein. Befestigungsknöpfe für Autofußmatten soll er verpacken, und er tut das mit der übergroßen Kapuze auf dem Kopf, so, als wäre nichts um ihn herum, als würde er ganz in seiner eigenen Welt leben.

Mehr als 100 der kleinen, schwarzen Teilchen hat er schon in die durchsichtigen Plastikhüllen getan, hat jede mit einem speziellen Gerät zugeschweißt und dann die fertigen abgelegt. "Wenn Holger will", meint Pfeiffer, "dann kann er sehr effektiv arbeiten." Jetzt, in diesem Moment, da will er. Sein Gesicht ist zwar verhüllt, aber die Hände verraten ihn, verraten Freude und Begeisterung. Sie arbeiten schnell, zielgerichtet, genau. Ein paar Minuten später dann gar nicht mehr. Ohne Vorwarnung lässt sich Holger auf den Boden fallen, er verkrampft und schreit. An Arbeit ist erst mal nicht mehr zu denken.

Holger ist kein Einzelfall. Neben ihm sitzen Erkut und Hans-Hermann, Thomas und Ilona, dazu Sabine und Marius im Rollstuhl, die hier alle Verpackungsarbeiten erledigen - wenn sie können. Insgesamt 60 Behinderte im Alter von 17 bis 65 Jahren werden Pfeiffer und seine Kollegen betreut. Es sind Menschen, deren Handicaps einer ständigen individuelle Betreuung auszukommen, die aber in guten Phasen trotzdem wertvolle Arbeit leisten. "Unser Bereich liegt quasi in einer Grauzone", sagt Pfeiffer (49). Einer zwischen geregelter Schichtarbeit im Werkstattbetrieb auf der einen und der Komplettbetreuung auf der anderen Seite; einer, die die Chance der meist schwer behinderten Menschen auf ein möglichst erfülltes Leben vergrößern soll.

Vor zwölf Jahren initiierten die Kasseler Werkstatt als Einrichtung der gemeinnützigen Sozialgruppe Kassel das Projekt - damals bundesweit einmalig. Inzwischen hat sich der Förderbereich etabliert. Die wöchentliche Belastung variiert, der Mindestlohn liegt bei 73 Euro pro Monat. "Unser Orientierungspunkt ist der gesellschaftliche Anspruch auf Arbeit", erklärt Pfeiffer. Jeder, der wolle und in einem gewissen Maße auch könne, müsse die Möglichkeit hierzu erhalten. "Und wir stellen die Rahmenbedingungen zur Verfügung, wir unterstützen und fördern, wo wir können." In bald sieben Großraumzimmern für 60 behinderte Menschen und ihre 14 Betreuer wurden echte Wohlfühlatmosphären geschaffen. An der Wand hängen Bilder, aufgestellt sind Sofas, viele Pflanzen, sogar Aquarien. Und dazwischen die Tische, an denen Verpackungsaufträge diverser Firmen ausgeführt werden.

"Früher", erzählt Pfeiffer, "war es eine einzige Ackerei, bei Unternehmen vorstellig zu werden, um Aufträge an Land zu ziehen." Weil Klischees und Vorurteile überwogen, weil den geistig oder körperlich behinderten Menschen nicht zugetraut wurde, fehlerfreie Arbeit zu leisten. Inzwischen ist das anders. Die Auftragslage hat sich stetig gesteigert, ist trotz der aktuellen Weltwirtschaftskrise nach wie vor gut. In all den Jahren ging nur eine Reklamation ein - Beweis genug, dass der Wunsch auf Beschäftigung groß ist. "Die, die hier sind, wollen arbeiten", sagt Gruppenbetreuer Fred Winkel.

So wie Sabine, die wegen spastischer Lähmungen im Rollstuhl sitzt, die nur eine Hand bewegen kann. "Immer, wenn ich mit einem neuen Auftrag zu ihr komme, lacht sie herzhaft vor Freude", erzählt Winkel, "und sie meint es auch so. Hier regiert die Ehrlichkeit", sagt er. "Das ist in unserer Gesellschaft leider nicht überall der Fall."

Hier, im Förderbereich, da geht es um Achtung, um Respekt, natürlich auch um die Wertschätzung der Fähigkeiten eines jeden Einzelnen. "Dem defizitorientierten Denken haben wir abgeschworen", sagt Pfeiffer. "Wir hinterfragen nicht, was jemand weniger gut kann, sondern was er für Stärken hat." Und so sind es vor allem die vermeintlichen Nebensächlichkeiten, die bedeutend sind. Die Behinderten nennen sie hier nicht Behinderte, sondern Mitarbeiter. Obwohl die 60 Menschen, die betreut werden, keiner unbeaufsichtigten Arbeit nachgehen könnten. Momentan jedenfalls nicht. "Die Hoffnung, dass jemand durch unsere Förderung derartige Fortschritte macht, um den Sprung in den normalen Werkstattbetrieb zu schaffen, ist immer da", sagt Pfeiffer. Fünf haben es bisher geschafft - fünf in zwölf Jahren.

Und Ilona könnte die sechste sein, das jedenfalls trauen ihr die Betreuer zu. Ilona, 25, mit ihren langen blonden Haaren, mit ihrem dauerhaften Lächeln auf den Lippen. Wie viele hier hat sie wegen Sauerstoffmangels bei der Geburt Hirnschädigungen erlitten, aber im Gegensatz zu vielen kann sie sprechen und auch schwierigere Anweisungen umsetzen. Pfeiffer holt Ilona auf dem Flur ab, fragt sie nach dem Frühstück. "War ganz gut", sagt Ilona. Artikulieren kann sie sich, nur bei einigen alltäglichen Dingen fehlt es ihr noch an Übung. Reißverschlüsse und Knöpfe bereiten Probleme, auch Toilettengänge. "Wir sind dennoch zuversichtlich, dass sie den vorgezeichneten Weg schaffen kann", sagt Pfeiffer. "Für uns wäre das zuallererst eine Riesenfreude."

Michael Brehme


Mit dem Förderbereich gewonnen

Im April diesen Jahres war ein junger Journalist im Förderbereich der Kasseler Werkstatt zu Gast. Er wollte einen Bericht über unsere Arbeit schreiben, um sich damit an der Ausschreibung zum Bathildisheimer Journalistenpreis 2009 zu beteiligen, der zum dritten Mal unter dem Motto "Selbstbestimmt leben trotz Behinderung - Rehabilitation heute" vom Rehazentrum Bathildisheim und der HNA ausgelobt wurde. Nachdem Michael Brehme zwei Tage hospitiert hatte, schrieb er den Bericht, sandte ihn ein - und gewann den 1. Preis! Gewürdigt wurde u. a. die sozialpolitische Aktualität des Textes des 21-jährigen Volontärs einer Nachrichtenagentur.

Wir freuen uns, dass auf diese Weise ein Augenmerk auf die Menschen gerichtet wird, die gesellschaftlich oft bedauert werden - dass sie trotz schwerer Handicaps effektiv und mit großer Freude arbeiten, kann sich kaum jemand vorstellen. Für uns ist das tägliches Erleben. Herzlichen Dank an Michael Brehme und herzlichen Glückwunsch!


"Ihr Tod reißt nicht die geringste Lücke " - Ausstellungsbesuch in Korbach

Von September 2009 bis April 2010 fand im Museum Korbach in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe die Ausstellung Ihr Tod reißt nicht die geringste Lücke ... zum Thema Euthanasie im Nationalsozialismus in Waldeck-Frankenberg statt. Nachdem ich mit einigen KollegInnen die Ausstellung besucht hatte, beschloss ich, auch für unsere MitarbeiterInnen eine Fahrt nach Korbach anzubieten und konnte zur Unterstützung Steffen Linnemann gewinnen.

Natürlich musste bei einem so schwierigen Thema ein Vorbereitungsgespräch mit den 15 TeilnehmerInnen stattfinden, bei dem wir feststellten, dass viele schon durch Schule oder Großeltern Einiges über die Tötung und Zwangssterilisation von Menschen mit Behinderungen wussten. Während der Führung durch die Ausstellung in leichter Sprache waren alle sehr aufmerksam und interessiert. Als Abschluss hatten sie die Gelegenheit, ihre Eindrücke in Collagen darzustellen.

Bei der Nachbesprechung zwei Tage später waren wir sehr beeindruckt und berührt, mit welcher Ernsthaftigkeit die AusstellungsbesucherInnen das Thema aufgenommen und ihre Emotionen und Gedanken in den Collagen zum Ausdruck gebracht hatten.

Tanja Paske (Sozialer Dienst)
Steffen Linnemann (Bereichsleiter AB 1)


4398 Kilometer: selbst erfahren
Dimitri Nuss radelte von Paris nach Moskau

Angefangen hat alles mit einer Bekanntschaft während einer Fahrradtour, auf dem Weg von Kassel nach Hannoversch Münden. "Vor neun Jahren traf ich dort einen anderen Fahrradfahrer, der von Italien bis ans Nordkap fahren wollte", erzählt Dimitri Nuss, der in der Kasseler Werkstatt (KSW) im Bereich Logistik arbeitet. "Ich habe nicht geglaubt, dass er das schafft. Aber zwei Monate später bekam ich eine Postkarte vom Nordkap."

Jetzt hatte das Fahrradfieber auch Dimitri Nuss (40) gepackt. Zuvor hatte er immer Tagestouren unternommen, doch jetzt wurden die Reisen länger. 2006 fand er im Internet das Angebot der Gruppe Bike for Peace and new Energies, die im Sommer innerhalb von neun Wochen von Paris nach Moskau fahren. Mehrere hundert TeilnehmerInnen aus der ganzen Welt demonstrieren mit dieser Fahrt für Frieden und Umweltschutz, in diesem Jahr zum fünften Mal. Durch das gemeinsame Radfahren wollen sie Menschen aus Ost und West zusammenbringen.

"Für mich war interessant, dass auch Behinderte mitmachen können", sagt Dimitri Nuss, der eine Spastik hat. Aber erst 2009 meldete er sich an. "Auch kurz vor Beginn wollte ich noch absagen. Wie sollte das funktionieren mit dem Duschen, dem Schlafen? Aber dann dachte ich: Egal, ich will fahren."

Und auch jetzt, neun Monate nach seiner Reise, sprudelt Dimitri Nuss über vor Eindrücken und Geschichten. "Das Tolle war, immer etwas Neues zu sehen. Die Natur in Russland, das muss man wirklich erlebt haben." Auch von den Städten war er beeindruckt. "Vor allem in Belarus (Weißrussland) wurden wir immer sehr freundlich empfangen. Die Straßen waren gesperrt, Leute standen an der Straße und trugen ihre Trachten."

Einen der tollsten Empfänge bekam die Gruppe schon in Oberhof am Rennsteig, nach einem 20 Kilometer langen Anstieg. "Vorher hatte ich Angst, dass die Anderen, die Gesunden, mich abhängen. Aber dann war an der Strecke so viel Jubel von Zuschauern, die Polizei hat uns begleitet - da haben sich die 20 Kilometer angefühlt wie einer. Und als wir ankamen, wurde mein Name über Lautsprecher durchgesagt, weil ich der einzige Fahrer mit Behinderung war. Da habe ich sogar ein bisschen geweint."

Und wie war es, nach diesem Erlebnis nach Kassel zurückzukommen? "Ich habe während der Reise viele interessante Leute kennen gelernt. Mit acht Leuten aus Litauen, Polen, Weißrussland und Deutschland bin ich die ganze Strecke gefahren, wir waren zwei Monate immer zusammen. Man hat nach kurzer Zeit das Gefühl, die Leute schon lange zu kennen. Dann war ich auf einmal wieder allein - etwas fehlt." Deshalb steht für Dimitri Nuss schon fest, dass er wieder mitfährt, dieses Mal wahrscheinlich die Strecke Essen-Moskau.

Nora Wetzel


Mosaiki ist die Nummer 1
Die Geschichte eines ganz besonderen Käfers

Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums von Volkswagen in Baunatal schmücken viele kleine lustige Käfer das Stadtbild Baunatals. Die Aktion war zunächst auf die Stadt Baunatals begrenzt. Gerald Reißmann, Geschäftsführer der Sozialgruppe Kassel e.V., bat um den ersten Anruf, wenn sich das ändern sollte, und versprach dafür den "schönsten und kreativsten aller Minikäfer". Am 28. Oktober 2008 übergab Bürgermeister Manfred Schaub den 75. Käfer an die Kasseler Werkstatt und damit den ersten außerhalb Baunatals.

Noch fünfmonatiger Bastel- und Werkelzeit war am 8. Juni der Tag der Enthüllung. Außer dass er die Nummer 1 außerhalb Baunatals ist, hat Mosaiki noch viele weitere Einzigartigkeiten: Er ist bedeckt mit einem Fliesenmosaik, auf dem viele kleine Käfer krabbeln. Natürlich hat Mosaiki auch eine Beleuchtung, Rückspiegel und Scheiben aus gebrochenen Spiegelfliesen. Nicht zuletzt schützt ihn ein Regenschirm vor den Unbilden des nordhessischen Wetters. Alles in allem ein echter Blickfang. "Damit ist er auch ein Symbol der jahrelangen und guten Zusammenarbeit mit der Volkswagen AG", kommentiert Reißmann.

Folgende Künstler waren an dem Projekt beteiligt: Alexander Jaeger, Ramon Koch, Michael van der Mark und Sascha Rühl. Für Technik und Organisation zeichnen verantwortlich: Volker Alberding, Silvia Bolte, Victor Fritz, Holger Kaufmann und Andreas Kropat.

 


SMA und die Baustellen
Änderungen im Arbeitsbereich 1 der Kasseler Werkstatt

Sehr viel hat sich in den letzten Jahren in der KSW 1 verändert: Erweiterung der Sanitäranlagen und Umkleideräume, Umbau der ehemaligen Hausmeisterwohnung in einen Schulungsraum und einen Gruppenraum für den Förderbereich. Kaum war eine Baumaßnahme beendet, war da schon die nächste Baustelle. Dafür gab es natürlich Gründe.

Da die Firma SMA mit unserer Leistungsfähigkeit und der Qualität unserer Arbeit sehr zufrieden war (und ist), erhöhte sich das Auftragsvolumen von 2007 zu 2008 um 100 Prozent. Wir mussten für diese Auftragserhöhung die räumlichen Kapazitäten verändern sowie Arbeitsbereiche in die KSW 2 verlagern. Nach Abschluss der Baumaßnahmen in der KSW 2 zog der Textilbereich im September 2008 dorthin um.

MitarbeiterInnen und Personal der KSW 1 bauten die Arbeitsräume im Obergeschoss um, renovierten und vollzogen den internen Umzug. Die Gruppen "Elektromontage" zogen in das neu gestaltete Obergeschoss. Danach wurden die ehemaligen Räume der Elektromontage renoviert und die Gruppen "Verpackung und Kartonage" zogen um. Zurzeit werden die Arbeitsräume vom WEGU-Bereich modernisiert. Was hat sich verändert mit dem Kunden SMA? MitarbeiterInnen, die jahrelang Papier gefalzt, gerollt und verpackt haben, lernen neue Tätigkeiten, z. B. kleine Kunststoffteile in PE-Beutel zu verpacken. Viele neue Montagearbeiten und das Aufrichten von Kartonage zur Verpackung für die Geräte von SMA sind eine Herausforderung für MitarbeiterInnen und Personal. So äußern sich die MitarbeiterInnen zu den Neuerungen:

Aus der Sicht der Abteilung "SMA / Industrie-Verpackung"

Es ist viel passiert! Den Nähereiraum teilen wir uns nun mit dem BBB. Außerdem wurde der Computerraum ausgeräumt und eine Wand eingerissen. Es wurden Laptops gekauft und es finden weiter Computerkurse statt. Unsere alte Küche wurde abgebaut, und wir haben eine neue Küche bekommen.

In unserer Gruppe war es beim Umbau sehr laut und staubig. Aber wir haben eine neue Nachbargruppe bekommen. Es ist die Gruppe von Dieter Schake und Peter Wünsche, die Elektromontage macht. Bei uns wurden die alten Tische und Stühle entsorgt, und wir haben dafür neue Tische und Stühle bekommen. Und wir haben einen Etikettendrucker gekriegt. Auch gibt es neue Spinde und neue Beistelltische für die Kisten. Wir haben jetzt auch keine grauen, sondern schwarze Kisten.

Anstatt Papierarbeit machen wir jetzt SMA-Aufträge und andere Aufträge, zum Beispiel von WEGU, Mercedes, VW und Daimler. Wir sind dabei, uns auf die vielen neuen Sachen einzustellen, und wir kommen recht gut zurecht.

Lidija Glavaski, Mechthild Lützen, Katrin Trzemzalski (Mitarbeiterinnen)

Aus der Sicht der Abteilung "Industrie- Verpackung/Montage"

Wie gefällt es Ihnen im neuen Gruppenraum?
Beate Borchert:
Der Gruppenraum ist viel schöner als der alte. Es ist einfach ruhiger hier und man hat viel mehr Platz.

Für wen arbeiten wir hier, von wem sind die Aufträge?
Peter Grams:
Ich arbeite meistens an Aufträgen von SMA. Hierbei montiere ich Anschlussbleche und montiere Stecker.
Tim Lerch: Ich arbeite meistens für SMA, aber auch an Aufträgen für VW. Überwiegend bin ich in der Kartonageabteilung tätig.
Macht Ihnen die neue Arbeit Spaß?
Beate Borchert:
Ja auf jeden Fall!
Tim Lerch: Die Arbeit macht mir großen Spaß. Vor allem im Vergleich zum Gartenbau, denn hier komme ich mit den Leuten sehr gut zurecht, und ich fühle mich einfach wohler. Außerdem macht es mir nichts mehr aus, wenn es regnet...
Peter Grams: Die Arbeit macht mir auf jeden Fall Spaß, auch wenn ich mich mehr konzentrieren muss als bei anderen Arbeiten, wie zum Beispiel beim Karton falten.

Aus der Sicht der Gruppe "WEGU"

Anja Wicke: Die neue Arbeit macht mir viel Freude.
Axel Wicke: Der Umgang mit den neuen Maschinen erfordert viel Geschicklichkeit.
Stefan George: Mich begeistert, dass ich an neuen Umwelttechnologien mitarbeiten kann.
Ralf Schimmeyer freut sich über die neue anspruchsvolle Arbeit. Alle MitarbeiterInnen freuen sich über den neuen Fußboden, der leichter zu reinigen sein wird.

Lilo Schramm (Leiterin KSW 1) und das Team des AB1

 


Kasseler Werkstatt begrüßt den 500. Mitarbeiter

Am 1. 9. 2009 hat die Werkstatt zum ersten Mal 500 Mitarbeiter erreicht. Darüber freuen sich besonders (von links nach rechts) Tanja Paske (Sozialer Dienst BBB), Michael van der Mark (Gruppenfachkraft BBB), Benjamin Kiebach (500. Mitarbeiter) und Volker Alberding (Bereichsleiter BBB).

 


Volkshochschule verbessert sich

Auf Anregung der Trube-Stiftung und mit dem Angebot finanzieller Unterstützung soll die Volkshochschule sich mehr für Menschen mit Behinderung öffnen und auch speziellere Angebote erarbeiten. Aus diesem Grund trafen sich Vertreter der VHS mit Einrichtungsträgern der Eingliederungshilfe in Kassel (natürlich auch der Kasseler Werkstatt) und Verantwortlichen der Trube-Stiftung. In mehreren Sitzungen wurde ein Konzept erarbeitet, wie Barrieren abgebaut werden können, damit alle Menschen die Angebote der VHS nutzen können. Die Umsetzung erfolgt erstmalig im Herbst 2009. In den folgenden Jahren wird das Konzept überarbeitet, ergänzt und eventuell verbessert werden.

Neben Angeboten, die sich speziell an Menschen mit Behinderungen und/oder deren Angehörige richten, soll auch bei vielen anderen, nicht speziell auf Menschen mit Behinderungen zugeschnittenen Kursen deren Teilnahme ermöglicht werden. Wir werden die Angebote der VHS den MitarbeiterInnen der Kasseler Werkstatt an den Lerninseln vorstellen und zur Teilnahme motivieren.

Volker Alberding (Leiter berufliche Bildung, Teilnehmer des Arbeitskreises)


Raus auf den Arbeitsmarkt
Andreas Schuller, Fachkraft für berufliche Integration, hilft

Andreas Schuller ist Fachkraft für berufliche Integration, kurz: FBI. Seit Februar 2008 versucht der diplomierte Sozialarbeiter, geeignete MitarbeiterInnen in sogenannte Außenarbeitsplätze zu vermitteln. Erfolgreich ist er nach Prüfung durch den Leistungsträger Landeswohlfahrtsverband. Die Anforderungen pro Jahr: mindestens zehn Praktikumsstellen und zwei Außenarbeitsplätze akquirieren sowie einer Person zu einem festen Arbeitsverhältnis auf dem freien Arbeitsmarkt zu verhelfen. 2008 hat er dieses Soll weit überschritten: 21 MitarbeiterInnen konnten Praktika absolvieren, zwei auf einem Außenarbeitsplatz und einer auf einer festen Stelle beginnen. Der Weg dahin aber ist weit.

Einmal muss Andreas Schuller Kontakte zu Firmen halten, neue Möglichkeiten auftun, die MitarbeiterInnen vorbereiten und dann begleiten. Zum anderen müssen die interessierten bzw. von ihren GruppenleiterInnen oder vom Sozialen Dienst empfohlenen MitarbeiterInnen hart an sich arbeiten. Manche scheitern an ihrem mangelnden Sozialverhalten, manche merken, dass sie das stärkere "Behütetwerden" in der Werkstatt brauchen, wieder Anderen wird während des Praktikums klar, dass sie den Anforderungen nicht gewachsen sind. Insgesamt sind nach Einschätzung des FBI etwa fünf Prozent der MitarbeiterInnen potenziell in der Lage, "nach draußen" zu gehen.

Andreas Schuller bietet zweimal im Jahr einen Vorbereitungskurs an, bei dem in acht Wochen in den Bereichen der Schlüsselqualifikationen und der sozialen Kompetenzen auf den Schritt hinaus aus der Werkstatt vorbereitet wird. Immer beginnt der Weg mit einem Praktikum. Im Moment, so berichtet Andreas Schuller, boomt der Gartenbereich, in anderen Firmen, etwa im Logistikbereich, sinkt seit der Finanzkrise die Bereitschaft, Mitarbeiter zu beschäftigen oder gar einzustellen. Akquiriert wird möglichst weit gestreut, "weil die Mitarbeiter ja alle ihre eigenen speziellen Vorstellungen haben". Der FBI geht auf die Frühjahrs- und Herbstausstellung, auf Ausbildungsmessen und pflegt vor allem die schon bestehenden Verbindungen zu Firmen, mit denen die KSW auf anderer Ebene kooperiert.

Die sich auf Außen- oder gar feste Arbeitsverhältnisse einlassenden Firmen können damit ihre Ausgleichabgabe reduzieren. Dennoch reichen die Möglichkeiten nicht aus, sodass die Sozialgruppe Kassel sich schon vor längerer Zeit entschieden hat, auch innerhalb des Vereins Möglichkeiten der Weiterqualifikation und differenziertere Arbeitsverhältnisse zu schaffen. So gibt es z. B. Außenarbeitsplätze in der Sozialgruppe Kassel selbst und bei der Pro Dokument.

Kirsten Alers


"Draußen" arbeiten
Christine Schotte hat einen Außenarbeitsplatz

Ein Bademantel ist zu kürzen für eine ältere Dame, ein Saum ist zu messen, abzuschneiden und einzubügeln, privat näht sie sich auch schon mal eine Bluse. "Ich habe noch Schwierigkeiten, wenn ich - wie heißt das noch - filigraner arbeiten muss." Christine Schotte weiß um ihre Schwächen. Ihre Stärken kennt ihre Chefin: Sie ist sehr genau, bekommt wunderbar gerade Nähte hin, ist auch im puren Chaos, wenn der Laden voll ist, die Ruhe selbst. Und sie fordert auch, will nicht immer das Gleiche tun und stellt sich Herausforderungen wie Telefonieren und Kundenkontakt. "Am Anfang war ich sooo schüchtern", sagt die 26-Jährige und lächelt, nur ein bisschen schüchtern.

Seit April 2008 arbeitet Christine Schotte auf einem Außenarbeitsplatz (demnächst und besser: betriebsintegrierter Arbeitsplatz) der Kasseler Werkstatt (KSW) bei Christina Wisniewski, in deren Laden "Nahtlos - Nähdesign und Änderungen" in Kassel. Nach einer Werkstattausbildung im Wäscheschneiderhandwerk in Hannover war Christine Schotte kurz beschäftigt, dann arbeitslos und zum Schluss in der Näherei der KSW. Aufgrund ihrer Behinderung hat sie auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum eine Chance - Christina Wisniewski gibt ihr eine!

Die Chefin - eine Unternehmerin mit Herz - sieht die Notwendigkeit der intensiven Unterstützung in einem Raum, in dem man auch Fehler machen darf. Sie ist offen und geduldig und setzt sich stark für ihren Schützling ein. Denn ein Schützling ist Christine Schotte noch. "Wenn ich sie unter Druck setzen würde, wäre sie nicht schneller. Sie braucht noch etwas. Aber mit der Zeit werden die Anforderungen steigen - und sie wird sie meistern", sagt Christina Wisniewski. Sie näht seit 23 Jahren und darf auch ausbilden.

Noch eine (gehörlose) Kollegin arbeitet im Laden, der gleichzeitig die Werkstatt ist, mit. Es herrscht eine Atmosphäre von Respekt und Vertrauen. Nachdem Christine Schotte hier ihr Praktikum gemacht hatte, war klar: Das ist ihr Platz. Lernen will sie perspektivisch, mehr am Kunden abzustecken - und nicht mehr so schüchtern zu sein. "Sie wird immer sicherer werden - und ich bekomme ganz viel zurück, wenn der Einzelne wächst", sagt Christina Wisniewski und legt den Arm um Christine Schotte.


Versprochen! - Und auch gehalten?
Innenrevision im Bereich der Reha-Dienstleistung

Eine wichtige Grundlage unseres gesetzlichen Rehabilitationsauftrages ist es, alles zu tun, damit unsere MitarbeiterInnen sich beruflich und persönlich weiterentwickeln können und ihre Leistungsfähigkeit gestärkt wird. Eine Atmosphäre von Wertschätzung und angemessenen Anforderungen sind die Basis, um in dieser Hinsicht erfolgreich sein zu können. Wir verpflichten uns auch in den Werkstatt- bzw. Bildungsverträgen, die vereinbarte Leistung zur beruflichen Rehabilitation zu erbringen. Unser Geschäftsführer, Gerald Reißmann, hat mich nun beauftragt zu prüfen, ob diese Zusagen auch eingehalten werden.

Ich habe daher 2009 anhand von elf Fragestellungen stichprobenartig geprüft, ob die Vorgaben so, wie sie durch unser Qualitätsmanagementsystem geregelt sind, auch eingehalten werden. Bei dieser Prüfung sind alle Bereiche berücksichtigt. Ich werte die Ergebnisse bis Ende 2009 aus und erwarte davon wertvolle Anstöße zur weiteren Verbesserung unserer Leistungen. An dieser Stelle nun schon einmal ein kurzer Einblick.

Informationsstand: Zwei der elf Fragen betreffen den Informationsstand der MitarbeiterInnen. In sieben Gruppen habe ich im Rahmen einer Lerninsel die MitarbeiterInnen gefragt, ob sie über arbeitsbegleitende oder andere Bildungsangebote in der Werkstatt informiert sind. In diese Gespräche waren ca. 70 MitarbeiterInnen einbezogen. In jeder Gruppe waren die arbeitsbegleitenden Angebote bekannt und viele konnten von ihrer Teilnahme an einzelnen Kursen berichten: "Da gibt es doch so’n Heft, das kriegt man beim Sozialen Dienst oder beim Gruppenleiter." Auch zu den Schulungen durch das Bildungsreferat Pfiffikus kamen spontane und positive Rückmeldungen: "Ach ja, das macht Herr Alberding!"

In Bezug auf die Freizeitgestaltung waren den meisten MitarbeiterInnen die Angebote von Amos bekannt; auch wenn sie nicht selbst daran teilnehmen, kennen viele den Treffpunkt am Stern in Kassel und einzelne Angebote aus den Erzählungen ihrer KollegInnen.

Deutlich weniger Mitarbeiter kennen die Bildungs- und Freizeitangebote der örtlichen Lebenshilfe. Der Freizeittreff der Universität Kassel ist nur denjenigen bekannt, die seit vielen Jahren daran teilnehmen. Nicht bekannt war, dass auch die Volkshochschule Angebote für Menschen mit Behinderung macht, bzw. bei den ,normalen’ Kursen Menschen mit Behinderungen nicht ausschließt.

Fazit: Unsere Informationswege in der Werkstatt sind wirksam. Die meisten MitarbeiterInnen wissen, wo sie sich informieren können, sie beachten die Aushänge an den Infotafeln und wissen, wen sie fragen können.

Die Gruppenleitung ist der wichtigste Vermittler von Informationen; schriftliche Hinweise reichen nicht aus, die Gruppenleitung muss die Angebote erklären und auch zur Teilnahme ermutigen.

Die Teilnahme an Angeboten außerhalb der Werkstatt, insbesondere an integrativen Angeboten, stellt für unsere MitarbeiterInnen eine große Hürde dar. Besonders am Anfang brauchen viele Unterstützung, um ihre Ängste zu überwinden, oder auch ganz pragmatisch Begleitung, um den Weg zu finden.

Über die Auswertung der anderen Fragen werde ich zu einem späteren Zeitpunkt berichten.

Marita Kätzel (Sozialdienstleitung)


Versprochen! - Und auch gehalten?
Innenrevision im Bereich der Reha-Dienstleistung - Teil 2

In der letzten Ausgabe der Facetten habe ich bereits über erste Ergebnisse der Innenrevision im Bereich der Reha-Dienstleistung der Kasseler Werkstatt (KSW) berichtet (Nr. 17, S. 24, Bericht u.a. zu den Fragen 5 und 8). Zur Erinnerung: Im Auftrag unseres Geschäftsführers habe ich anhand von elf Fragen stichpunktartig geprüft, ob die KSW die vereinbarten Leistungen zur Förderung der MitarbeiterInnen (MA) im beruflichen wie im persönlichen Bereich wie vorgesehen auch umsetzt. Inzwischen sind alle Ergebnisse ausgewertet.

Frage 1: Werden mit den MA rechtzeitig vor Beendigung des Eingangsverfahrens Gespräche über die beruflichen Perspektiven geführt?

Frage 2: Hat die Förderung im Berufsbildungsbereich (BBB) wie geplant stattgefunden? (Stichworte: Ist die Planung nachvollziehbar? Wurde der MA einbezogen? Haben Praktika stattgefunden?)

Frage 3: Hat die Bildungsplanung in den Arbeitsbereichen stattgefunden?

Ergebnisse zu den Fragen 1-3: Bei allen Aspekten, die die Bildungsplanung betreffen, wird deutlich, dass die Vorgaben eingehalten werden. Die MA sind - je nach ihren Möglichkeiten - einbezogen und kennen die Zusammenhänge.

Frage 4: Haben MA der Tagesförderstätte an zusätzlichen Bildungsangeboten teilgenommen?

Ergebnis: Je nach Schweregrad der Beeinträchtigung werden die MA in arbeitsbegleitende Bildungsangebote einbezogen. In der Regel kommen nur Einzelbeschäftigungen in Frage. Der Wunsch nach mehr Angeboten im musischen Bereich wird bereits 2010 umgesetzt.

Frage 6: Wie viele MA haben im 2. Quartal 2009 die Beratung der Fachkraft für berufliche Integration in Anspruch genommen und von wem ging die Initiative aus?

Ergebnis: Im 2. Quartal haben vier MA um einen Außenarbeitsplatz nachgefragt; allerdings ist die Zahl nicht repräsentativ, da es zu anderen Zeiten deutlich mehr sind. Die Initiative ging überwiegend von den MA selbst aus.

Frage 7: Was wurde unternommen, um Fehlzeiten zu reduzieren?

Ergebnis: Das Ziel, Fehltage zu reduzieren, ist nicht in jedem Fall zu erreichen, besonders dann, wenn diese Fehlzeiten krankheits-/behinderungsbedingt sind. Immer erfordert es zeitintensive Nachfragen und "Dranbleiben" der Gruppenfachkräfte und des Sozialen Dienstes.

Frage 9: Wie hoch war 2008 der Anteil der Frauen an Schulungen durch das Bildungsreferat Pfiffikus?

Ergebnis: Das Zahlenverhältnis von Männern und Frauen ist ausgeglichen und entspricht der Verteilung der Geschlechter in der Werkstatt (57 Männer und 46 Frauen haben an Schulungen teilgenommen).

Frage 10: Hat das Projekt Gewaltlos miteinander Veränderungen im Werkstattalltag bewirkt?

Ergebnis: In Gesprächen mit den Gruppenfachkräften wurde geklärt, dass es bei den drei beispielhaft benannten MA, die immer wieder zu unangemessenem Verhalten neigen, keine spürbaren Veränderungen gegeben hat. Es ist aber auch unrealistisch anzunehmen, dass es nun keine gewalttätigen Auseinandersetzungen oder nicht angemessene Formen im Umgang mit Konflikten mehr gäbe. Ich bin aber überzeugt, dass sowohl das Personal als auch die MA für das Thema sensibilisiert worden sind.

Frage 11: Auswirkungen von Gruppenwechseln: Zufriedenheit der Mitarbeiter; Anwesenheit; Entlohnung; Weiterentwicklung.

Ergebnis: Die vier beispielhaft befragten MA meinten, dass der Gruppenwechsel für sie eindeutig positive Veränderungen gebracht hat. Sie fühlen sich am richtigen Platz und sind mit ihrer Entscheidung sehr zufrieden. Faktoren wie z. B. eine höhere Entlohnung spielen dabei keine Rolle.

Zusammenfassung: Die Überprüfungen zu fast allen Fragen haben ergeben, dass die Reha-Dienstleistungen, wie sie in unserem Qualitätsmanagementsystem (QMS) vorgegeben sind, eingehalten werden. Besonders beeindruckt hat mich, wie sehr die MA sich in die Abläufe einbezogen fühlen. Die Informationswege werden genutzt und haben sich bewährt. Verbesserungsmöglichkeiten werden wahrgenommen und nach Möglichkeit umgesetzt. Dadurch ist das QMS in ständiger Veränderung, ein Beweis für gelebte Qualität.

Ich bedanke mich herzlich bei allen, die in die Überprüfung einbezogen waren, für die lebhafte, bereitwillige Mitarbeit und die vielen Anregungen!

Marita Kätzel (Leitung Sozialer Dienst)


Zusätzliche Bildungsangebote

Personal und Honorarkräfte bieten den MitarbeiterInnen während der Arbeitszeit Kurse an, die zur besseren Bewältigung des Alltags Unterstützung geben sollen, z. B. Lesen und Schreiben, Rechnen, Deutsch als Zweitsprache, Computerkurse, Backen, Liebe-Partnerschaft-Sexualität, Wie lese ich meine Entlohnungsabrechnung, Kreatives Gestalten usw.

Im Bildungsreferat Pfiffikus werden spezifische, arbeitsplatzbezogene Fortbildungen durchgeführt, z. B. Rechnen mit dem Taschenrechner, Telefontraining, Umgang und Pflege von Kühlgeräten, Umgang mit Messinstrumenten, Wie arbeite ich mit dem Etikettendrucker, Umgang mit dem Hubwagen usw.

Amos, eine Freizeit-Einrichtung der Diakonie- Wohnstätte gGmbH Kassel, macht am Abend oder am Wochenende Angebote zur Freizeitgestaltung, z. B. Malworkshop, Ausflüge, Bowling, Flötengruppe, Tanzkurse, Kreativwerkstatt usw.

Die Lebenshilfe Kassel e.V. bietet Freizeiten an und macht ebenfalls Angebote wie Kochkurse, Besichtigungen, Freizeittreffs usw.

Die Volkshochschule Region Kassel bietet ab dem Wintersemester 2009/2010 erstmals besondere Kurse für Menschen mit Behinderung an. Das Angebot wird nach dem Wintersemester fortgesetzt.

Begleitet von Studenten gibt es einen regelmäßigen Freizeittreff in der Universität Kassel.


Neue Hausordnung in Einfacher Sprache

Im Mai 2009 ist die neue Hausordnung der Kasseler Werkstatt offiziell vom Werkstattrat (WR) und vom Werkstattleiter Peter Liesert unterzeichnet worden und somit für alle gültig. Sie wurde vom Werkstattrat ausgearbeitet und ist als ein Ergebnis des Projektes Gewaltlos miteinander zu sehen. Wir haben die Hausordnung zum besseren Verständnis von der Initiative Mensch zuerst in sogenannte Einfache Sprache übertragen lassen und ebenfalls zum besseren Verständnis für alle, die nicht so gut lesen können, Bilder eingefügt. Inzwischen ist die Hausordnung an allen Standorten ausgehängt worden. Mit dem Ergebnis sind sehr zufrieden: (von links nach rechts): Marita Kätzel (SDL), Peter Liesert (WL), Manfred Schremmer (1. Vorsitzender WR), Tanja Vogt (Gleichstellungsbeauftragte und WR), Alfred Hoffmann (Berater WR), Gerald Reißmann (GS Sozialgruppe Kassel).

 


Kochkurs

Bilder des Kochkurses als .doc

Kochbuch als .doc


Flederführend in Kassel