Aktuelles
Weitere aktuelle Informationen zu den Einrichtungen finden Sie auch unter Presse.
Lecker lecker Apfelsaft
Bildungsangebot Apfelsaftpressen mit Klaus
2011 ist das Jahr der vielen Früchte und
das haben wir in der KSW 2 genutzt. Im
Rahmen unserer Bildungsangebote startete
erstmals der Kurs Apfelsaftpressen mit
Klaus. Wir fuhren mit sieben Leuten zu
Werner Stanges Streuobstwiese in Kassel-
Hegelsberg, wo wir unbehandelte Äpfel
pflückten, vom Baum schüttelten und
auflasen.
Zurück in der KSW 2 werden die Äpfel
gewaschen. Nun ab in den Muser. Die
gehäckselten Äpfel kommen in die Obstpresse,
und der Saft läuft. Natürlich wird
der frisch gepresste Apfelsaft sofort probiert.
Erstaunt sind alle über den köstlichen
Geschmack. Es waren ja auch saure
Äpfel im Korb, davon ist nichts mehr
zu schmecken. Durch die vielen verschiedenen
Apfelsorten schmeckt der Saft einfach
nur guuuuut!!
Die doch recht beachtliche Menge von
120 Litern ist das Ergebnis von zwei arbeitsreichen
Tagen. Um den Saft haltbar
zu machen, erhitzen wir ihn 20 Minuten
auf 80° C. Das verhindert die Gärung, der
Saft kann gelagert, also auch noch später
getrunken werden.
Vom Apfelbaum bis in die Flasche –
das war klasse. Der Spaßfaktor hatte an
beiden Tagen einen hohen Stellenwert.
Ein besonderes Dankeschön geht an
Ulrich Kellner (Firma Kellner in Kaufungen).
Er stellte uns die gesamte Ausrüstung
zur Saftherstellung kostenlos zur
Verfügung.
Klaus-Peter Mohr (Gruppenfachkraft)
Wir sind dann mal weg!
Fahrradtour 2011 mit MitarbeiterInnen aus dem Gartenbau
Montagmorgen, 8 Uhr, es regnet Bindfäden,
die Wolken hängen schwer am
Himmel. Acht MitarbeiterInnen und zwei
BetreuerInnen fragen sich: Radeln wir los
oder nicht? Wir radeln, alles ist organisiert
– und außerdem sind Fahrradfahrer
keine Warmduscher! Die Regenklamotten
sind angezogen, das Gepäck regensicher
verpackt, die Fahrradhelme auf dem
Kopf ...
Von Hannoversch Münden aus radeln
wir zum Zusammenfluss von Werra und
Fulda und danach weiter über Witzenhausen
zur Burg Ludwigstein. Eine Burg
– toll, aber so hoch oben! Wer sein Fahrrad
liebt, der schiebt – oder fährt doch,
wie einige Jungs, den steilen Weg bis zum
Burghof hoch. Die Anstrengung hat sich
gelohnt, es bietet sich ein herrlicher Ausblick
von einer mittelalterlichen Burg
über das Werratal. Nach der wohlverdienten
Dusche und einem guten Abendessen
lauschen wir am Lagerfeuer den Gitarrenklängen
und Liedern der anderen
Übernachtungsgäste.
Ausgeschlafen geht es am nächsten
Morgen weiter an der Werra entlang bis
nach Eschwege. Bleibt es heute trocken?,
ist die Frage. Wohlbehalten kommen alle
am Abend in der Jugendherberge an. Geschafft
sind wir, aber sehr zufrieden, die
anspruchsvolle Strecke von insgesamt 70
Kilometern in zwei Tagen geschafft zu
haben – ohne einmal nass geworden zu
sein! Wir waren immer zur rechten Zeit
am rechten Ort, um uns unterstellen zu
können, wenn ein Regenschauer kam.
Gisela Tondera (Sportübungsleiterin)
In der Hummelwerkstatt
Exkursion 2011 Förderkreis Natur der Kasseler Werkstatt
Es ist August. Der Förderkreis Natur
der KSW hat ein sehr besonderes Exkursionsziel:
Die Hummelwerkstatt finden wir am
Ortsausgang von Naumburg. Im Hummelgarten
mit den Futterpflanzen beginnt
die Führung. Wir erfahren, dass Hummeln
die Farbe Rot nicht sehen können und
Blau besonders mögen. Wir staunen über
Gerüche, die Farbenpracht der Futterpflanzen
und das Summen der Insekten – Erlebnisse
mit allen Sinnen für (von links nach
rechts) Walther Meiß, Karola Sommerlatte,
Wilhelm Steinbach, Siegfried Braun, Peter
Liesert und Dieter Werner.
Der Förderkreis Natur hat sich im Zuge
der Erstellung des Naturerlebnispfades in
der KSW 2 (eröffnet 2003) gegründet und
arbeitet ehrenamtlich. In Naumburg suchen
wir Anregungen für den Sinnesgarten
der KSW 1 (im Bau) und den Naturerlebnispfad.
Ein sogenanntes Insektenhotel
für einzeln lebende Insekten ist schon auf
dem Gelände der KSW 2 aufgestellt; es
kann noch optimiert werden. Vielleicht
siedeln dort demnächst Hummelvölker?!
Im weiteren Umkreis der Hummelwerkstatt
wurde eine Streuobstwiese mit über 100 alten,
einheimischen Apfelsorten angelegt,
deren Blüten den Hummeln als Nahrung
dienen. Bei der Pollenaufnahme werden
die Blüten bestäubt – somit ist die Hummel
am Ertrag der Obstbäume beteiligt.
Im Weißen Garten beenden wir unsere
Exkursion bei Kaffee und Kuchen – liebevoll
von der Küche der KSW 2 vorbereitet.
Karola Sommerlatte
Einmal auf der Spielerbank!
Ein Ausflug zu Borussia Dortmund
In diesem Jahr ging unsere Freizeitfahrt
des Arbeitsbereichs 2 am 12. Mai
nach Dortmund, ins Stadion der Borussia.
Die Gruppen Quast/Czap, Heitmann/Mnich und Ignatze haben teilgenommen.
Wir sind von der Werkstatt 2
um 8.30 Uhr nach Dortmund mit einen
Doppeldecker-Bus gestartet, den Harald
Heitmann besorgt hat. Auf der Fahrt
hatten wir viel Spaß. Zirka 50 Kilometer
vor Dortmund haben wir eine kleine
Rast gemacht, es gab Lunchpakete und
kostenlosen Kaffee.
In Dortmund waren wir so um zirka 10
Uhr. Wir hatten eine Stadionführung in
zwei Gruppen. Im Stadion haben wir den
"Knast" gesehen und die Umkleide-Kabinen
der Gast-Mannschaft. Ebenso noch
den Bereich der Presse und vieles weitere.
Am Schönsten war, als wir im Stadion auf
dem Rasenfeld waren. Auf den Auswechselbänken
zu sitzen, war echt ein schönes
Gefühl.
Nach der Stadionbesichtigung ging
es zum Borussia-Museum, wo wir vieles
über die Geschichte gesehen und gehört
haben. Einige sind dann noch in den
Fanshop gegangen, um sich Andenken zu
kaufen. Nach dem Fanshop ging es dann
zum Essen. Als wir dann alle satt waren,
ging es zurück zum Bus. Kurz vor Kassel
haben wir nochmal eine Pause gemacht,
es gab für jeden noch einen Streuseltaler
und Kaffee umsonst. Kassel haben wir so
gegen 18.30 Uhr erreicht. Damit war unsere
schöne Fahrt zu Ende.
Unser besonderer Dank geht an Irene
Ignatze, die für uns die Lunchpakete und
den Kaffee gemacht hat und eben an alle
Gruppenleiter, die bei der Fahrt dabei
waren. Und auch an unseren Busfahrer
Harald Heitmann.
Sascha Rühl
(Mitarbeiter im Arbeitsbereich 2)
Ohrwürmer in der
Kasseler Werkstatt
Chorleiter Horst Wissel verabschiedete sich
Chorleiter Horst Wissel (4. von rechts)
verabschiedete sich vom Werkstatt-Chor
– bei einem gemütlichen Beisammensein
mit Kaffee, Kuchen und natürlich Musik.
Spätestens nach dem Abschieds-Ständchen
sieht man es deutlich: Dieser Chorleiter hat Spuren in den Köpfen und Herzen
hinterlassen. Mit Sätzen wie "Es hat
mir Spaß gemacht; Singen hat mir immer
Spaß gemacht!", und "Ich werde immer
an Sie denken", verabschieden sich die
Sänger von Horst Wissel, der den Werkstatt-Chor sechs Jahre lang leitete.
Jeden Dienstagvormittag kam er in die
KSW 2 und studierte mit einer Anfänger-
und einer Fortgeschrittenen-Gruppe
Stücke ein. "Wir haben vor allem Schlager
und Volkslieder gesungen – Ohrwürmer
eben", sagt Horst Wissel, der sich nun aus
gesundheitlichen Gründen zurückzieht.
Was ihn motiviert hat, sich unentgeltlich
zu engagieren? "Die große Herzlichkeit,
die von den Menschen hier ausgeht."
Nora Wetzel
Beim schwarzen Ritter
Ausflug zur Löwenburg
Bei bestem Frühlingswetter fuhren drei
BetreuerInnen mit 20 MitarbeiterInnen
aus der KSW 1 mit öffentlichen Verkehrsmitteln
zur Löwenburg. Unter fachkundiger
Leitung besichtigten wir die Burg.
Über steile Treppen und dunkle Gänge
konnten wir die Wohn- und Schlafgemächer
in der Löwenburg erkunden.
Besonders spannend aber war es in der
Rüstungskammer mit dem schwarzen
Ritter. Beim anschließenden Picknick im
Burghof stärkten sich alle für den Fußmarsch
durch den Park, vorbei am Schloss
Wilhelmshöhe, bis zur Straßenbahn.
Ein gelungener Ausflug, bei dem Wissensvermittlung,
Naturerfahrung und Bewegung
gut vereint werden konnten.
Gisela Tondera
Wenn ich schreibe ...
Angelika Kepper: Mein Arbeitstag
Montag bis Freitag,
stehe ich um 6 Uhr auf, koche Kaffee,
gehe ins Bad zum Duschen,
putze meine Zähne,
dann frühstücke ich.
Mache mich fertig für die Arbeit,
um 6.55 Uhr gehe ich aus dem Haus,
um 7 Uhr fährt der Bus zur Arbeit.
Meine Arbeitszeit ist von 7.30 bis 14.10 Uhr.
In der Gruppe arbeiten 30 Personen
mit zwei Gruppenleitern.
Ich verpacke VW-Teile.
Es gibt verschiedene Arbeiten.
Clips, Muttern, Schrauben, Keilriemen,
Schalter, Spannrollen, Kabelbinder.
Alles wird unterschiedlich verpackt,
kommt immer drauf an, was auf dem Auftrag steht,
manche Teile muss man
10 Stück, 25 Stück oder ein Stück
auch in kleine und größere Tüten
und Kartons verpacken
mit einem Etikett,
auf dem die Stückzahl steht.
Die Etiketten drucke ich selber,
dazu muss man einen
Etikettenkurs machen.
Manche Arbeiten mache ich mit der Zählwaage,
auch dafür habe ich einen Kurs gemacht.
Frühstückspause ist von 9.30 bis 9.50 Uhr
Ich hole Brötchen und Kaffee in der Kantine,
von 11 Uhr bis 11.10 Uhr ist Pause.
Um 12.15 bis 12.45 Uhr ist Mittagspause,
ich stelle mich in der Reihe an
für das Mittagsessen,
das Essen bekommen wir vom
VW-Werk in die Kasseler Werkstatt geliefert.
Um 14.10 Uhr habe ich Feierabend.
Ich fahre mit dem Bus nach Hause.
Tanzen macht Spaß!
Tanzkurs in der KSW 2
Wir in der KSW 2 machen seit März 2011
einen Tanzkurs mit acht Frauen. Leiten
tun diesen Kurs Jolanda Czekala-Mnich
und Sarah-Vanessa Ibl. Jeden Donnerstag
treffen wir uns, um Tänze einzustudieren
und zu üben. Unser Ziel ist es, bei Festen
wie dem Sommerfest aufzutreten.
Am Samstag, dem 1. Oktober, haben
wir bei einen dreistündigen Tanzworkshop
im Haus der Jugend (Willi-Seidel-Haus) mitgemacht. Wir haben gelacht,
geklatscht und vor allem richtig geschwitzt.
Doch nach drei Stunden hatten
wir einen ganzen Tanz auf die Beine gestellt,
den wir am Ende alle synchron tanzen
konnten. Es war ein schöner Tag und
es hat Spaß gemacht!
Angelika Kepper
(Mitarbeiterin im Verpackungsbereich 2)
mittendrin
Präsentation der Werkstattarbeit im DEZ
Auf der einwöchigen Leistungsschau
im Einkaufzentrum DEZ konnten sich BesucherInnen
und geladene Gäste von der
Leistungsfähigkeit und Professionalität
der nordhessischen Werkstätten für Menschen
mit Behinderung, in denen derzeit
rund 4.850 Menschen mit Behinderungen
beschäftigt sind, überzeugen. Vom 15. bis
20. August 2011 präsentierten sich die
Baunataler Diakonie, die Hephata Diakonie
(Schwalmstadt) und die Kasseler
Werkstatt (Sozialgruppe Kassel e. V.). Die
positiven Reaktionen zeigten klar, wie viel
Bedeutung unseren Werkstätten beigemessen
wird.
So übermittelte Anne Janz, Dezernentin
und Stadträtin in Kassel, die Anerkennung
des Magistrats für die gute
Idee, die Öffentlichkeit intensiver über die
Leistungen der Werkstätten zu informieren.
Von einer Win-Win-Situation sprach
Klaus Missing, Gbr. Bode in Kassel, der
den Erfolg der jahrelangen Zusammenarbeit
im Automotivbereich hervorhob.
Jutta Siebert vom Landeswohlfahrtsverband
Hessen zeigte sich begeistert vom
Ausstellungstitel mittendrin, der noch besser
als der Begriff Inklusion den Grundsatz
der aktuellen Arbeit der Werkstätten im
Kontext der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
beschreibe. Denn hier gelte
das Recht aller Menschen auf Teilhabe
am Arbeitsleben. Und wie könne dieser
Grundsatz besser erfüllt werden, als mit
der gemeinsamen Präsentation von Werkstattleistungen
mit der nordhessischen
Industrie?
"Elf Monate intensive Arbeit steckten
die Mitwirkenden in den Werkstätten in
die Ausstellung mittendrin – und es hat
sich gelohnt", sagt Olaf Stapel, Geschäftsführer
der Genossenschaft der Werkstätten.
Mit viel Engagement und Hingabe
wurden professionelle Stände organisiert,
die die Vielfalt der Leistungen und die Integration
der Werkstätten in die nordhessische
Wirtschaft aufzeigten.
Viele BesucherInnen wussten gar nicht,
in wie vielen Produkten aus der Region
Arbeit der Werkstätten steckt und wie
vielfältig das Angebot der Kasseler Werkstatt
ist. Von der Verpackung von Teilen
für einen Solaranlagenhersteller über die
Metallverarbeitung bis hin zur Aktenvernichtung,
Landschaftsgestaltung und
Herstellung von sogenannten Fischtreppen
reichte unser Angebot. Mit dem Stand
Bildung wurde ein weiterer Schwerpunkt
unserer Arbeit vorgestellt. Denn unseren
meist hoch motivierten MitarbeiterInnen
bieten wir Kurse, Beratung und Begleitung
im und neben dem Arbeitsleben.
Jürgen Orth zeichnete sich verantwortlich
für die perfekte Organisation für unsere
Werkstatt; hervorzuheben ist außerdem,
dass Werkstattratsvorsitzender Olaf
Haarbusch täglich mindestens zwei Vertreter
des Werkstattrates ins DEZ entsendete.
Britta Haldorn
(Leiterin Sozialer Dienst)
4. Unternehmertag in Kassel
Die Kasseler Werkstatt war dabei!
Im Fokus der 4. Unternehmerkontaktmesse
der Wirtschaftsjunioren Kassel im
September stand das Thema "KASSEL BEWEGT!
Wirtschaft und Menschen". An
Workshops mit aktuellen Themen und
an interessanten Vorträgen konnten Aussteller
und Kunden teilnehmen. Bemerkenswert
waren die Auftritte der Top-Referenten
Christián Gálvez, Deutschlands
führender Persönlichkeitstrainer, und Michael
Roth, Trainer des Handball-Bundesligisten
MT Melsungen.
Für uns war zum einen der Informationsaustausch
mit den Dienstleistern aus
der Wirtschaft wichtig (wie z. B. mit Peter
Grohmann, Daimler und Ralf Spohr,
Bernecker Verlag) und zum anderen, das
Leistungsangebot der Kasseler Werkstatt in
der Region Kassel zu präsentieren. Allein
dafür hat sich der Aufwand gelohnt. Alle
Mitwirkenden können auf die gelungene
Präsentation in der documenta-Halle stolz
sein! Besonders hervorzuheben ist Planer
und Koordinator Jürgen Orth.
Peter Liesert
Kooperation mit MICOS
Kasseler Kompetenz-Analyse bundesweit auf dem Vormarsch
Die Pro Dokument gGmbH und MICOS
GmbH unterzeichneten am 6. Juli 2011 eine
Kooperation zur Software-technischen Zusammenarbeit.
Dabei geht es um die Kasseler
Kompetenzanalyse (KKA), eine von
der Kasseler Werkstatt (KSW) und der Pro
Dokument entwickelte Software zur methodischen
Bildungs- und Förderplanung.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) verlangt
als Leistungsträger detaillierte Nachweise
über die von einer Werkstatt für Menschen
mit Behinderung durchgeführten
Bildungsmaßnahmen für ihr Klientel.
Durch standardisiertes Reporting soll der
Verlauf und die Effizienz der Fördermaßnahmen
dokumentiert werden. Dabei steht
der Mensch im Vordergrund. So werden ein
auf den Werkstattmitarbeiter individuell
passendes Angebot erstellt und seine Fertigkeiten
gefördert – wenn möglich soweit,
dass er später über ein Praktikum und einen
Außenarbeitsplatz einen sozialversicherungspflichtigen
Arbeitsvertrag erhält.
Das geforderte umfangreiche Reporting
nimmt nicht unerhebliche Zeit in
Anspruch. Zeit, die dem Personal bei der
eigentlichen sozialpädagogischen Arbeit
am Menschen fehlt. Idee und Entwicklung
reiften zunächst durch Volker Alberding,
Leiter des Berufsbildungsbereichs, und
Thomas Adelsberger, Pro Dokument, für
die Nutzung innerhalb der Kasseler Werkstatt,
zur zeitlichen Entlastung des Personals.
Durch den fachlichen Austausch mit
anderen Trägern wurde aber schnell das
eigentliche Potenzial deutlich, sodass wir
die Kasseler KKA auch auf dem Software-Markt anbieten wollten.
Anlässlich der WerkstättenMesse 2010
in Nürnberg stellte Wolfgang Klammer,
Reha Consulting, die Vorteile der KKA vor.
Die positive Resonanz zeigte, dass wir die
Hand am Puls der Zeit haben. Die KKA
berücksichtigt die Forderung der BA auf
Binnendifferenzierung. Anhand von Fragen
und Aufgabenstellungen lassen sich
die Bildungs- und Förderplanungen und
wiederum aus deren Erkenntnissen die
Maßnahmenkataloge zum Umsetzen der
erkannten Leistungspotenziale der WerkstattmitarbeiterInnen
individuell erstellen.
Die Kooperation mit MICOS soll in zwei
Schritten erfolgen. Bereits umgesetzt ist
eine integrierte Schnittstelle zwischen der
Software der KKA und dem MICOS Modul
BEVIA. Im zweiten Schritt kann die KKA
direkt in BEVIA erheben und planen.
Mehr Informationen unter: www.kasseler-kompetenzanalyse.de.
Roland Müller, Betriebsleiter Pro Dokument
"mittendrin" - präsentierte Werkstattarbeit im DEZ
Auf der einwöchigen Leistungsschau im Einkaufzentrum DEZ konnten sich die Besucher
und geladene Gäste von der Leistungsfähigkeit und Professionalität der Werkstätten
für behinderte Menschen in Nordhessen, in denen derzeit rund 4850 Menschen mit
Behinderungen beschäftigt sind, überzeugen.
Professionalität und Engagement
"11 Monate intensive Arbeit steckten die Mitwirkenden in den Werkstätten in die
Ausstellung "mittendrin" und es hat sich gelohnt", sagt Olaf Stapel, Geschäftsführer der
Genossenschaft der Werkstätten (GDW). Mit viel Engagement und Hingabe wurden
professionelle Stände organisiert, die dem interessierten Besucher die Vielfalt der
Leistungen und die Integration der Werkstätten in die nordhessische Wirtschaft aufzeigten.
Große Bühne im DEZ
Vom 15. bis 20. August 2011 hatten die Besucher des Einkaufszentrum DEZ Gelegenheit,
mehr über die Arbeit der nordhessischen Werkstätten Baunataler Diakonie, Hephata
Diakonie (Schwalmstadt) und der Kasseler Werkstatt (Sozialgruppe Kassel e.V.) zu
erfahren. Zur offiziellen Eröffnung am 16. August kamen über 50 geladene Gäste aus
Politik, sozialen Einrichtungen und der Wirtschaft der Region. Die durchweg positiven
Reaktionen entschädigten für die viele Arbeit und zeigten klar, wie viel Bedeutung unseren
Werkstätten beigemessen wird. So übermittelte Frau Anne Janz, Stadträtin in Kassel,
die Anerkennung des Magistrats für die gute Idee, die Öffentlichkeit intensiver über die
Leistungen der Werkstätten zu informieren. Von einer Win-Win-Situation berichtete Herr
Klaus Missing, Gbr. Bode aus Kassel, der den Erfolg der jahrelangen Zusammenarbeit
im Automotivbereich hervorhob. Frau Jutta Siebert vom Landeswohlfahrtsverband (LWV)
Hessen, zeigte sich begeistert vom Ausstellungstitel "mittendrin", der noch besser als
der Begriff "Inklusion" den Grundsatz der aktuellen Arbeit der Werkstätten im Kontext der
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beschreibt. Denn hier gilt das Recht aller Menschen
auf Teilhabe am Arbeitsleben. Und wie kann dieser Grundsatz besser erfüllt werden, als mit
der gemeinsamen Präsentation von Werkstattleistungen mit der nordhessischen Industrie?
Interessierte Besucherfragen
Viele Besucher im DEZ wussten gar nicht, in wie vielen Produkten aus der Region Arbeit
der Werkstätten steckt und wie vielfältig das Angebot der Kasseler Werkstatt ist. Von der
Verpackung von Teilen für einen Solaranlagenhersteller, über die Metallverarbeitung, bis hin
zur Aktenvernichtung, der Landschaftsgestaltung, und der Herstellung von so genannten
Fischtreppen reichte unser präsentiertes Angebot.
Mit dem Stand "Bildung" wurde zudem ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit vorgestellt.
Denn unseren meist hoch motivierten Mitarbeitern bieten wir gleichzeitig Bildungsangebote,
Beratung, Unterstützung und Begleitung im und neben dem Arbeitsleben. Ein wichtiges
Argument, denn insbesondere Besucher der Ausstellung, die selber behinderte Kinder
haben, informierten sich im persönlichen Gespräch am Bildungsstand über die Arbeit der
Kasseler Werkstatt.
Danksagung
Unser Dank gilt allen Beteiligten Kollegen der Sozialgruppe Kassel e.V. sowie der Baunataler
Diakonie Kassel, Hephata und der GDW für die Organisation und Durchführung. Zudem
danken wir unseren geladenen Gästen für ihr Kommen, den Besuchern im DEZ für ihr
Interesse und dem DEZ-Centermanagement für die bereitgestellte Ausstellungsfläche.
Darüber hinaus bedanken wir uns bei unseren Auftraggebern aus der nordhessischen
Wirtschaft, sowie dem LWV Hessen für die Unterstützungsleistungen im Rahmen der
Leistungsschau.
Ein besonderer Dank aus Sicht der Kasseler Werkstatt gilt Herrn Jürgen Orth
(Arbeitsvorbereitung, KSW I), der die meiste Arbeit und Organisation für unsere Werkstatt
übernahm, sowie unserem Werkstattratvorsitzenden Herrn Olaf Haarbusch, der täglich
mindestens zwei Vertreter des Werkstattrates ins DEZ entsendete.
Britta Haldorn
(Leiterin Sozialer Dienst)
Wir stellen uns vor im DEZ in der Ausstellung: mittendrin in der Zeit v. 15. – 20.08.2011
Gemeinschaftsaktion nordhessischer Werkstätten für Menschen mit Behinderungen
Flyer
Neu: der Sinnesgarten
Es geht los mit einer seltenen Schönheit ...
... mit einer Elsbeere. Der Baum des
Jahres 2011 ist die Elsbeere mit dem Kosenamen "Schöne Else", gekürt vom Kuratorium der Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung. "Das
ist genau der richtige Baum für den ersten
Spatenstich", sagt Peter Liesert zum Start
der Baumaßnahmen zum Sinnes- und
Erlebnisgarten bei der Kasseler Werkstatt
(Werk 1). Auf einer Fläche von 3.000 qm
wird der Besucher inspiriert, die eigenen
Sinne durch Farb- und Formenspiele der
Natur, Klangkörper, Gerüche, einen Tastund Wassergarten sowie bewusstes Entspannen zu aktivieren und sich selber ein
wenig neu zu entdecken.
Mit finanzieller Unterstützung durch
die traditionelle Weihnachtsaktion von
Betten Kranefuß und vom Extra Tip sind
an Spenden 55.000 Euro eingegangen -
die kleinste Spende betrug 15 Euro, die
größte 15.000 Euro vom Gewinnsparverein der Sparda-Bank. Zusätzlich gibt es
Angebote über verschiedene Dienstleistungen, für die keine Rechnungen gestellt werden. So stehen insgesamt Mittel
in Höhe von ca. 100.000 Euro zur Verfügung. Ohne diese Mittel könnte der Garten nicht gebaut werden.
Zum Sommerfest der Kasseler Werkstatt
am 27. August ist ein Tag der offenen Tür
für den neuen Sinnes- und Erlebnisgarten
geplant. Wir freuen uns besonders, dass
das Konzept dieses Gartens nicht nur die
eigene Nutzung vorsieht, sondern auch
für andere Interessierte an Sinneserfahrungen offen ist.
Wir bedanken uns bei Betten Kranefuß, beim Extra Tip, der Handwerkskammer Kassel und beim GTL-Landschaftsarchitekt Markus Gnüchtel, der als
Gesamtleiter des Projekts seine Planungsleistung ebenfalls kostenlos erbringt. Darüber hinaus gilt unser Dank dem Eltern-und Förderverein der Kasseler Werkstatt,
welcher sich mit 7.500 Euro beteiligt hat,
und dem Planungsteam AG Sinnesgarten, das von Siegfried Braun und Peter
Liesert geleitet wird.
Gerald Reißmann
(Vorsitzender des Vorstands)
Innovationen in Grün
Heinz-Richard Klose, neuer Leiter des Gartenbaus
In meinen ersten zwei Wochen - es
war sehr winterlich zur Zeit meines ersten "Amtsaktes" - konnte ich für die
MitarbeiterInnen des Garten- und Landschaftsbaus die Anschaffung neuer Winterarbeitsstiefel erreichen, die Freude
war groß, und ich war angenommen.
Mitte November 2010 habe ich die Leitung des Bereichs Gartenbau der Kasseler Werkstatt übernommen, ich heiße
Heinz-Richard Klose, bin verheiratet und
habe zwei Kinder. Ich bin gelernter Staudengärtner und habe vor fast 20 Jahren
meine Gärtnermeisterprüfung abgelegt.
In den letzten 19 Jahren war ich mit einer eigenen Staudengärtnerei selbständig,
nach reiflicher Überlegung hatte ich mich
aber entschlossen, mich beruflich zu verändern. In meiner langjährigen Selbständigkeit konnte ich durch die Ausbildung
junger GärtnerInnen sowie den täglichen
Kundenkontakt viel Erfahrung im Umgang mit Menschen sammeln. Diese Erfahrungen helfen mir heute im Umgang
mit den MitarbeiterInnen.
Seit dem Eintritt in die Kasseler Werkstatt habe ich schon kleinere Projekte in
die Wege geleitet, um neue Vermarktungsgebiete zu erschließen und die MitarbeiterInnen zu motivieren. In diesem
Herbst werden wir für interne und externe
Kunden einen Überwinterungsservice für
Kübelpflanzen anbieten, dieser beinhaltet
die fachgerechte Überwinterung, Schnitt- und Düngemaßnahmen, sowie gegen
Aufpreis auch einen Hol- und Bringdienst.
Mit einer international tätigen Samenzuchtfirma haben wir eine Zusammenarbeit beschlossen. Es werden ein- und
mehrjährige Pflanzen nach Bioland-Richtlinien angebaut, und der geerntete Samen wird im Herbst an diese Firma
verkauft.
Weiterhin ist die Kasseler Werkstatt seit
Anfang März wieder auf dem Wochenmarkt in Wehlheiden mit einem eigenen
Marktstand vertreten, und das seit über
drei Jahren geplante Gewächshaus für
bessere Produktionsbedingungen im Gartenbau wird in diesem Jahr errichtet.
Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit meinen neuen KollegInnen
und den 40 MitarbeiterInnen.
Heinz-Richard Klose
(Bereichsleiter Gartenbau)
Aus zwei Computern wurden 120
Wolfgang Bertram: IT-Beauftragter sowie Informations-
und Kommunikationstechnologie-Management
Seit 1990 ist Wolfgang Bertram IT-Beauftrag-
ter in der Sozialgruppe Kassel e.V. - und hat
den technischen Wandel mit gestaltet.
Was sind Ihre Aufgaben in der Sozialgruppe Kassel?
Am wichtigsten ist, dass alles läuft -
um Störungen kümmere ich mich zuerst.
Außerdem installiere ich Betriebssysteme
und Software, mache Reparaturen und
Fehlersuche, unterstütze Kollegen bei
Fragen oder Problemen, setze mich mit
neuen Techniken auseinander und erstelle IT-Konzeptionen.
Wie hat sich Ihre Arbeit verändert?
Alles ist viel mehr und komplexer geworden. 1990 haben wir die ersten PCs
bekommen, das erste Netzwerk bestand
aus zwei Computern mit einem Drucker -
heute haben wir 19 Server und etwa 120
Computerarbeitsplätze. Dass sich die Anzahl der Server und PCs so stark erhöht
hat, liegt auch daran, dass die Kunden
mehr auf dem elektronischen Weg erledigen wollen. Auch intern geht sehr viel
über Computer: Protokolle, Räume und
Autos reservieren und Sitzungstermine
vereinbaren. Und es gibt nichts Schlimmeres, als wenn das Mailsystem ausfällt
- dann ist wirklich Not.
Was mögen Sie an Ihrer Arbeit?
Dass man schnell Erfolge sieht, im Gegensatz zur sozialen Arbeit, wo man Erfolge eher längerfristig sieht. Auch schön
ist, dass man immer neue Sachen lernt.
Ich habe zwar Schulungen zu Software-Produkten besucht, aber das Meiste habe
ich mir selbst angeeignet.
Ich arbeite wirklich gern hier, habe
nette Kollegen und bei Computer-Fragen
geben sich alle richtig Mühe, haben aber
auch keine Scheu zu fragen - das läuft
wirklich gut.
Was würden Sie gern verändern?
Mir fehlt ein Stellvertreter. Das heißt,
ich nehme Probleme mit in den Urlaub,
und wenn ich mal krank bin, denke ich:
Läuft das alles? Es wäre schön, wenn
man wüsste, dass die EDV bei jemandem
in guten Händen ist.
Ist Ihre Arbeit davon beeinflusst, dass Sie
in Einrichtungen tätig sind, in der Menschen
mit Behinderung arbeiten?
Ich habe vor allem mit den Angestellten ohne Behinderung zu tun. Aber
aus meiner Zeit im Sozialen Dienst und
auch, weil ich mir ein Büro mit einer
Kollegin des Sozialen Dienstes teile, habe
ich natürlich noch Kontakte zu den Mitarbeitern mit Behinderung und finde
das auch positiv. Ich bin ja nicht in die
EDV gewechselt, weil ich das im Sozialen
Dienst nicht mehr machen wollte - aber
da musste ich eben eine Entscheidung
treffen.
Es gibt auch einige Mitarbeiter mit Behinderung, die Computerarbeitsplätze
haben, und das wird noch mehr werden.
Menschen mit Behinderung gehen gern
an Computer ran, können relativ viel und
sind zum Beispiel sehr aktiv in sozialen
Netzwerken - da staunt man manchmal.
Was steht in der nächsten Zeit an Herausforderungen für Sie an?
Ein wichtiges Thema in den kommenden Monaten wird die Datenübertragung
zwischen den einzelnen Standorten der
Sozialgruppe: Glasfaser- oder Drahtkabel
sind entweder zu teuer oder übertragen
zu langsam, deshalb funken wir. Doch
die vielen W-LAN-Netze stören unsere
Verbindung und so müssen wir wahrscheinlich auf eine andere Art von Richtfunk umsteigen.
Interview: Nora Wetzel
Wolfgang Bertram (49) macht den IT-Service für die
Sozialgruppe Kassel e.V., ist also zuständig für die gesamte EDV. Nach einer Ausbildung zum Energie-Anlagen-Elektroniker bei VW studierte er in Kassel Sozial
wesen mit dem Abschluss Diplom-Sozialarbeiter/Diplom-Sozialpädagoge. Von 1990 bis 2008 war er in der Kasseler Werkstatt im Sozialen Dienst tätig. Ab
1990 kümmerte er sich zusätzlich zu seiner eigentlichen Tätigkeit um die EDV/IT, 2001 wurde daraus
eine halbe und 2008 eine volle Stelle.
Aktenvernichtung anderswo
Besuch in den Bathildisheimer Werkstätten
Da die Absauganlage unserer Aktenvernichtung am 29. März repariert werden
musste, nutzten wir die Gelegenheit, um
die KollegInnen aus den Bathildisheimer
Werkstätten am Standort Neu-Berich bei
Bad Arolsen zu besuchen. Dort wurden
wir sehr freundlich vom Werkstattleiter
Bernd Itter empfangen, der uns mit viel
Engagement und offen für jede unserer
Fragen durch sein Haus führte. Unsere
MitarbeiterInnen sahen eine ganz andere
Anlage, als sie aus der Kasseler Werkstatt
kennen. Es zeigte sich deutlich der Unterschied zwischen einer Aktenvernichtung
im ländlichen Gebiet und unserer im
Einzugsgebiet der Stadt Kassel mit einem
zehnfach höheren Jahresvolumen.
Der zur Verfügung stehende Platz im
Arbeitsraum und auch die maschinelle
Ausstattung sind mit unseren nicht zu vergleichen. Aber immer kann man sich bei
KollegInnen noch etwas abschauen: Denn
auch dort baut das engagierte Personal
Vorrichtungen und Hilfsmittel, um den
MitarbeiterInnen die Arbeit zu erleichtern
oder diese erst möglich zu machen.
Wir waren beeindruckt von einer
Ausdrückvorrichtung für die Ordnermechanik, die wir so auch bauen werden,
um schwächeren MitarbeiterInnen die
Möglichkeit zu geben, diese Arbeit ohne
hohen Kraftaufwand zu bewältigen. Interessiert sahen wir uns auch die anderen
Bereiche der Werkstatt an, und bei einer
abschließenden Tasse Kaffee wurden
noch offene Fragen besprochen.
Wir danken Personal und MitarbeiterInnen für den informativen Austausch.
Andreas Wagner
(Gruppenleiter Aktenvernichtung)
Was passiert zwischen halb
sieben und halb drei?
Außenarbeitsplätze bei der Firma Neways
Agnes Kurkowiak, Anja Vaupel und
Filiz Cifci haben seit Anfang 2010 einen
Außenarbeitsplatz (s. Kasten) bei der Firma Neways in Kassel-Waldau im Bereich
Lagerlogistik. Wie klappt die Zusammenarbeit, wie werden die Herausforderungen
am allgemeinen Arbeitsmarkt bewältigt?
In der Lagerlogistik von Neways beginnt
der Tag früh; zwischen sechs und sieben
Uhr morgens. Von hier aus wird die Fertigung der Firma, die Elektronik für Kunden
im Bereich Industrie und Medizintechnik
herstellt, mit Arbeit versorgt. Zusammen
mit ihren Kolleginnen Tanja und Rita Blauert gehen Anja Vaupel und Agnes Kurkowiak ans Werk: Sie bereiten Bauteile vor,
bestücken Platinen und beladen rollbare
Wagen so mit Teilen, dass diese gleich von
dort aus weiter verarbeitet werden können.
Seit fast einem Jahr sitzen sich die vier
Frauen nun an einem Arbeitsplatz gegenüber und sind "sehr zufrieden" mit
einander. "Anja und Agnes sind sehr
nett und hilfsbereit. Wir haben sie hier
angelernt, und jetzt unterstützen sie uns.
Wir arbeiten eigentlich den ganzen Tag
zusammen und haben immer ein Auge
darauf, was die beiden machen", erklärt
Rita Blauert.
Filiz Cifci sitzt im Nebenraum an einer
Maschine und "rüstet auf". Das bedeutet,
dass sie kleine Bauteile einzeln in einen
Plastikgurt drückt und diesen auf eine
Art Filmrolle wickelt. Jetzt kann eine Maschine die Bauteile weiter verarbeiten. Für
diese Arbeit muss man sich lange konzentrieren können und motorisch geschickt
sein. "Ich habe erst hier gemerkt, dass ich
das gut kann", sagt Filiz Cifci. An ihrer
Arbeit schätzt sie vor allem, dass "Hände
und Klamotten sauber bleiben" und alle
KollegInnen ruhig und freundlich sind.
Nebenan arbeitet Anja Vaupel inzwischen an einer Maschine mit
Fußpedal und schneidet kleine Bauteile
zurecht, bevor sie auf die Platinen gesetzt
werden - eine knifflige Arbeit, für die
man sich konzentrieren muss. Trotzdem
finden die Frauen zwischendurch immer etwas Zeit, miteinander zu plaudern:
über das Wetter, Frisuren, Männer, und
grade auch über Agnes Kurwokiaks neue
Wohnung. Dorthin hat sie ihre Kolleginnen für Sonntag eingeladen - zu einem
Plausch außerhalb der Arbeitszeit. Alles
ganz normal. Und doch etwas anders.
"Am Anfang waren wir etwas skeptisch, ob das klappt", gibt Bernhard Tesche, Leiter der Lagerlogistik bei Neways,
zu. "Aber unsere Geschäftsführung hatte
schon einmal gute Erfahrungen mit einer
solchen Zusammenarbeit gemacht und
deshalb haben wir bei der Kasseler Werkstatt angefragt, ob sie Mitarbeiter hat,
die bei uns anfangen möchten." Und so
arbeiten Agnes Kurkowiak, Anja Vaupel
und Filiz
Cifci nach einem Praktikum
bei Neways seit Anfang 2010 auf Außenarbeitsplätzen in der Firma. Sie sind damit
offiziell bei der Kasseler Werkstatt angestellt, werden aber von Neways bezahlt.
"Ich bin erstaunt, wie gut sich alle drei
eingearbeitet haben, sich weiter entwickeln - wir haben wirklich tolle Kolleginnen bekommen", sagt Bernhard Tesche.
Auch Andreas Schuller, der die Außenarbeitsplätze vermittelt und betreut, ist zufrieden: "Die kümmern sich hier wirklich
gut; es liegt ihnen etwas an den drei
Frauen. Und die fühlen sich total wohl
hier, diese Arbeitsplätze draußen geben
ganz viel Selbstbewusstsein." Das ist auch
Tanja Blauert (Mitarbeiterin Lagerlogistik
und Schwerbehindertenvertretung) aufgefallen: "Sie sind viel freier geworden, offener, flexibler und nicht mehr so ängstlich
wie am Anfang."
Nora Wetzel
Der richtige Mann
am richtigen Ort
Stefan Bornscheuer hat einen Außenarbeitsplatz bei Pro Dokument
Stefan Bornscheuer sitzt an einem
großen Arbeitstisch, vor ihm liegt ein
Stapel Dokumente. "Ich mache gerade die Belegvorbereitung", erklärt er
und zeigt, was das heißt: Bevor die Dokumente der Kunden gescannt werden,
müssen alle Blätter entheftet werden, damit die Maschine sie einzeln einziehen
kann. Dazu müssen sie von Büroklammern befreit werden. "Das ist wichtig,
damit die Schutzscheiben über den Scannerkameras nicht verkratzen." Auf dem
Weg vom Papier zur digitalen Akte gibt
es noch weitere Arbeitsschritte wie Indexieren und Verschlagworten. Auch die
erledigt Stefan Bornscheuer.
Seit März 2006 arbeitet der 33-Jährige
im
Dokumenten-Management-Center
der Pro Dokument auf einem sogenannten Außenarbeitsplatz. Eva Müller-Eidam, seine Betreuerin bei den Göttinger
Werkstätten, findet diese Lösung genau
richtig. "In unserem Holzbereich hat
Herr Bornscheuer sich nicht wohlgefühlt, aber auf dem regulären Arbeitsmarkt
würde es auch nicht klappen. Er hat eine
rechtsseitige Lähmung und macht seine
Sachen gut, aber es dauert eben."
Und wie kam sie auf Pro Dokument?
"Herr Bornscheuer hat eine Ausbildung
zum Bürohelfer gemacht - diesen Bereich gibt es bei den Göttinger Werkstätten nicht. Deshalb habe ich Herrn Müller, den Betriebsleiter von Pro Dokument,
auf einer Tagung angesprochen, und er
war so nett, es mit Herrn Bornscheuer zu
probieren."
Und Roland Müller hat es nicht
bereut: "Als Stefan hier anfing, habe
ich gedacht, er würde nur Dokumente
entklammern können. Aber er hat total viel gelernt und macht inzwischen
alle Arbeitsschritte. Das hat mich total
überrascht und zeigt, wozu Werkstattmitarbeiter fähig sein können, wenn sie
entsprechend gefördert werden." Und
noch etwas ist dem Betriebsleiter aufgefallen: "Er hat peripheres Wissen. Auch
Aufträge, die schon länger zurückliegen,
hat er im Blick. Wenn ich etwas über einen älteren Auftrag wissen will, muss ich
nur Stefan fragen."
Auch der so Gelobte fühlt sich wohl:
"Es gefällt mir gut hier, weil ich alles
kann und gut mit allen auskomme."
Davon kann man sich schon bei einem
kurzen Besuch überzeugen: Mit einem
Kollegen diskutiert er am liebsten über
die Kassel Huskys, andere scherzen beim
Anblick der Facetten-Journalistin, jetzt
könne er das ja bald professionell machen - erst vor Kurzem sei er für eine
andere Zeitung interviewt worden. Stefan Bornscheuer nimmt's gelassen und
fasst seine Arbeit so zusammen: "Hier ist
es interessanter und auch etwas komplizierter als in der Werkstatt."
Nora Wetzel
Pfiffikus bundesweit
maßstabsetzend
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. hat drei innovative Initiativen für
den Preis exzellent:bildung nominiert. Das Bildungsreferat
Pfiffikus, das sich in der Kasseler Werkstatt seit 2005 für
berufliche, Alltags- und Persönlichkeitsbildung engagiert,
gehört in der "Werkstättenlandschaft" zu den drei Initiativen, die bundesweit Maßstäbe setzen und zur Nachahmung aufrufen.
Pfiffikus entwickelt in erster Linie arbeitsbezogene Fortbildungsangebote. Die MitarbeiterInnen mit Behinderung
sollen ihre Fachkompetenzen erweitern können, ihre Selbständigkeit soll gefördert und ihre Handlungskompetenz
erweitert werden. Ziel ist es zudem, ein lebenslanges Lernen
zu ermöglichen und die Arbeitszufriedenheit zu steigern.
Auf der Werkstätten:Messe im März in Nürnberg wurde
der Preis von der bayrischen Staatsministerin für Arbeit
und Soziales Christine Haderthauer überreicht. Herzlichen
Glückwunsch!
Begleitung durch aha e.V.
Leben in eigener Regie und Unterstützung nach Maß
Jahren in der Kasseler Werkstatt beschäftigt,
dort haben sie sich kennen und lieben
gelernt. Schon nach kurzer Zeit ist
Anja zu Axel gezogen, obwohl ihre Großmutter,
bei der sie lebte, große Bedenken
hatte. Ihr Wunsch, gemeinsam in eigener
Wohnung zu leben, wurde vom Verein
Ambulante Hilfen im Alltag (aha e.V.)
in Zusammenarbeit mit dem Sozialen
Dienst und GruppenleiterInnen der Werkstatt
begleitet.
Anja und Axel
fanden bei aha
e.V. und in der
Werkstatt BetreuerInnen,
die sie ernst
nahmen. Mit
ihnen konnten
sie über die Probleme reden und gemeinsam
nach Lösungen suchen. Inzwischen
sind sie glücklich verheiratet. Beide leben
in einer gemeinsamen Wohnung in Lohfelden.
Jeder bekommt Unterstützung im
Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens
durch einen Bezugsunterstützer und
zwei Sozialpädagogen von aha e.V. Axel
ist mit einem Unterstützer sogar seit rund
14 Jahren der erste Kunde des Ambulant
Betreuten Wohnens bei aha e.V. Nach Absprache
kommen die Unterstützer in der
Regel einmal die Woche zu ihnen, um
über alle wichtigen Dinge zu reden, sie zu
Ärzten zu begleiten usw.
Zusätzlich erhält Anja Assistenz bei alltäglichen
Verrichtungen (Körperpflege,
Haushalt usw.), die sie wegen einer halbseitigen
Lähmung nicht allein machen kann.
Ihre Assistenten kommen dreimal in der
Woche, dann wird gemeinsam aufgeräumt,
eingekauft, gekocht und so weiter. Durch
die Hilfen hat Anja auch sehr schnell gelernt,
allein mit Bus und Straßenbahn zu
fahren. Schließlich war auch die Großmutter
sehr stolz auf Anja, die ihr zeitweise
noch helfen konnte, bevor sie verstarb.
Ebenso wie Anja und Axel bietet aha e.V.
auch anderen Menschen mit Behinderung
Beratung und Unterstützung zu allen Themen
und Problemen, um ein Leben nach
eigenen Vorstellungen zu ermöglichen. Die
Bemühungen von aha e.V. erfolgen auch in
Zusammenarbeit mit dem Sozialen Dienst.
Neben Beratung zu allen Fragen und Ambulant
Betreutes Wohnen gibt es bei aha
e.V. noch weitere Angebote: Assistenz bei
Bedarf auch bis zu 24 Stunden (pflegerische
und hauswirtschaftliche Hilfen, Begleitung,
Mobilitätshilfen), Begleitetes Wohnen
in Gastfamilien, regelmäßige Freizeitgebote
wie auch Unterstützung zur Teilnahme an
öffentlichen Veranstaltungen (z. B. Kino,
Volkshochschule, Freizeit- und Sportaktivitäten
von Vereinen).
Matthias Windisch (aha e.V.-Vorstand)
Im ,Rewirpowerstadion‘
Bundesliga-Fahrt der Kasseler Werkstatt
Nach all dem langen Warten ging es
endlich los: Erlebnis Bundesliga mit all
dem Kribbeln im Bauch, das schon in der
Woche vor dem Anpfiff langsam immer
heftiger wurde. Dann auch noch diese
klasse Ausgangslage: Bochum gegen
Hannover! Ausverkauftes Haus – und der
Verlierer steigt ab.
Die Vorfreude steigerte sich bis zum
8. Mai, dem Termin unserer Fahrt. Es ging
nach dem Treff am Auestadion in zwei
Bussen mit 16 Mitarbeitern und Betreuern
geradewegs zum Rewirpowerstadion nach
Bochum. Nach einem kleinen Imbiss ging
es auf unsere Plätze, wo wir die Atmosphäre
so richtig aufsaugten. Links von uns
eine rote Wand mit Fans aus Hannover
und rechts die Blauen. Jeder machte Stimmung, und es war unbeschreiblich laut.
Das Spiel selbst war schnell entschieden,
denn nach der ersten Hälfte führte
Hannover 3:0, was später auch das Endergebnis
war. Hannover feierte, und die
Bochumer ließen ihrem Frust freien Lauf,
sodass die Polizei eingreifen musste.
Wir blieben noch ein wenig auf unseren
Plätzen, bis sich alles etwas beruhigt
hatte, und machten uns dann
auf den Heimweg. Nach einem leckeren
Abendessen ging es zurück nach Kassel,
wo wir uns am Ende einig waren: Es
war ein richtig toller Tag mit unheimlich
schönen Eindrücken.
Marco Möller, Jürgen Ramdohr (Betreuer)
Tolle Stimmung im A7
Die 18. Disco-Party für die MitarbeiterInnen
der Kasseler Werkstatt
und der Baunataler Diakonie
war wieder ein voller Erfolg.
An die 1.000 BesucherInnen feierten
an diesem Nachmittag im
Musikpark A7. Der Eintritt war
wie immer frei, die Getränkepreise
waren sehr günstig.
In allen Bereichen des A7 wurde
ein ganz normaler Diskobetrieb
mit tollen Lichteffekten geboten.
Die Disk-Jockeys Timo La
Funk und Mike Kroonen präsentierten
Hits der letzten zehn
Jahre. Einer der Höhepunkte
war auch diesmal die Plüschtierverlosung
und der Stofftierregen.
Stolz präsentierten die
MitarbeiterInnen ihre Gewinne.
Eine Spende von 1.000 Euro
ging wieder je zur
Hälfte an die Kasseler
Werkstatt und
an die Baunataler
Werkstätten. Herzlichen
Dank an
die Diskobetreiber
Rainer Reichert
und Verena Kohl
und deren Mitarbeiter,
die diese bei
unseren MitarbeiterInnen so
beliebten Veranstaltungen mit
großem Engagement organisieren
und durchführen!
Elisabeth Ykelen (Sozialer Dienst)
Wissbegierde und … Fernweh
Flughafenbesichtigung in Paderborn-Lippstadt
Im Rahmen der zusätzlichen Bildungsmaßnahmen
fuhren wir erstmals
im Juni mit einer auserlesenen Truppe
von sieben Personen nach Paderborn,
um uns das Geschehen auf einem Flughafen
mal genauer anzusehen. Wir
wurden von einem ,Tour Guide’ in Empfang
genommen. Da sich der Flughafen
im Umbau befand, herrschte reges Treiben
in den Ankunfts- und Abflug-Hallen.
Trotzdem wurden alle Informationen
von den Teilnehmern wissbegierig
aufgenommen und eine Menge Fragen
zum besseren Verständnis gestellt.
Dann wurde es spannend.
Da wir uns in den nicht öffentlichen
Bereich begeben sollten, mussten wir uns
selbstverständlich auch einem Sicherheitscheck
unterziehen. Zuerst mussten
wir, wie bei einer richtigen Flugreise, unsere
Ausweise vorzeigen bzw. abgeben
und bekamen dafür Besucherausweise.
Dann hieß es: Taschen leeren, Gürtel und
Jacken ausziehen und schließlich durch
die bekannten Schleusen. So wurde kontrolliert,
ob niemand spitze Gegenstände
wie Scheren oder Messer mit sich führte.
Das Ganze geschah in einem Bereich,
der normalerweise Politikern, Prominenz
und anderen wichtigen Persönlichkeiten
vorbehalten ist. In einem Bus fuhren wir
mit unserem Guide auf das Vorfeld des
Flughafens. Von dort aus hatten wir beste
Sicht auf das Ent- und Beladen von Flugzeugen
sowie das Betanken. Wieder gab
es reichliche Informationen und wieder
wurden eine Menge Fragen gestellt.
Vorbei an großen Ferienfliegern ging
es weiter zur Halle der Flughafenfeuerwehr.
Aus nächster Nähe konnten wir bei
bestem Wetter startende und landende
Flugzeuge beobachten. Zum Abschluss
fuhren wir noch zu einem riesigen Hangar
von Air Berlin, der zur Wartung zwei
große Flugzeuge zugleich aufnehmen
kann. Dann neigte sich unsere Besichtigung
auch leider schon dem Ende zu. Ein
lohnender Ausflug, von dem leider ein
kleines bisschen Fernweh übrig blieb bei
den Teilnehmern Jan Borgmann, Boo-Felix
Hankel, Tim Lerch, Jörg Möller, Dieter
Schake, Kai-Uwe Vogel und Waldemar
Weigelmann.
Dieter Schake, Waldemar Weigelmann
Schön war‘s
Sommerfest der KSW
Bei schönstem Sommerwetter und heißen
30 Grad feierte die Kasseler Werkstatt
am 26. Juni ihr traditionelles Sommerfest,
das erstmalig an einem Samstag
stattfand. Auch in diesem Jahr gab es für
die weit mehr als 500 gut gelaunten BesucherInnen
ein abwechslungsreiches
Programm. Neben dem Streichelzoo und
dem Ponyreiten begeisterte auch das Bogenschießen
die BesucherInnen. Darüber
hinaus verschaffte das Bungee-Trampolin
den MitabeiterInnen und deren Angehörigen
viele positive Emotionen.
Für viel Aufsehen sorgte auch der in alle
Einzelteile zerlegte VW Tiguan, der dankenswerter
Weise durch das OTC-Baunatal
zur Verfügung gestellt wurde. Abgerundet
wurde das Programm durch das Duo Madison,
das wieder mit allerlei Hits sowie der
Elvis-Show die BesucherInnen begeisterte.
Darüber hinaus bescherten auch der neu
formierte Werkstattchor unter Leitung von
Horst Wissel sowie die Märchenfee Andrea
C. Ortolano viele schöne Momente.
Ein weiteres Highlight war eine Tombola
mit tollen Preisen wie z. B. einem
Wochenende mit einem alten ,Mexiko-
Käfer’. Insgesamt konnten bei der Tombola
1.153 Euro zugunsten des Baus des
Brüder-Grimm-Sinnespfades in der KSW
1 eingenommen werden.
Unser Sommerfest war dank aller Akteure,
der fleißigen HelferInnen, der Sponsoren
und Gäste ein gelungenes Fest.
Andreas Schuller (Sozialer Dienst)
Briefe für die 1, ein
Päckchen zum Holzmarkt
Herbert Kepper: zuständig für die ,interne Posttour’
Herbert Kepper ist Mitarbeiter im Arbeitsbereich
3 der Kasseler Werkstatt
(KSW) 2. Hier arbeitet er an verschiedenen
Maschinen wie z. B. CNC-Bearbeitungszentren,
Bohr- und Gewindeschneidmaschinen.
Seit 2009 ist er zusätzlich für
die Posttour zwischen den Einrichtungen
der KSW und der Geschäftsstelle im Holzmarkt
zuständig.
„Vormittags fahre ich Briefe und Pakete
von hier aus zur Werkstatt 1 und dann
noch zur Geschäftsstelle im Holzmarkt“,
erzählt er. „Mein Gruppenleiter hat mich
angesprochen, ob ich Lust hätte, das zu
machen, und ich habe mir gedacht: Warum
nicht?“ Bis jetzt hat er die Zusage
nicht bereut; die Arbeit mache Spaß: „Es
ist ganz gut, zeitweise ein bisschen anstrengend,
wenn viel zu transportieren ist.
Dann muss ich mich darum kümmern,
dass ich einen Beifahrer bekomme. Besser
als in der Werkstatt ist, dass man da mal
alleine ist, abspannen kann und einem
niemand dazwischen redet.“
Dass er hier Verantwortung trägt, ist
ihm bewusst. „Man kann sein eigenes
Ding machen – aber das darf man auch
nicht übertreiben. Wenn ich zwischendurch
nach Hause fahre und Kaffee trinke
– das geht nicht.“
Herr Kepper findet es gut, gebraucht zu
werden und erzählt: „Als ich einmal aus
dem Urlaub gekommen bin, hab ich meinen
Chef ein bisschen geärgert und zu ihm
gesagt: ,Na, ihr habt jetzt ja den Ersatzfahrer,
dann braucht ihr mich ja nicht mehr.’
Aber er meinte: ,Nee, wir wollen dich haben.’“
Und auch für Herbert Kepper steht
fest: „Ich will diese Arbeit weitermachen
und sehe keinen Grund, warum nicht.“
Seit vier Jahren arbeitet er in der KSW.
„Vorher habe ich draußen gearbeitet, aber
dann gab es in dem Betrieb eine Umstrukturierung,
und mein Chef meinte, er
bräuchte jemanden, der lesen und schreiben
kann. Ich habe dann versucht, etwas Anderes
zu finden, aber das hat nicht geklappt.
Und dann habe ich hier angefangen.“
Seit nunmehr einem Jahr ist Herbert
Kepper ein Mitarbeiter, der zuverlässig
die Botenfahrten zwischen den Teilbereichen
der Sozialgruppe auf einer festen
Tour übernommen hat. Im Vorfeld stand
eine Qualifizierung Vom Mitarbeiter zum
Produktionshelfer, an der bisher sieben MitarbeiterInnen
des AB 3 teilgenommen haben.
Ziel dieses Angebotes ist die Qualifizierung
von MitarbeiterInnen möglichst
bis hin zur Übernahme in ein Arbeitsverhältnis
in der Sozialgruppe Kassel e.V.
beziehungsweise die Vermittlung in ein
Arbeitsverhältnis auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Dieses Ziel konnte nach zwei Jahren
Qualifizierung von zwei MitarbeiterInnen
erreicht werden. Wenn auch dieses
Ziel für die anderen fünf noch nicht zu erreichen
war, so stellen wir doch bei allen
Beteiligten einen Qualifizierungssprung
fest; insbesondere in sozialen Kompetenzen,
aber auch bei Arbeitstugenden.
Die fünf MitarbeiterInnen, die den Sprung
zum Produktionshelfer noch nicht bewältigt
haben, wurden in die Lohngruppe 6b
eingruppiert und leisten hervorragende
Arbeit. Für alle anderen MitarbeiterInnen
der Kasseler Werkstatt sind sie zu einem
Vorbild geworden – dazu gehört auch Herbert
Kepper.
Das Foto zeigt Herbert Kepper vor
seinem Arbeits-Auto, einem VW Fox.
Manchmal fährt er auch größere Wagen,
„aber mit dem hier fahre ich am liebsten“.
Nora Wetzel,
Frank Heinemann (Bereichsleiter AB 3)
Geistig und psychisch
beeinträchtigt
Fortbildung zum Thema Doppeldiagnose
Doppeldiagnose – Jedes Verhalten
macht Sinn – Umgang mit auffälligen
Verhaltensweisen in der WfbM – um
dieses komplexe Thema zu bearbeiten,
trafen sich am 19. und 20. Februar die
Gruppenfachkräfte, der Bereichsleiter und
der zuständige Soziale Dienst des Arbeitsbereiches
2 zu einer Inhousefortbildung.
Der Fokus: Menschen mit Doppeldiagnose,
also mit einer geistigen und einer psychischen
Beeinträchtigung.
Mit Thomas Beer, Diplom-Psychologe
und Diplom-Pädagoge mit Erfahrung in
der Werkstattarbeit, konnten wir über die
Lebenshilfe einen fachkompetenten Dozenten
gewinnen, nach kurzer Zeit stand
fest: Zwischen ihm und den Teilnehmern
der Fortbildung „stimmte die Chemie“.
Die Anpassung im sozialen Umfeld
fällt Menschen mit Doppeldiagnose
schwer, sie haben oft Probleme gerade im
zwischenmenschlichen Bereich. Das Erleben
und Handeln ist durch die Störung
der Wahrnehmung, des Fühlens, des Denkens
und der Erlebnisverarbeitung verändert
und daher für Außenstehende oft
schwer zu verstehen. Daraus resultieren
Verhaltensweisen, die im Werkstattalltag
für Schwierigkeiten sorgen und die Gruppenfachkräfte
und den Sozialen Dienst
an Grenzen bringen.
Wie muss die Arbeit für Menschen mit
Doppeldiagnose organisiert sein? Muss
ich merkwürdiges Verhalten unterbinden?
Kann ich ein solches Verhalten akzeptieren,
sofern es mich und andere Menschen
nicht verletzt bzw. einschränkt? Macht die
Installierung einer speziellen Gruppe mit
vorwiegend psychisch behinderten MitarbeiterInnen
Sinn, oder ist die Schaffung
einer ,Insel’ nur sehr schwer umzusetzen?
Wann macht zu viel Struktur krank?
Wie sollte die Fort- und Weiterbildung für
Gruppenfachkräfte, die mit diesem Personenkreis
arbeiten, aussehen? Wie kann
ich jemanden, der sich von allem fernhält
und in ,seiner eigenen Welt’ lebt, besser in
das Gruppengeschehen integrieren?
Diese und noch viele andere Fragen
wurden in den beiden Tagen beantwortet
und besprochen, außerdem arbeiteten wir
intensiv an Fallbeispielen praktische und
umsetzbare Erkenntnisse heraus.
Nach zwei Tagen konzentrierter Arbeit
ging das Team des Arbeitsbereichs 2 hochmotiviert
und gestärkt nach Hause, mit
der Zuversicht, die neuen Ideen und Impulse
in der täglichen Arbeit anwenden zu
können und für Krisen gewappnet zu sein.
Heike Klöckl (Sozialer Dienst)
„Und jetzt die Hände
zum Himmel ...“
Zehn Jahre Tanznachmittage mit Sven Winkel
Mit Rock ‘n‘ Roll, Country-Musik und
Schlagern sorgt Sven Winkel beim Tanznachmittag
am 11. September für gute
Stimmung. Das tut er nicht zum ersten
Mal. „Ich komme schon seit vielen Jahren
hierher“, sagt Michael Viehmann,
der in den Caldener Werkstätten arbeitet.
„Hier trifft man immer viele Leute. Und
ich kenne auch die Küchenchefin, die den
Kuchen hier selber backt, der ist echt gut.“
Er ist mit einer Freundin auf dem Weg
zum Tanznachmittag in der KSW 2, den
der Eltern- und Förderverein der Kasseler
Werkstatt zweimal im Jahr organisiert.
„Diese Veranstaltung ist für Behinderte,
die nicht so viel Geld haben, um in die
Disco zu gehen. Hier sind die Leute unter
sich und können sich privat treffen. Das
ist sonst oft nicht möglich, weil sie immer
einen Betreuer brauchen. Außerdem
wird man bei Veranstaltungen wie Discos
sehr schnell ausgegrenzt, wenn man
ein bisschen anders ist“, sagt Meta Girod,
die im Vorstand des Vereins mitarbeitet.
Sie ist mit ihrer Tochter Steffi gekommen,
die erst später tanzen will. Auch sie war
schon oft hier, trifft Freunde und isst erst
einmal etwas.
Während viele noch bei Kaffee und
Kuchen zusammensitzen, beginnt Sven
Winkel mit seiner Show. Jürgen Drews,
Ein Stern, der deinen Namen trägt, Der Mann
im Mond, Country-Musik: Der Entertainer
weiß, was den Gästen gefällt – schließlich
spielt er hier seit zehn Jahren. Zur Feier
des Bühnen-Jubiläums wird er noch als
Elvis, als ,King of Rock ‘n‘ Roll’ auftreten.
„Und jetzt die Hände hoch, ihr kennt das
Spiel!“, ruft er, als der Refrain losgeht,
und die TänzerInnen lassen sich nicht
lange bitten.
„Die Leute gehen hier sehr schnell mit“,
sagt er in der Pause. „Die saugen das richtig
auf. Und sie überlegen nicht lange, bevor
sie auf die Tanzfläche gehen, sondern
legen einfach los und machen ihr Ding.“
Auch Michael Viehmann hat inzwischen
schon getanzt und macht eine
kurze Pause. „Ich kenne hier fast alle,
und die Musik ist gut“, erzählt er, plaudert
dann kurz mit anderen Gästen –
und geht wieder tanzen.
Nora Wetzel
Man darf nie nachlassen
Interview mit Heike Klöckl (Sozialer Dienst in der KSW)
Warum haben Sie sich für den Beruf Sozialarbeiterin
entschieden?
Nach dem Abi habe ich ohne wirkliche
Überzeugung erst mal eine Ausbildung
zur Groß- und Außenhandelskauffrau gemacht.
Kurz nach Beginn der Ausbildung
wusste ich dann allerdings sehr schnell,
dass ich Sozialwesen studieren wollte. Die
Arbeit sollte sich mehr um den Menschen
drehen und weniger um den Papierkram.
Während meiner berufspraktischen Studien
war ich fünf Monate in den Baunataler
Werkstätten tätig. Ich hatte vorher
noch keine praktischen Erfahrungen in
der Arbeit mit Menschen mit Behinderung,
aber die Tätigkeit dort hat mir so
viel Spaß gemacht, dass mir klar wurde,
dass ich in diesem Arbeitsfeld meine berufliche
Zukunft sah.
Beschreiben Sie bitte Ihre heutige Stelle
und die damit verbundenen Aufgaben.
Gleich meine erste Stelle nach dem
Studium bekam ich hier in der Kasseler
Werkstatt als Sozialarbeiterin im
Sozialen Dienst. Ich war zwar für unterschiedliche
Bereiche zuständig, aber
im Grunde habe ich diese Stelle immer
noch. Ich bin Ansprechpartnerin für
über 160 Mitarbeiter und sorge dafür,
dass es ihnen an ihrem Arbeitsplatz gut
geht. Ich arbeite übergreifend und habe
Kontakt zu allen: dem Mitarbeiter, seinen
Eltern bzw. gesetzlichen Betreuern,
dem Leistungsträger sowie den Wohnheimen
und den Kollegen vom Betreuten
Wohnen. Aufnahmeformalitäten erledigen,
Berichte verfassen und Bildungspläne
absprechen gehören ebenfalls zu meinen
Aufgaben.
Was mögen Sie an Ihrem Beruf, was nicht?
Meine Arbeit bleibt immer spannend,
jeder Tag ist anders, nie langweilig! Man
kann davon ausgehen, dass man die
Hälfte von dem, was man sich für den
Tag vorgenommen hat, nicht schafft, weil
aktuelle Dinge hinzukommen, aber gerade
diese Herausforderungen machen den
Job so interessant. Außerdem haben wir
hier ein tolles Team, ich habe sehr gute
Kollegen und wir arbeiten wirklich Hand
in Hand.
Was ich nicht mag, ist, dass die Verwaltungsarbeit
im Laufe der Zeit immens
zugenommen hat, weil ich dadurch weniger
Zeit für die Mitarbeiter habe. Ich gehe
trotzdem alle zwei Tage durchs Haus, bin
immer ansprechbar. Auch zu den Kollegen
Kontakt zu halten und sich auszutauschen,
ist wichtig. Deshalb ist meine Bürotür
auch immer offen.
Gibt es ein Arbeitsethos, einen Grundsatz,
der Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders wichtig ist?
Man darf in diesem Job nie nachlassen,
muss immer neue Ideen haben. Es ist
wichtig, dass die Mitarbeiter gerne und
motiviert an die Arbeit kommen. So haben
wir das Bildungsreferat Pfiffikus aufgebaut
oder haben für Mitarbeiter, die
nicht so lange arbeiten können, einen
Ruheraum und einen Kreativraum eingerichtet.
Es muss eine Weiterentwicklung
stattfinden.
Außerdem ist es mir wichtig, die Mitarbeiter
ernst zu nehmen und auf Augenhöhe
miteinander zu sprechen.
dOCUMENTA (13)
Wir waren dabei …
… als die erste Skulptur am 21. Juni 2010 in der Karlsaue
eingeweiht wurde! Sie ist ein Geschenk der künstlerischen
Leiterin der dOKUMENTA (13) an die BürgerInnen Kassels.
Carolyn Christov-Bakargiev sagte bei der Einweihung,
dass sie die Kasseler mitnehmen will auf dem Weg bis zur
Eröffnung der Kunstausstellung im Juni 2012.
Zwischen der Gustav-Mahler-Treppe und dem Ehrenmal
in der Karlsaue steht er jetzt, der 9 m hohe Bronzebaum,
ein Abguss eines abgestorbenen Haselnussbaumes. In seiner
Krone liegt ein Stein. Idee di Pietra (Ansichten eines Steins)
nennt der italienische Künstler Giuseppe Penone sein Werk.
Neben der Skulptur, die wie ein echter Baum aussieht,
wurde eine kleine Stechpalme gepflanzt, die – wie Carolyn
Christov-Bakargiev sagte – hoffentlich schön wächst in den
nächsten zwei Jahren bis zur Eröffnung der weltweit größten
Kunstausstellung.
Der Künstler sagte im Rahmen eines Interviews, dass es
Sinn und Ziel der Malerei sei, zu bedecken. Ziel einer Skulptur
hingegen sei es, etwas aufzudecken, etwas ans Licht zu
bringen! Die Malerei unterliege der Schwerkraft, die Skulptur
drücke die Kraft aus, die der Schwerkraft entgegen wirke,
die der Schwerkraft entfliehe – das sei die „Kraft des Lichts“.
Die Welt der Pflanzen entfliehe ebenfalls der Schwerkraft, sie
werde vom Licht bestimmt, sie lebe und wachse aufgrund
des Lichts. „Das Licht zieht das Gewicht der Zweige und Blätter
an.“ So sieht es auch aus: Als wäre der Baum unter dem
Gewicht des Steins emporgewachsen, als hätte er ihn auf seinem
Lebensweg gen Himmel getragen.
Die MitarbeiterInnen sind neugierig und daran interessiert,
den Weg zur d (13) mitzugehen und die Aktionen der
künstlerischen Leiterin aktiv mitzuerleben. Giuseppe Penone,
Carolyn Christov-Bakargiev und Oberbürgermeister
Bertram Hilgen ließen sich mit unseren MitarbeiterInnen
vor der Skulptur fotografieren und filmen. Ein Kurzfilm
über die gemeinsame Aktion wird während des Adventsbasars
2010 in der KSW 1 gezeigt.
Elisabeth Ykelen (Sozialer Dienst)
Berufliche Bildung
mit Freiheiten
Ein Raum zum Hämmern, Feilen und Sägen
Die Holzwerkstatt ist eine Projektwerkstatt
im Berufsbildungsbereich (BBB).
In diesem lernen die MitarbeiterInnen
der Kasseler Werkstatt (KSW) zwei Jahre
lang verschiedene Tätigkeiten kennen,
bevor sie in einen Arbeitsbereich wechseln.
"Projektwerkstatt bedeutet, dass
wir keinen Produktionsdruck haben. Die
Mitarbeiter lernen, mit einem weiteren
Werkstoff umzugehen und können kreativ
sein", sagt Gruppenleiter Markus
Grote. Der BBB ist für Menschen mit einer
Behinderung die Vorbereitung auf
das Arbeitsleben innerhalb oder außerhalb
der Werkstatt. Hier findet eine berufliche
Bildung statt, die je nach Gruppe
und Wunsch der MitarbeiterInnen unterschiedliche
Schwerpunkte haben kann.
"Wir gestalten das so individuell, wie nur
irgend möglich. Alle bekommen hier ihren
eigenen Bildungsplan", so Grote.
Maximal vier Personen arbeiten gleichzeitig
in der Werkstatt und bauen Vogelhäuser,
Brettspiele, Holztiere - jeder
kann sich etwas aussuchen. Die fertigen
Werkstücke können mit nach Hause genommen
werden; vieles wird auf dem Adventsbasar
verkauft. Auch innerhalb der
KSW sind die Produkte der Holzwerkstatt
sehr gefragt: Hier werden nämlich auch
Arbeitstische, Infotafeln oder spezielle
Vorrichtungen zur Arbeitserleichterung
hergestellt.
Patrizia Janas (25)
Was war an Ihrem Werkstück schwierig?
Das Vogelhäuschen zusammenzubauen,
war kompliziert, das Anstreichen war
dann ganz einfach.
Woran arbeiten Sie jetzt?
Jetzt baue ich eine Futterstelle mit Vogelbad.
Sie hat verschiedene Becken, in
die man Futter, Wasser oder Sand füllen
kann.
Was haben Sie hier gelernt?
Ich habe vorher schon mal mit Holz
gearbeitet, aber ich lerne hier viel dazu.
Markus zeigt mir ganz schön viel.
Wo möchten Sie später arbeiten?
Nach der Holzwerkstatt möchte ich in
die Kabelabteilung. Die meisten finden
das langweilig, ich aber nicht.
David Klemmstein (18)
Was war am Bau des Vogelhauses schwierig?
Das Schrauben ging manchmal nicht
so gut, die Schrauben drehen leicht durch
- dann hat Markus mir geholfen.
Was haben Sie hier gelernt?
Ich habe gelernt, mit Holz zu arbeiten,
obwohl es nicht das erste Mal für mich
war. In der Schule habe ich auch schon
einmal einen Tischtennis-Schläger gebaut.
Wo würden Sie später gern arbeiten?
Das weiß ich noch nicht.
Ertugrul Eryilmaz (19)
Was war die Herausforderung an Ihrem
Werkstück?
Ich habe einen Elch und einen Hasen
gebaut. Man muss die fertigen Teile dann
so schleifen, dass die Kanten ganz glatt
sind. Anschließend habe ich die Tiere angemalt.
Was haben Sie in der Holzwerkstatt gelernt?
Wie man mit Farben umgeht, zum Beispiel,
welche Farbe man wofür benutzen
kann.
In welchem Bereich möchten Sie später arbeiten?
Das ist mir eigentlich egal.
Justina Keim (18)
Ist es schwierig, ein Brettspiel zu bauen?
Um die Löcher zu machen, in die später
die Figuren gesetzt werden, braucht man
viel Kraft, gleichzeitig muss man genau
treffen. Das ist nicht so einfach, aber ich
hab’ es gut hinbekommen.
Haben Sie Ihr Spiel auch schon selbst ausprobiert?
Ja, das habe ich zu Hause. Vor kurzem
habe ich auch mit meinem Bruder gespielt
- aber leider nicht gewonnen.
Wo möchten Sie später arbeiten?
Ich habe meinen Wunschbereich noch
nicht gefunden, aber das werde ich schon
noch. Demnächst mache ich ein Praktikum
im Verpackungsbereich.
Nora Wetzel
Draußen eine Chance
Arbeit, mit der man sich wohlfühlt
Draußen arbeiten - das trifft für David
Volk und Sascha Mühlhausen gleich
zweimal
zu. Sie arbeiten nicht nur außerhalb
der Kasseler Werkstatt (KSW), sondern
sind auch im Bauhof der Gemeinde Kaufungen
immer draußen unterwegs: David
Volk kümmert sich mit zwei anderen
Kollegen um die Spielplätze in Kaufungen,
Sascha Mühlhausen (25) arbeitet seit
zwei Jahren auf dem Friedhof. Beide fühlen
sich wohl hier. "Ich mag am Friedhof
die Ruhe", sagt Sascha Mühlhausen und
auch David Volk arbeitet gern im Bauhof.
"Die Werkstatt, das war nicht so richtig
meine Heimat", sagt er.
Das bemerkte auch Andreas Schuller,
der in den KSW für die berufliche Integration
zuständig ist und dem 21-Jährigen im
März 2009 ein Praktikum beim Bauhof
vermittelte. Hier arbeitete auch schon
Sascha
Mühlhausen, der zuvor ebenfalls
in der KSW beschäftigt war. Mit der Arbeit
im Bauhof bekommen beide eine Chance,
sich auf dem ersten Arbeitsmarkt
zu beweisen.
Wie 17 andere MitarbeiterInnen
sind sie immer noch bei den KSW beschäftigt,
haben aber einen Außenarbeitsplatzvertrag
mit dem jeweiligen Arbeitgeber,
der jedes Jahr verlängert werden
kann. "Wir haben mit Sascha sehr gute
Erfahrungen gemacht, und mit David hat
es auch sehr gut geklappt", sagt Bauhofleiter
Rolf Rauschkolb und betont, dass
beide unverzichtbare Arbeitskräfte sind.
"Wenn Sascha und David nicht mehr da
wären, wäre hier ein Riesenloch."
Für Kaufungens Bürgermeister Peter
Klein war wichtig, dass beide Seiten von
der Anstellung profitieren: "Sie sollen
hier ja nicht billige Arbeitskräfte sein,
die irgendetwas machen, sondern die
Möglichkeit bekommen, sich weiterzuentwickeln."
So war für David Volk die
Spielplatzpflege, nachdem er in der KSW
als Gärtner gearbeitet hatte, etwas Neues.
In seinem Arbeitsbereich übernimmt er
Verantwortung, zum Beispiel dafür, dass
alles sauber ist. So sei es sehr wichtig, darauf
zu achten, dass in den Sandkästen
keine Scherben liegen, damit sich niemand
verletze, erklärt Schuller.
Sascha Mühlhausen hat am Anfang
vor allem den Rasen gemäht, aber inzwischen
bereitet er auch Trauerfeiern
vor. "Auf dem Friedhof muss man sehr
gewissenhaft arbeiten", sagt Rauschkolb.
Man müsse beim Mähen vorsichtig sein,
dürfe die Gräber nicht beschädigen, und
auch auf die Menschen, die den Friedhof
besuchen, müsse man sich einstellen. Das
ist für Sascha Mühlhausen kein Problem:
Einer älteren Dame die Gießkanne
zum Grab zu tragen gehört dazu, wenn
er Besucher auf dem Friedhof trifft, grüßt
er freundlich - und das kommt gut an.
"Wenn Sascha mal nicht da ist, wird
nach ihm gefragt; er gehört eben dazu",
sagt Andreas Schuller.
Nora Wetzel
Vom Traum, arbeiten zu dürfen
Im Förderbereich bietet die Kasseler Werkstatt auch schwer behinderten
Menschen die Chance auf eine Beschäftigung
Sein grauer Kapuzenpulli im XXL-Format
dient während der Arbeit als willkommener
Rückzugspunkt. Holger, 21, ist
Autist - er sucht die Abgeschiedenheit. Vor
vier Jahren, als Holger in den Förderbereich
der Kasseler Werkstatt kam, schlich er
beim Mittagessen immer in eine einsame
Ecke des großen Speisesaals. Tag für Tag.
Heute dagegen setzt er sich schon mal an
den Nachbartisch, Holger ist zugänglicher
geworden. "In den letzten Monaten hat er
große Fortschritte gemacht", sagt Bereichsleiter
Thomas Pfeiffer. Dann allerdings,
wenn Konzentration gefragt ist, möchte
Holger nach wie vor ganz für sich alleine
sein. Befestigungsknöpfe für Autofußmatten
soll er verpacken, und er tut das mit
der übergroßen Kapuze auf dem Kopf, so,
als wäre nichts um ihn herum, als würde
er ganz in seiner eigenen Welt leben.
Mehr als 100 der kleinen, schwarzen
Teilchen hat er schon in die durchsichtigen
Plastikhüllen getan, hat jede mit
einem speziellen Gerät zugeschweißt und
dann die fertigen abgelegt. "Wenn Holger
will", meint Pfeiffer, "dann kann er sehr
effektiv arbeiten." Jetzt, in diesem Moment,
da will er. Sein Gesicht ist zwar verhüllt,
aber die Hände verraten ihn, verraten Freude und Begeisterung. Sie arbeiten
schnell, zielgerichtet, genau. Ein paar Minuten
später dann gar nicht mehr. Ohne
Vorwarnung lässt sich Holger auf den Boden
fallen, er verkrampft und schreit. An
Arbeit ist erst mal nicht mehr zu denken.
Holger ist kein Einzelfall. Neben ihm
sitzen Erkut und Hans-Hermann, Thomas
und Ilona, dazu Sabine und Marius
im Rollstuhl, die hier alle Verpackungsarbeiten
erledigen - wenn sie können.
Insgesamt 60 Behinderte im Alter von
17 bis 65 Jahren werden Pfeiffer und seine
Kollegen betreut. Es sind Menschen,
deren Handicaps einer ständigen individuelle
Betreuung auszukommen, die
aber in guten Phasen trotzdem wertvolle
Arbeit leisten. "Unser Bereich liegt quasi
in einer Grauzone", sagt Pfeiffer (49).
Einer
zwischen geregelter Schichtarbeit
im Werkstattbetrieb auf der einen und
der Komplettbetreuung auf der anderen
Seite; einer, die die Chance der meist
schwer behinderten Menschen auf ein
möglichst erfülltes Leben vergrößern soll.
Vor zwölf Jahren initiierten die Kasseler
Werkstatt als Einrichtung der gemeinnützigen
Sozialgruppe Kassel das Projekt
- damals bundesweit einmalig. Inzwischen
hat sich der Förderbereich etabliert.
Die wöchentliche Belastung variiert, der
Mindestlohn liegt bei 73 Euro pro Monat.
"Unser Orientierungspunkt ist der gesellschaftliche
Anspruch auf Arbeit", erklärt
Pfeiffer. Jeder, der wolle und in einem gewissen
Maße auch könne, müsse die Möglichkeit
hierzu erhalten. "Und wir stellen
die Rahmenbedingungen zur Verfügung,
wir unterstützen und fördern, wo wir können."
In bald sieben Großraumzimmern
für 60 behinderte Menschen und ihre 14
Betreuer wurden echte Wohlfühlatmosphären
geschaffen. An der Wand hängen
Bilder, aufgestellt sind Sofas, viele Pflanzen,
sogar Aquarien. Und dazwischen die
Tische, an denen Verpackungsaufträge diverser
Firmen ausgeführt werden.
"Früher", erzählt Pfeiffer, "war es eine
einzige Ackerei, bei Unternehmen vorstellig
zu werden, um Aufträge an Land
zu ziehen." Weil Klischees und Vorurteile
überwogen, weil den geistig oder körperlich
behinderten Menschen nicht zugetraut
wurde, fehlerfreie Arbeit zu leisten.
Inzwischen ist das anders. Die Auftragslage
hat sich stetig gesteigert, ist trotz der
aktuellen Weltwirtschaftskrise nach wie
vor gut. In all den Jahren ging nur eine
Reklamation ein - Beweis genug, dass der
Wunsch auf Beschäftigung groß ist. "Die,
die hier sind, wollen arbeiten", sagt Gruppenbetreuer
Fred Winkel.
So wie Sabine, die wegen spastischer
Lähmungen im Rollstuhl sitzt, die nur
eine Hand bewegen kann. "Immer, wenn
ich mit einem neuen Auftrag zu ihr
komme, lacht sie herzhaft vor Freude", erzählt
Winkel, "und sie meint es auch so.
Hier regiert die Ehrlichkeit", sagt er. "Das
ist in unserer Gesellschaft leider nicht
überall der Fall."
Hier, im Förderbereich, da geht es um
Achtung, um Respekt, natürlich auch um
die Wertschätzung der Fähigkeiten eines
jeden Einzelnen. "Dem defizitorientierten
Denken haben wir abgeschworen", sagt
Pfeiffer. "Wir hinterfragen nicht, was jemand
weniger gut kann, sondern was er
für Stärken hat." Und so sind es vor allem
die vermeintlichen Nebensächlichkeiten,
die bedeutend sind. Die Behinderten nennen
sie hier nicht Behinderte, sondern Mitarbeiter.
Obwohl die 60 Menschen, die
betreut werden, keiner unbeaufsichtigten
Arbeit nachgehen könnten. Momentan
jedenfalls nicht. "Die Hoffnung, dass jemand
durch unsere Förderung derartige
Fortschritte macht, um den Sprung in den
normalen Werkstattbetrieb zu schaffen,
ist immer da", sagt Pfeiffer. Fünf haben es
bisher geschafft - fünf in zwölf Jahren.
Und Ilona könnte die sechste sein, das
jedenfalls trauen ihr die Betreuer zu. Ilona,
25, mit ihren langen blonden Haaren,
mit ihrem dauerhaften Lächeln auf
den Lippen. Wie viele hier hat sie wegen
Sauerstoffmangels bei der Geburt Hirnschädigungen
erlitten, aber im Gegensatz
zu vielen kann sie sprechen und auch
schwierigere Anweisungen umsetzen.
Pfeiffer holt Ilona auf dem Flur ab, fragt
sie nach dem Frühstück. "War ganz gut",
sagt Ilona. Artikulieren kann sie sich, nur
bei einigen alltäglichen Dingen fehlt es
ihr noch an Übung. Reißverschlüsse und
Knöpfe bereiten Probleme, auch Toilettengänge.
"Wir sind dennoch zuversichtlich,
dass sie den vorgezeichneten Weg schaffen
kann", sagt Pfeiffer. "Für uns wäre das
zuallererst eine Riesenfreude."
Michael Brehme
Mit dem Förderbereich gewonnen
Im April diesen Jahres war ein junger Journalist
im Förderbereich der Kasseler Werkstatt zu
Gast. Er wollte einen Bericht über unsere Arbeit
schreiben, um sich damit an der Ausschreibung
zum Bathildisheimer Journalistenpreis 2009
zu beteiligen, der zum dritten Mal unter dem
Motto "Selbstbestimmt leben trotz Behinderung
- Rehabilitation heute" vom Rehazentrum
Bathildisheim und der HNA ausgelobt wurde.
Nachdem Michael Brehme zwei Tage hospitiert
hatte, schrieb er den Bericht, sandte ihn ein -
und gewann den 1. Preis! Gewürdigt wurde u.
a. die sozialpolitische Aktualität des Textes des
21-jährigen Volontärs einer Nachrichtenagentur.
Wir freuen uns, dass auf diese Weise ein Augenmerk
auf die Menschen gerichtet wird, die
gesellschaftlich oft bedauert werden - dass sie
trotz schwerer Handicaps effektiv und mit großer
Freude arbeiten, kann sich kaum jemand
vorstellen. Für uns ist das tägliches Erleben.
Herzlichen Dank an Michael Brehme und herzlichen
Glückwunsch!
"Ihr Tod reißt nicht die geringste Lücke " -
Ausstellungsbesuch in Korbach
Von September 2009 bis April 2010 fand
im Museum Korbach in Zusammenarbeit
mit der Lebenshilfe die Ausstellung Ihr Tod
reißt nicht die geringste Lücke ... zum Thema
Euthanasie im Nationalsozialismus
in Waldeck-Frankenberg statt. Nachdem
ich mit einigen KollegInnen die Ausstellung
besucht hatte, beschloss ich, auch für
unsere MitarbeiterInnen eine Fahrt nach
Korbach anzubieten und konnte zur Unterstützung
Steffen Linnemann gewinnen.
Natürlich musste bei einem so schwierigen
Thema ein Vorbereitungsgespräch
mit den 15 TeilnehmerInnen stattfinden,
bei dem wir feststellten, dass viele
schon durch Schule oder Großeltern
Einiges
über die Tötung und Zwangssterilisation
von Menschen mit Behinderungen
wussten. Während der Führung
durch die Ausstellung in leichter Sprache
waren alle sehr aufmerksam und
interessiert. Als Abschluss hatten sie die
Gelegenheit, ihre Eindrücke in Collagen
darzustellen.
Bei der Nachbesprechung zwei Tage
später waren wir sehr beeindruckt und
berührt, mit welcher Ernsthaftigkeit die
AusstellungsbesucherInnen das Thema
aufgenommen und ihre Emotionen und
Gedanken in den Collagen zum Ausdruck
gebracht hatten.
Tanja Paske (Sozialer Dienst)
Steffen Linnemann (Bereichsleiter AB 1)
4398 Kilometer:
selbst erfahren
Dimitri Nuss radelte von Paris
nach Moskau
Angefangen hat alles mit einer Bekanntschaft
während einer Fahrradtour,
auf dem Weg von Kassel nach Hannoversch
Münden. "Vor neun Jahren traf ich
dort einen anderen Fahrradfahrer, der von
Italien bis ans Nordkap fahren wollte",
erzählt Dimitri Nuss, der in der Kasseler
Werkstatt (KSW) im Bereich Logistik arbeitet.
"Ich habe nicht geglaubt, dass er
das schafft. Aber zwei Monate später bekam
ich eine Postkarte vom Nordkap."
Jetzt hatte das Fahrradfieber auch Dimitri
Nuss (40) gepackt. Zuvor hatte er
immer Tagestouren unternommen, doch
jetzt wurden die Reisen länger. 2006 fand
er im Internet das Angebot der Gruppe
Bike for Peace and new Energies, die im Sommer
innerhalb von neun Wochen von Paris
nach Moskau fahren. Mehrere hundert
TeilnehmerInnen aus der ganzen Welt demonstrieren
mit dieser Fahrt für Frieden
und Umweltschutz, in diesem Jahr zum
fünften Mal. Durch das gemeinsame Radfahren
wollen sie Menschen aus Ost und
West zusammenbringen.
"Für mich war interessant, dass auch
Behinderte mitmachen können", sagt
Dimitri Nuss, der eine Spastik hat. Aber
erst 2009 meldete er sich an. "Auch kurz
vor Beginn wollte ich noch absagen. Wie
sollte das funktionieren mit dem Duschen,
dem Schlafen? Aber dann dachte
ich: Egal, ich will fahren."
Und auch jetzt, neun Monate nach seiner
Reise, sprudelt Dimitri Nuss über vor
Eindrücken und Geschichten. "Das Tolle
war, immer etwas Neues zu sehen. Die
Natur in Russland, das muss man wirklich
erlebt haben." Auch von den Städten
war er beeindruckt. "Vor allem in Belarus
(Weißrussland) wurden wir immer sehr
freundlich empfangen. Die Straßen waren
gesperrt, Leute standen an der Straße
und trugen ihre Trachten."
Einen der tollsten Empfänge bekam die
Gruppe schon in Oberhof am Rennsteig,
nach einem 20 Kilometer langen Anstieg.
"Vorher hatte ich Angst, dass die Anderen,
die Gesunden, mich abhängen. Aber
dann war an der Strecke so viel Jubel von
Zuschauern, die Polizei hat uns begleitet -
da haben sich die 20 Kilometer angefühlt
wie einer. Und als wir ankamen, wurde
mein Name über Lautsprecher durchgesagt,
weil ich der einzige Fahrer mit Behinderung
war. Da habe ich sogar ein
bisschen geweint."
Und wie war es, nach diesem Erlebnis
nach Kassel zurückzukommen? "Ich habe
während der Reise viele interessante Leute
kennen gelernt. Mit acht Leuten aus Litauen,
Polen, Weißrussland und Deutschland
bin ich die ganze Strecke gefahren,
wir waren zwei Monate immer zusammen.
Man hat nach kurzer Zeit das Gefühl,
die Leute schon lange zu kennen.
Dann war ich auf einmal wieder allein
- etwas fehlt." Deshalb steht für Dimitri
Nuss schon fest, dass er wieder mitfährt,
dieses Mal wahrscheinlich die Strecke
Essen-Moskau.
Nora Wetzel
Mosaiki ist die Nummer 1
Die Geschichte eines ganz besonderen Käfers
Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums
von Volkswagen in Baunatal schmücken
viele kleine lustige Käfer das Stadtbild
Baunatals. Die Aktion war zunächst
auf die Stadt Baunatals begrenzt. Gerald
Reißmann, Geschäftsführer der Sozialgruppe
Kassel e.V., bat um den ersten
Anruf, wenn sich das ändern sollte, und
versprach dafür den "schönsten und
kreativsten
aller Minikäfer". Am 28. Oktober
2008 übergab Bürgermeister Manfred
Schaub den 75. Käfer an die Kasseler
Werkstatt und damit den ersten außerhalb
Baunatals.
Noch fünfmonatiger Bastel- und Werkelzeit
war am 8. Juni der Tag der Enthüllung.
Außer dass er die Nummer 1 außerhalb
Baunatals ist, hat Mosaiki noch
viele weitere Einzigartigkeiten: Er ist bedeckt
mit einem Fliesenmosaik, auf dem
viele kleine Käfer krabbeln. Natürlich hat
Mosaiki auch eine Beleuchtung, Rückspiegel
und Scheiben aus gebrochenen
Spiegelfliesen. Nicht zuletzt schützt ihn
ein Regenschirm vor den Unbilden des
nordhessischen Wetters. Alles in allem
ein echter Blickfang. "Damit ist er auch
ein Symbol der jahrelangen und guten
Zusammenarbeit mit der Volkswagen
AG", kommentiert Reißmann.
Folgende Künstler waren an dem Projekt
beteiligt: Alexander Jaeger, Ramon
Koch, Michael van der Mark und Sascha
Rühl. Für Technik und Organisation
zeichnen verantwortlich: Volker Alberding,
Silvia Bolte, Victor Fritz, Holger
Kaufmann und Andreas Kropat.
SMA und die Baustellen
Änderungen im Arbeitsbereich 1 der Kasseler Werkstatt
Sehr viel hat sich in den letzten Jahren
in der KSW 1 verändert: Erweiterung der
Sanitäranlagen und Umkleideräume,
Umbau der ehemaligen Hausmeisterwohnung
in einen Schulungsraum und einen
Gruppenraum für den Förderbereich.
Kaum war eine Baumaßnahme beendet,
war da schon die nächste Baustelle. Dafür
gab es natürlich Gründe.
Da die Firma SMA mit unserer Leistungsfähigkeit
und der Qualität unserer Arbeit
sehr zufrieden war (und ist), erhöhte sich
das Auftragsvolumen von 2007 zu 2008
um 100 Prozent. Wir mussten für diese
Auftragserhöhung die räumlichen Kapazitäten
verändern sowie Arbeitsbereiche
in die KSW 2 verlagern. Nach Abschluss
der Baumaßnahmen in der KSW 2 zog der
Textilbereich im September 2008 dorthin
um.
MitarbeiterInnen und Personal der KSW 1
bauten die Arbeitsräume im Obergeschoss
um, renovierten und vollzogen den internen
Umzug. Die Gruppen "Elektromontage"
zogen in das neu gestaltete Obergeschoss.
Danach wurden die ehemaligen
Räume der Elektromontage renoviert und
die Gruppen "Verpackung und Kartonage"
zogen um. Zurzeit werden die Arbeitsräume
vom WEGU-Bereich modernisiert.
Was hat sich verändert mit dem Kunden
SMA? MitarbeiterInnen, die jahrelang
Papier gefalzt, gerollt und verpackt haben,
lernen neue Tätigkeiten, z. B. kleine
Kunststoffteile in PE-Beutel zu verpacken.
Viele neue Montagearbeiten und das Aufrichten
von Kartonage zur Verpackung
für die Geräte von SMA sind eine Herausforderung
für MitarbeiterInnen und
Personal. So äußern sich die MitarbeiterInnen
zu den Neuerungen:
Aus der Sicht der Abteilung "SMA /
Industrie-Verpackung"
Es ist viel passiert! Den Nähereiraum teilen
wir uns nun mit dem BBB. Außerdem
wurde der Computerraum ausgeräumt
und eine Wand eingerissen. Es wurden
Laptops gekauft und es finden weiter
Computerkurse statt. Unsere alte Küche
wurde abgebaut, und wir haben eine
neue Küche bekommen.
In unserer Gruppe war es beim Umbau
sehr laut und staubig. Aber wir haben
eine neue Nachbargruppe bekommen. Es
ist die Gruppe von Dieter Schake und Peter
Wünsche, die Elektromontage macht.
Bei uns wurden die alten Tische und
Stühle entsorgt, und wir haben dafür neue
Tische und Stühle bekommen. Und wir haben
einen Etikettendrucker gekriegt. Auch
gibt es neue Spinde und neue Beistelltische
für die Kisten. Wir haben jetzt auch keine
grauen, sondern schwarze Kisten.
Anstatt Papierarbeit machen wir jetzt
SMA-Aufträge und andere Aufträge, zum
Beispiel von WEGU, Mercedes, VW und
Daimler. Wir sind dabei, uns auf die vielen
neuen Sachen einzustellen, und wir
kommen recht gut zurecht.
Lidija Glavaski, Mechthild Lützen, Katrin
Trzemzalski (Mitarbeiterinnen)
Aus der Sicht der Abteilung "Industrie-
Verpackung/Montage"
Wie gefällt es Ihnen im neuen Gruppenraum?
Beate Borchert: Der Gruppenraum ist viel
schöner als der alte. Es ist einfach ruhiger
hier und man hat viel mehr Platz.
Für wen arbeiten wir hier, von wem sind die
Aufträge?
Peter Grams: Ich arbeite meistens an Aufträgen
von SMA. Hierbei montiere ich
Anschlussbleche und montiere Stecker.
Tim Lerch: Ich arbeite meistens für SMA,
aber auch an Aufträgen für VW. Überwiegend
bin ich in der Kartonageabteilung
tätig.
Macht Ihnen die neue Arbeit Spaß?
Beate Borchert: Ja auf jeden Fall!
Tim Lerch: Die Arbeit macht mir großen
Spaß. Vor allem im Vergleich zum Gartenbau,
denn hier komme ich mit den
Leuten sehr gut zurecht, und ich fühle
mich einfach wohler. Außerdem macht es
mir nichts mehr aus, wenn es regnet...
Peter Grams: Die Arbeit macht mir auf
jeden
Fall Spaß, auch wenn ich mich
mehr konzentrieren muss als bei anderen
Arbeiten, wie zum Beispiel beim Karton
falten.
Aus der Sicht der Gruppe "WEGU"
Anja Wicke: Die neue Arbeit macht mir
viel Freude.
Axel Wicke: Der Umgang mit den neuen
Maschinen erfordert viel Geschicklichkeit.
Stefan George: Mich begeistert, dass ich an
neuen Umwelttechnologien mitarbeiten
kann.
Ralf Schimmeyer freut sich über die neue
anspruchsvolle Arbeit. Alle MitarbeiterInnen
freuen sich über den neuen Fußboden,
der leichter zu reinigen sein wird.
Lilo Schramm (Leiterin KSW 1)
und das Team des AB1
Kasseler Werkstatt
begrüßt den
500. Mitarbeiter
Am 1. 9. 2009 hat die Werkstatt zum
ersten Mal 500 Mitarbeiter erreicht.
Darüber freuen sich besonders (von links
nach rechts) Tanja Paske (Sozialer Dienst BBB),
Michael van der Mark (Gruppenfachkraft BBB),
Benjamin Kiebach (500. Mitarbeiter)
und Volker Alberding (Bereichsleiter BBB).
Volkshochschule verbessert sich
Auf Anregung der Trube-Stiftung und
mit dem Angebot finanzieller Unterstützung
soll die Volkshochschule sich mehr
für Menschen mit Behinderung öffnen
und auch speziellere Angebote erarbeiten.
Aus diesem Grund trafen sich Vertreter
der VHS mit Einrichtungsträgern
der Eingliederungshilfe in Kassel (natürlich
auch der Kasseler Werkstatt) und
Verantwortlichen der Trube-Stiftung. In
mehreren Sitzungen wurde ein Konzept
erarbeitet, wie Barrieren abgebaut werden
können, damit alle Menschen die
Angebote der VHS nutzen können. Die
Umsetzung erfolgt erstmalig im Herbst
2009. In den folgenden Jahren wird das
Konzept überarbeitet, ergänzt und eventuell
verbessert werden.
Neben Angeboten, die sich speziell an
Menschen mit Behinderungen und/oder
deren Angehörige richten, soll auch bei
vielen anderen, nicht speziell auf Menschen
mit Behinderungen zugeschnittenen
Kursen deren Teilnahme ermöglicht
werden. Wir werden die Angebote der
VHS den MitarbeiterInnen der Kasseler
Werkstatt an den Lerninseln vorstellen
und zur Teilnahme motivieren.
Volker Alberding (Leiter berufliche Bildung,
Teilnehmer des Arbeitskreises)
Raus auf den Arbeitsmarkt
Andreas Schuller, Fachkraft für berufliche Integration, hilft
Andreas Schuller ist Fachkraft für berufliche
Integration, kurz: FBI. Seit Februar
2008 versucht der diplomierte Sozialarbeiter,
geeignete MitarbeiterInnen
in sogenannte Außenarbeitsplätze zu
vermitteln. Erfolgreich ist er nach Prüfung
durch den Leistungsträger Landeswohlfahrtsverband.
Die Anforderungen
pro Jahr: mindestens zehn Praktikumsstellen
und zwei Außenarbeitsplätze akquirieren
sowie einer Person zu einem
festen Arbeitsverhältnis auf dem freien
Arbeitsmarkt zu verhelfen. 2008 hat er
dieses Soll weit überschritten: 21 MitarbeiterInnen
konnten Praktika absolvieren,
zwei auf einem Außenarbeitsplatz und einer
auf einer festen Stelle beginnen. Der
Weg dahin aber ist weit.
Einmal muss Andreas Schuller Kontakte
zu Firmen halten, neue Möglichkeiten
auftun, die MitarbeiterInnen
vorbereiten und dann begleiten. Zum
anderen müssen die interessierten bzw.
von ihren GruppenleiterInnen oder vom
Sozialen Dienst empfohlenen MitarbeiterInnen
hart an sich arbeiten. Manche
scheitern an ihrem mangelnden Sozialverhalten,
manche merken, dass sie das
stärkere "Behütetwerden" in der Werkstatt
brauchen, wieder Anderen wird während
des Praktikums klar, dass sie den Anforderungen
nicht gewachsen sind. Insgesamt
sind nach Einschätzung des FBI
etwa fünf Prozent der MitarbeiterInnen
potenziell in der Lage, "nach draußen" zu
gehen.
Andreas Schuller bietet zweimal im
Jahr einen Vorbereitungskurs an, bei
dem in acht Wochen in den Bereichen der
Schlüsselqualifikationen und der sozialen
Kompetenzen auf den Schritt hinaus aus
der Werkstatt vorbereitet wird. Immer beginnt
der Weg mit einem Praktikum. Im
Moment, so berichtet Andreas Schuller,
boomt der Gartenbereich, in anderen Firmen,
etwa im Logistikbereich, sinkt seit
der Finanzkrise die Bereitschaft, Mitarbeiter
zu beschäftigen oder gar einzustellen.
Akquiriert wird möglichst weit gestreut,
"weil die Mitarbeiter ja alle ihre eigenen
speziellen Vorstellungen haben". Der FBI
geht auf die Frühjahrs- und Herbstausstellung,
auf Ausbildungsmessen und
pflegt vor allem die schon bestehenden
Verbindungen zu Firmen, mit denen die
KSW auf anderer Ebene kooperiert.
Die sich auf Außen- oder gar feste Arbeitsverhältnisse
einlassenden Firmen
können damit ihre Ausgleichabgabe reduzieren.
Dennoch reichen die Möglichkeiten
nicht aus, sodass die Sozialgruppe
Kassel sich schon vor längerer Zeit entschieden
hat, auch innerhalb des Vereins
Möglichkeiten der Weiterqualifikation
und differenziertere Arbeitsverhältnisse
zu schaffen. So gibt es z. B. Außenarbeitsplätze
in der Sozialgruppe Kassel selbst
und bei der Pro Dokument.
Kirsten Alers
"Draußen" arbeiten
Christine Schotte hat einen Außenarbeitsplatz
Ein Bademantel ist zu kürzen für eine
ältere Dame, ein Saum ist zu messen,
abzuschneiden und einzubügeln, privat
näht sie sich auch schon mal eine Bluse.
"Ich habe noch Schwierigkeiten, wenn ich
- wie heißt das noch - filigraner arbeiten
muss." Christine Schotte weiß um ihre
Schwächen. Ihre Stärken kennt ihre Chefin:
Sie ist sehr genau, bekommt wunderbar
gerade Nähte hin, ist auch im puren
Chaos, wenn der Laden voll ist, die Ruhe
selbst. Und sie fordert auch, will nicht immer
das Gleiche tun und stellt sich Herausforderungen
wie Telefonieren und
Kundenkontakt. "Am Anfang war ich
sooo schüchtern", sagt die 26-Jährige und
lächelt, nur ein bisschen schüchtern.
Seit April 2008 arbeitet Christine Schotte
auf einem Außenarbeitsplatz (demnächst
und besser: betriebsintegrierter
Arbeitsplatz) der Kasseler Werkstatt (KSW)
bei Christina Wisniewski, in deren Laden
"Nahtlos - Nähdesign und Änderungen"
in Kassel. Nach einer Werkstattausbildung
im Wäscheschneiderhandwerk in Hannover
war Christine Schotte kurz beschäftigt,
dann arbeitslos und zum Schluss in
der Näherei der KSW. Aufgrund ihrer Behinderung
hat sie auf dem ersten Arbeitsmarkt
kaum eine Chance - Christina Wisniewski
gibt ihr eine!
Die Chefin - eine Unternehmerin mit
Herz - sieht die Notwendigkeit der intensiven
Unterstützung in einem Raum, in
dem man auch Fehler machen darf. Sie ist
offen und geduldig und setzt sich stark für
ihren Schützling ein. Denn ein Schützling
ist Christine Schotte noch. "Wenn ich sie
unter Druck setzen würde, wäre sie nicht
schneller. Sie braucht noch etwas. Aber
mit der Zeit werden die Anforderungen
steigen - und sie wird sie meistern", sagt
Christina Wisniewski. Sie näht seit 23 Jahren
und darf auch ausbilden.
Noch eine (gehörlose) Kollegin arbeitet
im Laden, der gleichzeitig die Werkstatt
ist, mit. Es herrscht eine Atmosphäre von
Respekt und Vertrauen. Nachdem Christine
Schotte hier ihr Praktikum gemacht
hatte, war klar: Das ist ihr Platz. Lernen
will sie perspektivisch, mehr am Kunden
abzustecken - und nicht mehr so schüchtern
zu sein. "Sie wird immer sicherer werden
- und ich bekomme ganz viel zurück,
wenn der Einzelne wächst", sagt Christina
Wisniewski und legt den Arm um Christine
Schotte.
Versprochen! - Und auch gehalten?
Innenrevision im Bereich der Reha-Dienstleistung
Eine wichtige Grundlage unseres gesetzlichen
Rehabilitationsauftrages ist
es, alles zu tun, damit unsere MitarbeiterInnen
sich beruflich und persönlich weiterentwickeln
können und ihre Leistungsfähigkeit
gestärkt wird. Eine Atmosphäre
von Wertschätzung und angemessenen
Anforderungen sind die Basis, um in dieser
Hinsicht erfolgreich sein zu können.
Wir verpflichten uns auch in den Werkstatt-
bzw. Bildungsverträgen, die vereinbarte
Leistung zur beruflichen Rehabilitation
zu erbringen. Unser Geschäftsführer,
Gerald Reißmann, hat mich nun beauftragt
zu prüfen, ob diese Zusagen auch
eingehalten werden.
Ich habe daher 2009 anhand von elf
Fragestellungen stichprobenartig geprüft,
ob die Vorgaben so, wie sie durch unser
Qualitätsmanagementsystem geregelt
sind, auch eingehalten werden. Bei dieser
Prüfung sind alle Bereiche berücksichtigt.
Ich werte die Ergebnisse bis Ende 2009
aus und erwarte davon wertvolle Anstöße
zur weiteren Verbesserung unserer
Leistungen. An dieser Stelle nun schon
einmal ein kurzer Einblick.
Informationsstand: Zwei der elf Fragen
betreffen den Informationsstand der
MitarbeiterInnen. In sieben Gruppen habe
ich im Rahmen einer Lerninsel die MitarbeiterInnen
gefragt, ob sie über arbeitsbegleitende
oder andere Bildungsangebote
in der Werkstatt informiert sind. In diese
Gespräche waren ca. 70 MitarbeiterInnen
einbezogen. In jeder Gruppe waren die arbeitsbegleitenden
Angebote bekannt und
viele konnten von ihrer Teilnahme an einzelnen
Kursen berichten: "Da gibt es doch
so’n Heft, das kriegt man beim Sozialen
Dienst oder beim Gruppenleiter." Auch zu
den Schulungen durch das Bildungsreferat
Pfiffikus kamen spontane und positive
Rückmeldungen: "Ach ja, das macht Herr
Alberding!"
In Bezug auf die Freizeitgestaltung waren
den meisten MitarbeiterInnen die Angebote
von Amos bekannt; auch wenn sie
nicht selbst daran teilnehmen, kennen
viele den Treffpunkt am Stern in Kassel
und einzelne Angebote aus den Erzählungen
ihrer KollegInnen.
Deutlich weniger Mitarbeiter kennen
die Bildungs- und Freizeitangebote der
örtlichen Lebenshilfe. Der Freizeittreff der
Universität Kassel ist nur denjenigen bekannt,
die seit vielen Jahren daran teilnehmen.
Nicht bekannt war, dass auch
die Volkshochschule Angebote für Menschen
mit Behinderung macht, bzw. bei
den ,normalen’ Kursen Menschen mit Behinderungen
nicht ausschließt.
Fazit: Unsere Informationswege in der
Werkstatt sind wirksam. Die meisten MitarbeiterInnen
wissen, wo sie sich informieren
können, sie beachten die Aushänge
an den Infotafeln und wissen, wen sie
fragen können.
Die Gruppenleitung ist der wichtigste
Vermittler von Informationen; schriftliche
Hinweise reichen nicht aus, die Gruppenleitung
muss die Angebote erklären und
auch zur Teilnahme ermutigen.
Die Teilnahme an Angeboten außerhalb
der Werkstatt, insbesondere an integrativen
Angeboten, stellt für unsere
MitarbeiterInnen eine große Hürde dar.
Besonders am Anfang brauchen viele Unterstützung,
um ihre Ängste zu überwinden,
oder auch ganz pragmatisch Begleitung,
um den Weg zu finden.
Über die Auswertung der anderen Fragen
werde ich zu einem späteren Zeitpunkt
berichten.
Marita Kätzel (Sozialdienstleitung)
Versprochen! - Und auch gehalten?
Innenrevision im Bereich der Reha-Dienstleistung - Teil 2
In der letzten Ausgabe der Facetten
habe ich bereits über erste
Ergebnisse der Innenrevision im
Bereich der Reha-Dienstleistung
der Kasseler Werkstatt (KSW) berichtet
(Nr. 17, S. 24, Bericht u.a.
zu den Fragen 5 und 8). Zur Erinnerung:
Im Auftrag unseres Geschäftsführers
habe ich anhand
von elf Fragen stichpunktartig
geprüft, ob die KSW die vereinbarten
Leistungen zur Förderung
der MitarbeiterInnen (MA) im
beruflichen wie im persönlichen
Bereich wie vorgesehen auch
umsetzt. Inzwischen sind alle Ergebnisse
ausgewertet.
Frage 1: Werden mit den MA
rechtzeitig vor Beendigung des
Eingangsverfahrens Gespräche
über die beruflichen Perspektiven
geführt?
Frage 2: Hat die Förderung im
Berufsbildungsbereich (BBB) wie
geplant stattgefunden? (Stichworte:
Ist die Planung nachvollziehbar?
Wurde der MA einbezogen? Haben
Praktika stattgefunden?)
Frage 3: Hat die Bildungsplanung
in den Arbeitsbereichen
stattgefunden?
Ergebnisse zu den Fragen
1-3: Bei allen Aspekten, die die
Bildungsplanung betreffen, wird
deutlich, dass die Vorgaben eingehalten
werden. Die MA sind
- je nach ihren Möglichkeiten -
einbezogen und kennen die Zusammenhänge.
Frage 4: Haben MA der Tagesförderstätte
an zusätzlichen Bildungsangeboten
teilgenommen?
Ergebnis: Je nach Schweregrad
der Beeinträchtigung werden
die MA in arbeitsbegleitende
Bildungsangebote einbezogen.
In der Regel kommen nur Einzelbeschäftigungen
in Frage. Der
Wunsch nach mehr Angeboten
im musischen Bereich wird bereits
2010 umgesetzt.
Frage 6: Wie viele MA haben
im 2. Quartal 2009 die Beratung
der Fachkraft für berufliche
Integration in Anspruch
genommen und von wem ging
die Initiative aus?
Ergebnis: Im 2. Quartal haben
vier MA um einen Außenarbeitsplatz
nachgefragt; allerdings
ist die Zahl nicht repräsentativ,
da es zu anderen Zeiten deutlich
mehr sind. Die Initiative ging
überwiegend von den MA selbst
aus.
Frage 7: Was wurde unternommen,
um Fehlzeiten zu reduzieren?
Ergebnis: Das Ziel, Fehltage
zu reduzieren, ist nicht in jedem
Fall zu erreichen, besonders
dann, wenn diese Fehlzeiten
krankheits-/behinderungsbedingt
sind. Immer erfordert es
zeitintensive Nachfragen und
"Dranbleiben" der Gruppenfachkräfte
und des Sozialen Dienstes.
Frage 9: Wie hoch war 2008
der Anteil der Frauen an Schulungen
durch das Bildungsreferat
Pfiffikus?
Ergebnis: Das Zahlenverhältnis
von Männern und
Frauen ist ausgeglichen und
entspricht der Verteilung der Geschlechter
in der Werkstatt (57
Männer und 46 Frauen haben
an Schulungen teilgenommen).
Frage 10: Hat das Projekt Gewaltlos
miteinander Veränderungen
im Werkstattalltag bewirkt?
Ergebnis: In Gesprächen mit
den Gruppenfachkräften wurde
geklärt, dass es bei den drei
beispielhaft benannten MA, die
immer wieder zu unangemessenem
Verhalten neigen, keine
spürbaren Veränderungen gegeben
hat. Es ist aber auch unrealistisch
anzunehmen, dass es
nun keine gewalttätigen Auseinandersetzungen
oder nicht angemessene
Formen im Umgang
mit Konflikten mehr gäbe. Ich
bin aber überzeugt, dass sowohl
das Personal als auch die MA
für das Thema sensibilisiert worden
sind.
Frage 11: Auswirkungen von
Gruppenwechseln: Zufriedenheit
der Mitarbeiter; Anwesenheit;
Entlohnung; Weiterentwicklung.
Ergebnis: Die vier beispielhaft
befragten MA meinten, dass der
Gruppenwechsel für sie eindeutig
positive Veränderungen gebracht
hat. Sie fühlen sich am richtigen
Platz und sind mit ihrer Entscheidung
sehr zufrieden. Faktoren
wie z. B. eine höhere Entlohnung
spielen dabei keine Rolle.
Zusammenfassung: Die
Überprüfungen zu fast allen
Fragen haben ergeben, dass die
Reha-Dienstleistungen, wie sie in
unserem Qualitätsmanagementsystem
(QMS) vorgegeben sind,
eingehalten werden. Besonders
beeindruckt hat mich, wie sehr
die MA sich in die Abläufe einbezogen
fühlen. Die Informationswege
werden genutzt und haben
sich bewährt. Verbesserungsmöglichkeiten
werden wahrgenommen
und nach Möglichkeit
umgesetzt. Dadurch ist das QMS
in ständiger Veränderung, ein
Beweis für gelebte Qualität.
Ich bedanke mich herzlich
bei allen, die in die Überprüfung
einbezogen waren, für die
lebhafte, bereitwillige Mitarbeit
und die vielen Anregungen!
Marita Kätzel
(Leitung Sozialer Dienst)
Zusätzliche Bildungsangebote
Personal und Honorarkräfte bieten den MitarbeiterInnen
während der Arbeitszeit Kurse an,
die zur besseren Bewältigung des Alltags Unterstützung
geben sollen, z. B. Lesen und Schreiben,
Rechnen, Deutsch als Zweitsprache, Computerkurse,
Backen, Liebe-Partnerschaft-Sexualität,
Wie lese ich meine Entlohnungsabrechnung,
Kreatives Gestalten usw.
Im Bildungsreferat Pfiffikus werden spezifische,
arbeitsplatzbezogene Fortbildungen durchgeführt,
z. B. Rechnen mit dem Taschenrechner,
Telefontraining, Umgang und Pflege von Kühlgeräten,
Umgang mit Messinstrumenten, Wie arbeite
ich mit dem Etikettendrucker, Umgang mit dem
Hubwagen usw.
Amos, eine Freizeit-Einrichtung der Diakonie-
Wohnstätte gGmbH Kassel, macht am Abend
oder am Wochenende Angebote zur Freizeitgestaltung,
z. B. Malworkshop, Ausflüge, Bowling,
Flötengruppe, Tanzkurse, Kreativwerkstatt usw.
Die Lebenshilfe Kassel e.V. bietet Freizeiten
an und macht ebenfalls Angebote wie Kochkurse,
Besichtigungen, Freizeittreffs usw.
Die Volkshochschule Region Kassel bietet ab
dem Wintersemester 2009/2010 erstmals besondere
Kurse für Menschen mit Behinderung an. Das Angebot
wird nach dem Wintersemester fortgesetzt.
Begleitet von Studenten gibt es einen regelmäßigen
Freizeittreff in der Universität Kassel.
Neue Hausordnung
in Einfacher Sprache
Im Mai 2009 ist die
neue Hausordnung der
Kasseler Werkstatt offiziell
vom Werkstattrat
(WR) und vom Werkstattleiter
Peter Liesert
unterzeichnet worden
und somit für alle gültig.
Sie wurde vom Werkstattrat
ausgearbeitet und ist als ein Ergebnis des Projektes Gewaltlos
miteinander zu sehen. Wir haben die Hausordnung
zum besseren Verständnis von der Initiative Mensch zuerst in
sogenannte Einfache Sprache übertragen lassen und ebenfalls
zum besseren Verständnis für alle, die nicht so gut lesen
können, Bilder eingefügt. Inzwischen ist die Hausordnung
an allen Standorten ausgehängt worden. Mit dem
Ergebnis sind sehr zufrieden: (von links nach rechts): Marita
Kätzel (SDL), Peter Liesert (WL), Manfred Schremmer
(1. Vorsitzender WR), Tanja Vogt (Gleichstellungsbeauftragte
und WR), Alfred Hoffmann (Berater WR), Gerald Reißmann
(GS Sozialgruppe Kassel).
Kochkurs
Bilder des Kochkurses als .doc
Kochbuch als .doc
Flederführend in Kassel